Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern runter. Mit der ersten (sehr hitaffinen) Single
"Where This World Ends" setzten die Essener
The Night Eternal vor gut zwei Monaten ein sattes Statement, womit sie im Zuge der Veröffentlichung des dritten, oft karriereentscheidenden Albums das Underground-Dasein hinter sich lassen wollen. Nein, die Vorgängerplatten
"Moolit Cross" und
"Fatale" waren genauso respektable Werke, um etwaige Missverständnisse zu meiden. Bei
"Cold Velvet" riecht das Gesamtpaket aber noch mehr nach Aufbruchstimmung, Leidenschaft und Ambition. Vervollständigt durch einen Kontrakt beim renommierten Label Metal Blade Records, sollte den Herrschaften aus dem Ruhrpott für den nächsten Schritt nichts mehr im Wege stehen.
Der konstant eingängig gezockte Metal des jungen Quartetts lebt zum Einen von seiner mystischen Stimmung, zum Anderen von einer Qualität, die man meinetwegen gerne als Internationalität (quasi fern vom Provinzmief, was ohnehin nie der Fall war) absegnen könnte. Die Musiker stellen den Song und dessen Flair derart in den Mittelpunkt, dass man NICHT nach zehn Sekunden geneigt ist, die Skiptaste zu betätigen, was bei den heutigen Konsummöglichkeiten und der geringen Aufmerksamkeitsspanne schnell passiert. Was ist also die Essenz? Ich denke, diese spürbare Magie macht den Reiz aus. Eine nicht unwesentliche Rolle nimmt dabei Sänger Riccardo ein, der dank seines eindringlichen (Darkwave-gestylten, ja dezent weinerlichen) Timbre den entscheidenden Mehrwert ausmacht. Man könnte praktisch jeden Track von
"Cold Velvet" herauspicken, um selbigen als repräsentativen Ohrschmeichler vorn hinzustellen. Ja sogar das finale
"When The Last Candle Dies" wäre dafür prädestiniert.
"Cold Velvet" ist demnach nicht nur eine Pflichtübung für Fans von
In Solitude,
Unto Other und
Sumerlands - das wäre zu wenig weitgreifend. Für mich persönlich klar die Band der Stunde!