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9.0
Sapperlot - nun sind auch die langjährigen Redaktionslieblinge aus Arizona beim heimischen Label Napalm Records unter Vertrag. Selbst im Wissen, dass die Jungs von Flotsam And Jetsam im Herbst ihrer Karriere angekommen sind, werden sie offensichtlich nicht müde, neue Songs zu schreiben und aufzunehmen, die ihrerseits noch lange keinen Schwund an Hunger erkennen lassen. Im Gegenteil: die Herrschaften wirken fit und schlagen quasi die Flucht nach vorne. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass die dauerresiliente Kapelle um Stimmgewalt Eric Knutson auf die Experimentierfreudigkeit, wie es in den späten Neunzigerjahren der Fall war, weitgehend verzichtet. Am vertrauten Stil wurde also seit rund zehn Jahren nur minimal gefeilt.
Daran ändert selbst der Stallwechsel von AFM Records (Schotten dicht) zum steirischen Erzberg herzlich wenig. Heißt am Ende aber bitteschön gar nichts. Das Gros des aktuellen Materials ist nämlich zu stark, um als Fan leichtfertig einen Bogen darum zu machen. Die Orchestrierungen in "Harvesting The Hate" (nomen est omen) und beim Intro des opulent-berauschenden Titletracks dürfen durchwegs als Betreten von Neuland protokoliert werden. Beide wurden ja bekanntlich als Appetizer für "Rats In The Temple" vor einigen Wochen ins Rennen geschickt. Noch mehr Begeisterung entfachten bei mir allerdings das brettharte "Absolution" (was für ein höllisches Biest!), das unverschämt schnörkellose "First On The Spike", das wahrlich hymnische "Anthem For the Broken" sowie das am Ende platzierte "Not Goin' Down That Way", welches wiederum zwischen balladesken Strophen und Uptempo-Refrains federleicht switcht. Dass sich bei einer stattlichen Anzahl von 13 Kompositionen nicht ausschließlich Volltreffer herum tummeln, dürfte andersrum auch klar sein. Während das von einem traditionellen Heavy Metal Riff stramm angetriebene "The Edge Of Nowhere" (yep, die dritte Single), der hetzende Brecher "The Ghost Behind My Door" und das nach Post-Punk ausgerichtete "A Taste For War" auf der Habenseite des 56 minütigen Rundlings verweilen, wollen "Damnation" und "Last Rites" hingegen nicht so recht zünden. Schlecht sind die beiden Stücke deshalb noch lange nicht, nur als Hinweis. Zur Vervollständigung seien noch das auf markante Hooks basierende "Blame The Knife" und die faat schon obligatorische Maiden-Huldigung ("Her Blood Your Pain") genannt - exakt: gemeint sind selbstverständlich die typischen Twin-Harmonien des (Blaupausen-) Tandems Gilbert/Conley. Im direkten Vergleich zu "I Am The Weapon", welches meiner Einer vor zwei Jahren eine Schippe zu großzügig bewertet hat, ist "Rats In The Temple" trotz seiner winzigen Schönheitsfehler das klar ergreifendere Bandkapitel. Am Rande erwähnt ist es bereits das sechszehnte in der Discographie der Speed/Thrash-Institution (die 2014er Neueinspielung von "N.P.F.D." nicht berücksichtigt). Meinetwegen könnte man den sauber polierten Sound bekritteln (hatten die Outputs davor ja ebenso), das stört bei der ganzen Wucht und Ambition dieser, über weite Strecken brillanten Scheibe jedoch so gut wie gar nicht - Kammerjäger müssen bei einer Rattenplage nun mal gewissenhaft und sauber den Job erledigen! Mein ehrenhafter Support für die nicht unterzukriegenden Flotz geht wieder einmal in die nächste Verlängerung. So langsam wird es mit den fünf ausgefuchsten Kerlen langweilig. Trackliste
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Reviews
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