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Sabaton, Domine
10.06.2026, Münsterplatz Freiburg, Freiburg 
SABATON  
Flammkuchen, Schafskälte und Metal Party am historischen Münsterplatz! Wenn Sabaton zur ausverkauften Metal Party rufen, reist das Darkscene-Mobil gar vom idyllischen Elsass aus an….
DarksceneTom
DarksceneTom
(151 Live-Berichte)
Flammkuchen, Schafskälte und Metal Party am historischen Münsterplatz! Frisch aus Eguisheim reisen wir heute zum altehrwürdigen Münster in Freiburg. Es ist eine durchaus turbulente Woche, in der die Darkscene-Chefetage samt First Lady durch die idyllische Elsässer Weinstraße streift, um Kultur, schmucke Ortschaften und Städte, sowie süffigen Wein zu erkunden. Mitten im Kurzurlaub wurde bereits im Vorfeld gekonnt die Sabaton Show in Freiburg geparkt. Der Plan war perfekt, das Wetter der Woche durchwachsen und vor Allem am Konzerttag durchaus fordernd. Letztlich aber gottlob weit besser, als es im Heiligen Land Tirol befürchtet werden durfte.



Sommer Open Air geht natürlich anders als heute im kühlen Breisgau!
Die Schafskälte hat punktgenau Einzug gehalten und das Tief, das die Alpen dieser Tage in triste Depression und Starkregen hüllt, streift auch das Breisgau. Bei knackigen 13 Grad fahren wir gen Deutschland. Grauer Himmel, Nieselregen und ein nasskalter Empfang im überraschend abgewohnten Freiburg mit seinen beschmierten Wänden, Cannabis-Läden, Discountern, Leerständen und vielen Shops aus fernen Ländern machen mal nicht gerade den erhofft großen Durst. Auf das charmante, elegante und stilvolle Straßburg (bei dem wir am Vortag unverhoffter Weise Sabaton Sänger Joakim beim Sightseeing getroffen haben ) ist das hoch gelobte Freiburg - abgesehen vom Münsterplatz und den historischen Stadttoren - mit seinem typisch deutschen, "gestrigen" 80er-Jahre-Innenstadt-Charme leider auch abseits des Wetters eine kleine Enttäuschung.

Egal. Wir nehmen mal einige gepflegte Augustiner-Biere, warten den Regen ab und wandern zum altehrwürdigen, wirklich schönen Münsterplatz, um gemeinsam mit Sabaton die alten Gemäuer der beeindruckenden, gotischen Kathedrale zum Beben zu bringen. Genauso wie auch bei Volbeat am Residenzplatz in Salzburg (zum Livebericht) ist es schon ziemlich cool, neben so würdevollen Gebäuden eine laute Metal Party zu feiern. Schnell noch die obligate Bratwurst gesattelt und los geht’s…



Dominum

Langer Rede, kurzer Sinn. Dominum machen ihre Sache sehr gut. Sie klingen gut, sie machen Stimmung und der gemeine, deutsche Wacken-Medddddlhead geht beim hochmelodischen Sound der Nürnberger natürlich fest mit. Die Grenze vom Metal zum Schlager und zum Ballermann ist seit Jahren schmal, bei Dominum teilweise noch schmäler. Das muss man mögen. Man darf es auch gerne nicht mögen und so wie unsere Abordnung auch oft kopfschüttelnd belächeln. Objektiv gesehen muss man der Truppe aber einen guten Auftritt und gutes Handwerk zugestehen. Dass sie den Geist der Zeit erkannt haben und ihren Mitsingsound auch "Horror-Metal" nennen und mit vielversprechender Kostümierung auftreten, passt zum metallischen Modentrend.

Costume and Concept sells! Das haben Lordi, Sabaton, Powerwolf und Ghost vorgemacht, das macht die Ballermann-Riege von Warkings bis Dominum und noch vielen weit schlimmeren Konsorten, deren Namen ich mich nicht zu tippen getraue, gekonnt nach. Aber egal…



Freiburg hat Spaß an Dominum und da ist es egal, was zwei Tiroler denken. Dominum liefern, sie reden viel und sie liefern gut! "Killed By Life" und The Dead Don’t Die" bieten Mitklatschparty ohne Ende. Dass gerade Sabaton auch nicht ganz unschuldig an den Auswüchsen der, vom Wacken-Ballermann-Wahnsinn ausgehenden Schlagerverblödung der Metal Szene sind, darf man nicht ganz totschweigen. Im Gegensatz zu den unsäglichen Nachahmungstätern sind Sabaton aber immer noch eine amtlich drückende Maschine, die ihre Wurzeln wirklich im Metal hat. Das ist bei Dominum anders. Hier gipfelt das Frühstücksfernsehen in Songs wie "Killed By Life" oder dem fast schon peinlichen "Frankenstein". Die Party tobt dennoch. Wenig Metal, viel Spaß. So geht Ballermann-Metal in Deutschland und wäre da nicht die mittlerweile überbordend wummernde Bassdrum, dann wäre alles Eitel Wonne.

