Die stilistische Nähe zu Kaperzundern wie
Rotting Christ und
Varathron liegt bei
Yoth Iria nicht zufällig auf der Hand. Gründer und Impulsgeber ist nämlich ein gewisser George Emmanuel (alias "Jim Mutilator"). Dieser zog schon in Urzeiten dort seine Strippen und nützt den Erfahrungsschatz aus jener Ära und dazu allerlei Inspirationen aus den Mythologischen Welten, um bei seinem eigenen Baby etliche Trümpfe auszuspielen. Dass der neugierige Rezensent die ersten zwei Longplayer des Griechischen Multitalents verabsäumte, ja eigentlich erst kürzlich zu dieser Truppe stieß, zeigt einmal mehr auf, dass man unmöglich alles kennen kann.
Dieses Opus vereint Black-, Folk- und Heavy Metal auf besondere Art und Weise. So facettenreich und imposant das Interieur ist, so versiert präsentiert sich das eigentliche Songwriting am jounalistischen Prüfstand. Da passt der fast durchgängige Kinderchor in
"The Blind Eye Of Antichrist" genauso ins künstlerische Gesamtbild wie der weiche Groove in
"3am". Zwischenzeitliche Blastbeat-Parts zieren im Weiteren das archaische
"I, Totem", während ein dezenter Gothic-Schleier über
"Blessed Be He Who Enters" schwebt. Melodien und Chöre gibt es auf
"Gone With The Devil" nicht wenige, dabei sei mal eigens erwähnt, dass alle Arrangements selten so ideal abgestimmt wurden wie auf diesem kleinen Meisterwerk. Hinzu gesellt sich ein mystisches Flair nebst der martialischen Grundstimmung, wodurch die Atmosphäre durchgehend fesselnd bleibt. In dieser Sparte sind die Metal-verrückten Hellenen ja ohnehin Granden ihres Fachs. Wobei streng genommen die beachtliche/variable Gesangsleistung von einem Russen stammt. Rustam.Shakirzianov soll laut Recherchen seine Recordings in seiner Wahlheimat Irland aufgenommen haben.
Eingehüllt in einer satt-betörenden Klangwolke (sprich Mix), die gleichermaßen organisch und differenziert klingt, wird diese Scheibe einige Bestenlisten am Jahresende aufmischen. Dank des renommierten Metal Blade Labels sollte einem weiteren Popularitätsschub für
Yoth Iria nichts im Weg stehen.
"Gone With The Devil" verkörpert ein Album, das etliche - sei es musikalisch oder inhaltlich - Inspirationen auf einen Nenner hievt und sämtliche Grenzen verschwimmen lässt um am Ende völlig homogen zu wirken. Kurz gesagt - verdammt reife Leistung eines südeuropäischen Ausnahmekollektivs!