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8.5
Mit "Boom Bang Goodbye" schlägt Mat Sinner nach mehr als vier Jahrzehnten das letzte Kapitel einer der prägenden deutschen Hard-Rock-Institutionen auf. Was ursprünglich gar nicht geplant war, entwickelte sich nach und nach zu einem würdigen Abschied. Nach seinen gesundheitlich schwierigen Jahren wollte sich Mat Sinner eigentlich stärker auf PRIMAL FEAR konzentrieren und insgesamt etwas kürzertreten. Doch aus ersten Songideen entstanden gemeinsam mit Gitarrist Alex Scholpp immer mehr neue Stücke, die laut Mat schlicht zu schade für die Schublade waren. Also fiel die Entscheidung, SINNER noch ein letztes Mal ins Studio zu schicken.
Für diesen Abschied versammelte der Bassist und Sänger zahlreiche Weggefährten und Freunde um sich. Gemeinsam mit Alex Scholpp (Gitarre), Moritz Müller (Schlagzeug) und Lisa Müller (Keyboards) bildet er den Kern der Band, während Jim Müller, Mathias „Don“ Dieth und Magnus Karlsson weitere Gitarren beisteuerten. Auch bei den Gesangsparts setzte Mat Sinner bewusst auf Musiker, mit denen ihn oftmals jahrzehntelange Freundschaften verbinden. Ronnie Romero, Björn „Speed“ Strid, Michael Bormann, Michael Sadler, Erik Mårtensson, Renan Zonta, Sascha Krebs und Magnus Karlsson verleihen den einzelnen Songs ihre ganz persönliche Note, ohne dass "Boom Bang Goodbye" seinen roten Faden verliert. SINNER - "Leave It All Behind" (Official Music Video) Im Gespräch erzählte mir Mat außerdem, dass die Songs bereits vollständig geschrieben waren, bevor überhaupt über die Besetzung der einzelnen Gesangsparts nachgedacht wurde. Erst anschließend entschied er gemeinsam mit Alex Scholpp, welche Stimme am besten zu welchem Song passt. Besonders bewegt zeigte sich Mat von Michael Sadlers Interpretation von "Turn The Page". Für ihn singt der SAGA-Frontmann den Song mit einer Intensität, als wäre es seine eigene Geschichte. Genau das spiegelt sich auch auf dem Album wider. Der Opener "Dreams Can Come True" gibt die emotionale Richtung der Platte vor und handelt von Hoffnung, Durchhaltewillen und dem Festhalten an Träumen trotz Rückschlägen. Mit "Wait" und "Leave It All Behind" bekommen zwei sehr persönliche Songs ihren Platz auf "Boom Bang Goodbye", die neben ihren starken Texten auch knackige Soli liefern, schnell mitsingbar sind und unter die Haut gehen. Auch in "All Night Long" ist Ronnie Romero zu hören, den ich mindestens genauso feiere wie Björn „Speed“ Strid im hymnischen Rocker "Are You Ready". Nach "Born To Run" verlassen SINNER die ruhigere Schiene und begeben sich in deutlich wuchtigere Regionen, denn "Hellbreaker" gehört definitiv zu den stärksten und eingängigsten Songs des Albums. Melodic Rock liefern die Deutschen im emotionalen "Turn The Page", während bei den griffig-riffigen "Road To Remember" und "Under The Moonlight" fleißig das Haupthaar fliegen darf. Den Schlusspunkt setzt "Power", das innere Kämpfe und den Versuch thematisiert, trotz Angst, Schmerz und Isolation wieder Stärke zu finden und weiterzukämpfen. Bemerkenswert ist vor allem, wie ehrlich "Boom Bang Goodbye" geworden ist. Mat Sinner wollte bewusst keine oberflächlichen Geschichten erzählen, sondern die Erfahrungen der vergangenen Jahre verarbeiten. Jeder Song besitzt seine eigene Geschichte und lässt sich auf unterschiedliche Lebenssituationen übertragen. Gerade diese Authentizität macht das Album so greifbar und verleiht dem vermeintlichen Abschied zusätzliche Tiefe. SINNER - "Wait" (Official Music Video) Mit "Boom Bang Goodbye" verabschieden sich SINNER nicht leise, sondern mit einem Album, das noch einmal eindrucksvoll zeigt, warum die Band über Jahrzehnte zur deutschen Hard-Rock-Spitze gehörte. Große Melodien, starke Hooks, hochkarätige Gäste und jede Menge Leidenschaft machen diese Platte zu einem würdigen Abschied – einem finalen Ausrufezeichen einer Hard-Rock-Institution. Und wer weiß: Sollte die Resonanz entsprechend ausfallen, schließt Mat Sinner einige ausgewählte Abschiedskonzerte ausdrücklich nicht aus. Ganz verstummen dürfte der Name SINNER also vielleicht doch noch nicht. Trackliste
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20.07.2026: Boom Bang Goodbye als letzter Gruß |
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