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Cover  
Sacrosanct - Kidron (CD)
Label: Rock Of Angels Records
VÖ: 07.03.2025
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Art: Review
Werner
Werner
(1350 Reviews)
9.0
Während Sacrosanct auf den ersten beiden Alben Anfang der Neunziger noch wenig originellen Speed/Thrash Metal boten, vertieften sie ihre Intention beim 1993 erschienenen "Tragic Intense" plötzlich in deutlich progressivere Gefilde. Und zwar so sehr, dass sie für die Masse erst recht kaum greifbar (sprich, der Zeit voraus) waren und sich nicht zuletzt wegen Erfolgslosigkeit bald darauf hin auflösten. Das Comeback der Holländisch/Deutschen Combo um ex-Pestilence Gitarrist Randy Meinhard folgte zwar im Jahre 2018 via "Necropolis", ging jedoch komplett an den Rezensenten vorbei.

Bei "Kidron" (Schlucht östlich von Jerusalem, die zum Ölberg führt) handelt es sich folglich "erst" um das fünfte Opus innerhalb von 35 Jahren, aber mein lieber Herr Gesangverein, das hat einige schicke Töne im Köcher. Mit dem Thrash längst vergangener Tage hat das neu formierte Gespann erwartungsgemäß nichts mehr am Hut, die Zähigkeit ob "Tragic Intense" wurde genauso wenig aufgegriffen. Heißt in letzter Konsequenz? Sacrosanct widmen sich dieser Tage dem modernen Progressive Power Metal; Das Plus der Scheibe gegenüber allen weiter zurückliegenden Outputs zeigt sich vor allen Dingen im gesteigerten Wiedererkennungswert - etwas, was einigen Sahnerefrains geschuldet ist. Der leichtfüßige Flow und die erlesene Hook-Qualität schließen sich da gleich an. Anders formuliert: Das Songwriting wirkt in hohen Dosen homogen. Ach ja. Wem "The Pain Still Lasts" bekannt vorkommt, braucht sich nicht wundern, das Stück wurde bereits 2018 für "Necropolis" verwendet. Max Morton's (eigentlich Maksym Pasichnyk) Stimmfarbe hat zudem diesen speziellen (warmen) Vibe, den ich zwar von jemanden kenne, aber bis heute nicht zuordnen kann, um welchen es sich handelt. Tut aber nichts weiter zur Sache, denn der Ukrainische Frontmann erledigt seinen Job brillant!

Anhand solch Perlen wie "Avenging Angels", "Coming Of The Scorpion" oder "Doorway Of Dreams" müsste das internationale Konsortium doch bitte zumindest ein wenig aus seinem langen Schattendasein rauskommen, ansonsten verstehe ich die Ungerechtigkeit in der Musikbranche noch weniger als zuvor. Wie auch immer. Für mich ist dieser 57minütige Dreher bereits jetzt schon ein heißer Kandidat für die Top-Ten-Liste am Ende des noch sehr jungen Jahres. Fans aus dem (US Prog) Power Metal Lager, insbesondere die mit Vorliebe für Nevermore oder Communic, sollten sich "Kidron" auf den Einkaufszettel notieren!

Trackliste
  1. Marching Days
  2. Avening Angels
  3. Prime Of Clowns
  4. Coming Of Scorpions
  5. Gethsemane
  1. Door Of Dreams
  2. Still Open Sore
  3. Before It Ends
  4. The Pain Still Lasts
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