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Cover  
Holy Mother - Face This Burn (CD)
Label: Massacre Records
VÖ: 22.01.2021
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Art: Review
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Werner
Werner
(1111 Reviews)
7.0
Holy Mother sind mir vor allem wegen ihres Semihits "My Destination" gut in Erinnerung geblieben, der im Frühling 1998 auf dem damaligen Rockhard-Sampler vertreten war. Der dazugehörige Longplayer "Toxic Rain" riss mich zwar nicht gänzlich vom Hocker, liebäugelte aber anhand seiner Judas Priest Schlagseite charmant um die Ecke.

Der Versuch, mit spröden Sprüchen ("ich sehe besser aus als Sammy Hagar!") zu polarisieren, war seitens Sänger Mike Tirelli dazumal ganz nett, hatte letzten Endes aber wie die Musik selbst nicht die nötige Reichweite, um langfristig zu punkten. So sind Alben wie "My World War" (2000) und "Agoraphobia" (2003) im europäischen Underground zwar weitgehend respektiert und gelobt worden, für den Durchbruch oder ähnlichem reichte es bekanntlich nicht. Mittlerweile drehte sich das Besatzungskarussell, wobei der Fortbestand nur MIT dem ob besagten Frontmann Sinn macht, denn sein prägnant-kraftvolles Timbre ist mindestens die halbe Miete im Hause der heiligen Mutter.

Die für mich erfreuliche Rückkehr offenbart zunächst wenig überraschendes, obschon Referenzen zur Altenglischen Legende nur noch selten anzutreffen sind. Der überaus moderne - kompositorisch wie soundtechnisch - Anstrich zeigt dafür auf, dass man den Zeitgeist glaubwürdig integrieren konnte und Anachronismen bzw. die Idee derer gänzlich verwarf. Fit und hungrig sind sie also immer noch, was die Spielfreude widerspiegelt und speziell die erste Hälfte des Albums schon mehr in die Kategorie des neuzeitlichen Power Metal ("Love Is Dead" & "The Truth") einordnen lässt. Die merklich tiefer gestimmten Klampfen und wuchtigen Drums tragen ihres dazu bei, bzw. in Sachen Hookline Qualität war der Long Island Fünfer schon lange davor stark aufgestellt. Ob nun die imaginäre Tachonadel gehetzt oder langsam gegroovt wird, ob Mike (der übrigens auch bei den Deutschen Messiah's Kiss röhrt!) an seine stimmlichen Grenzen geht oder sich zurückhält, ist Nebensache, das Einmaleins des Heavy Metal wird nämlich vorbildlich praktiziert und hat nur diesen kleinen, aber vielleicht doch entscheidenden Makel: die ganz großen Songs, die einen förmlich zur Sucht treiben, sind ziemlich Mangelware (Ausnahme: "Wake Up America"!!!).

Weiters wurde übrigens auch "The River" vom bereits angesprochenen 1998er Werk neu eingespielt. Nichts desto trotz: Freunde des gepflegten US Metal's, also im rockigen Sinne von Riot V, Seven Witches und Warrior, werden bei "Face This Burn" auf ihre Kosten kommen und sollten die sympathischen Ostküsten Rückkehrer supporten!

Trackliste
  1. Face This Burn
  2. Love Is Dead
  3. Legends
  4. No Death Reborn
  5. The Truth
  6. Prince of the Garden
  1. Wake Up America
  2. Mesmerized by Hate
  3. Today
  4. The River
  5. Superstar
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