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Die Gewissheit, nur mehr für eine eng begrenzte Zeit unter den Lebenden zu weilen, seiner Endlichkeit gewahr zu werden (es sei denn, es geschieht noch ein Wunder), muss für den Betroffenen schon Belastung mehr wie genug sein. In solch einem Ausnahmezustand noch ein Tonstudio zu betreten, also dafür die nötige Energie aufzubringen um (vorgezogene) Gesangsspuren aufzunehmen, ist dann nochmal eine ganz andere Hausnummer. Tomas "Tompa" Lindberg, der einzig wahre Frontmann der Göteborg Formation At The Gates, darüber hinaus gefragter Gastsänger auf diversen Werken der harten Gangart (The Crown, Nightrage, Lock Up etc.) und am Ende des Tages einfach eine wahrhafte Szene-Ikone, erlag seinem Krebsleiden kurz vor seinem 53. Geburtstag am 16.09.2025.
Die ganze Geschichte ist eine bittere Pille, keine Frage. Und gerade deswegen schlummert in "The Ghost Of A Future Dead" eine Dramatik, die erdrückender und ergreifender nicht sein könnte. Die Experimentierfreudigkeit des letzten Longplayers "The Nightnare Of Being" wurde über Bord geworfen, die Schnittstelle aus Thrash und düsterstem Schweden-Todesmörtel wirkt hier umso stringenter (Gitarrist Anders Björler kam bekanntlich zurück). Waren meine ersten Höreindrücke noch eher der Rubrik "monoton" zuzuordnen, wurden die wahren Perlen erst mit Verspätung offenkundig. Die zwölf, vorwiegend auf Karacho getrimmten Tracks reißen früher oder später jeden mit, der diese Nische bevorzugt. Power, Aggressivität, Detailverliebtheit und eine unheilvolle Atmosphäre - hier greift jedes Zahnrädchen haargenau in das nächste, eine vollkommene Fusion aller Essenzen. Kleinere Verschnaufpausen bieten die gedrosselten Stücke, selbstverständlich, doch diese Kunst der Melancholie ist wahrlich nicht von schlechten Eltern, meine Güte - man nehme "Det Oerhörda" oder "In Dark Distortion" als Paradebeispiele. Jeder Musiker ließ für dieses beeindruckende Abschiedswerk sein letztes Herzensblut, daran besteht nicht der geringste Zweifel. Stilistisch überwiegend am 1995er-Referenzwerk "Slaughter Of The Soul" ("The Fever Mask", "The Unfathomable") orientiert, ist es ein absoluter Hochgenuss, solch ein Riff-Inferno (mit einer Länge von 42 Minuten eine Punktlandung) zu hören. Die Tatsache, dass dies der letzte Beitrag dieses charismatischen Künstlers war, drückt allerdings auf's Gemüt - R.I.P. Tompa! Trackliste
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Reviews
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