Zeremonienmeister und Georg Neuhauser-lookalike Felix, der sich wohl auch unseres Georg‘s Kommunikationselan abgeschaut hat, heizt die Menge der knapp 7.000 Fans in mittlerweile strahlendem Sonnenschein gut an. Dass der plumpe Witz des Mittelfranken uns bekannt humortrockenen und sarkastischen Österreichern nicht unbedingt behagt, steht auf einem anderen Blatt. Aber siehe da, mit "
Don’t Get Bitten By The Wrong Ones" ist doch tatsächlich ein richtig guter Song dabei. Die halb-balladeske 80er Jahre Note ist geradezu brillant und die Nummer glättet nun auch bei uns einigermaßen die Wogen. Dass Dominum dann mit ihrem unsäglichen "Thriller"-Coverfrevel schamlos das Ende der Show zelebrieren spricht Bände. Die Menge feiert dennoch und bringt einen neuerlichen Beweis dafür, dass Metal und Frühstücksfernsehen schon längst Hand in Hand gehen können.



Dominum waren nett und wir Tiroler wissen genau, was das bedeutet.
Das Gute daran: Nach dieser Dominum-Schlagernummer in praller Abendsonne werden Sabaton heavy wie Bolt Thrower klingen. Nach 45 Minuten ist Schicht im Schacht der Schlagerparade und der Pausensound macht bei Sabaton gewohnter Weise immer Spaß. Weil die Jungs eben Überzeugungstäter sind, darf man sich an richtig guter Musik von W.A.S.P., Def Leppard, Maiden und Accept laben…

Sabaton

19:45 Uhr. Angesichts der historischen Kulisse und innerstädtischen Location muss die Show leider früh und noch zu Tageslicht beginnen. Das ist natürlich schade, weil die ganz fette Lichtshow viel zu spät zum tragen kommt. Ein typisches Open-Air Problem, wie auch der Sound, der in einer Halle, ebenso wie die Bühnenproduktion meist viel besser rüberkommen. Das soll die Freue aber nicht schmälern. Ähnlich wie bei Volbeat vor zehn Tagen, erinnern wir uns vielmehr auch bei Sabaton noch an die frühen Tage, in denen wir die Schweden in kleinen Clubs und in intimster Atmosphäre erleben durften. Bis in die Disco im hintersten Südtirol (zum Bericht) sind wir Sabaton von Beginn ihrer Tage an gefolgt. Shows vor 200 Nasen haben wir erlebt und den Triumphzug haben wir Jahr für Jahr vom edlen Koko-Theater in London (zum Livereview der vielleicht besten Sabaton Show ever) über unser Heimspiel in Innsbruck (Livereview) bis hin zu den größten Hallen (Bericht aus München) und Festivals mitverfolgen dürfen.



Sabataon haben dabei nie enttäuscht. Sie haben immer und vor jeder Kulisse sympathisch und unbändig geliefert und höllisch für Stimmung gesorgt. Mittlerweile sind wir alle fast 20 Jahre älter und Sabaton haben sich mit harter Arbeit, unermüdlichem Touren und treffsicherem Songwriting ganz nach oben gearbeitet und sind eine der großen Headliner der Szene geworden!
So groß, dass sie seit Jahren die größten Hallen ausverkaufen, den Münsterplatz in Freiburg mit 7.000 Leuten locker füllen und diesmal Jahr sogar als einer der Hauptacts auf der Hauptbühne von Rock im Park und am Ring vor 90.000 Fans triumphieren. Chapeau, wohlverdient!



Pyros, Panzer, Vollgas. Da sind Sabaton und die Schweden haben seit Jahren eine richtig fette Liveshow. Das Drum Kit steht am Panzer, die Pyros und Rauchsalven steigen regelmäßig in die Höhe und die fetten Refrains werden vom 6-köpfigen Chor bombastisch unterstützt. "
Ghost Division" ist obligat, geht diesmal aber leider etwas im Matsch des frühen Sounds unter. Die Masse geht zwar volley steil, bei den ersten Songs hört man aber neben der Stimme leider fast nur die Drums und den Bass. Ähnlich wie bei Volbeat in Salzburg dauert es auch heute zwei, drei Songs, bis der Sound besser wird. Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch und auch die gute Laune von Joakim ist einmal mehr mitreißend. Definitiv beeindruckt von der schönen Atmosphäre auf dem Freiburger Münsterplatz legen Sabaton mit Vollgas los. Das superbe "Yamato" und "The Red Baron" sind klasse, aber auch noch etwas matschig und auch die beiden Hits "The Last Stand" und "Great War" klingen leider nicht ganz so fett, wie man es sich wünschen würde.
Danach sollte es aber besser werden. Inzwischen kommt was kommen musste. Nachdem uns bereits seit zwei Stunden die Sonne gnädig war, zieht dann doch noch ein kurzer, aber knackiger Regen über den Münsterplatz. Gut, dass das genau während dem verzichtbaren "
Christmas Truce" passiert und noch besser ist, dass der Himmel danach wieder klar wird und der Sound endlich besser ist!



Also kann die Party nun endlich richtig losgehen. Kein Problem, denn "
Soldiers Of Heaven" und das unglaublich gute "Crossing The Rubicorn" drücken jetzt so richtig auf die altehrwürdigen, mittelalterlichen Münsterfenster. Sabaton nützen den Moment. Große Pyros, fette Kulisse, große Theatralik und mittendrin einmal mehr Kreativkopf Pär Sundström mit seinem zufriedenen Grinsen und ein gut gelaunter Joakim Broden, der die amtlich feiernde Menge von Beginn an fest im Griff hat. "Night Witches" und das superb stampfende "I, Emperor" schrauben die Stimmung nach oben, "The Attack Of The Dead Man" ist nicht nur wegen der starken Kulisse und der Gasmaskentheatralik das erwartete Highlight!
Sabaton live ist und bleibt Spaß, Stimmung verdammt viel gute Laune. Eine positive Metal Party, bei der einem einmal mehr nur die leidige Bierschreierei mancher Fans auf die Eier geht. Dass viele der deutschen Fans die leidigen "
Noch ein Bier"-Rufe immer wieder und immer noch lustig finden, ist für uns vollkommen unverständlich und eigentlich ist es abseits des Ballermann-Wacken-Open Airs und seinem Schinkenstraßenflair auch nur dumm und störend.
Aber da müssen wir eben durch.



Das grandiose "
Bismarck" bläst den Stumpfsinn eh von der Bühne. Ein mega Stampfer und leider auch schon der Pförtner für den letzten Akt der Show. Nach "Hordes Of Khan" greifen Sabaton ganz tief in die Hitkiste. Ein Kreuzritter entzündet die Feuerschalen, um den neuen Überhit "Templars" in Szene zu setzen und dann, dann kommt eben, was kommen muss: Jeder der 7.000 Fans springt, tanzt und singt zu "Primo Victoria". Viele größere Metal Live-Hits wurden in den letzten zwei Dekaden nicht geboren und es geht auch hier und heute durch die Decke!

Großartig. So geht Stimmung und mit dem hymnischen "Swedish Pagans" legen Sabaton gleich das nächste heiße Eisen nach. Die Menge feiert und singt jeden Ton mit. Die Bühne erstrahlt angesichts der Dunkelheit längst in voller Pracht. Die Show ist am Höhepunkt angelangt, bevor mit "Coat Of Arms" ein bärenstarker Klassiker abgefeuert wird. Danach ist nach knapp 105 Minuten das Finale angesagt "To Hell And Back" lässt nochmals alle durchdrehen und dann wars das.
Die Fans sind am Anschlag, die Show zu Ende! Sabaton haben geliefert und verneigen sich minutenlange vor ihren ekstatischen Fans!



Setlist :
1. Ghost Division
2. Yamato
3. The Red Baron
4. The Last Stand
5. Great War
6. Stormtroopers
7. Christmas Truce
8. Soldier of Heaven
9. Crossing the Rubicon
10. Night Witches
11. I, Emperor
12. The Attack of the Dead Men
13. Bismarck
14. Hordes of Khan
15. Templars
16. Primo Victoria
17. Swedish Pagans
18. Coat of Arms
19. To Hell and Back

Es war ein weiterer starker Auftritt der sympathischen Schweden. Eine weitere Demonstration ihrer Größe und Stärke. Nicht die beste Sabaton-Show, die wir je gesehen haben, aber einmal mehr großes Kino und große Party! Das Darkscene-Mobil fährt leicht unterkühlt, aber zufrieden und letztlich dankbar für das doch ziemlich gute Open-Air Wetter retour durch die Nacht und durch die Wildwechselstrecke zurück ins Elsass. Der Open-Air Sommer läuft mittlerweile auf Hochtouren und ich darf meinen Freund Anderson zitieren:
"
No week without a gig!+

Gestern war Volbeat in Salzburg, heute war Sabaton in Freiburg und morgen ist Iron Maiden in Mailand und danach geht’s noch zu In Flames an den Bodensee.

Also, zurück ins Elsass, dann heim nach Innsbruck und weiter nach Mailand.
Up The Irons….wir lesen uns!



















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