Durchwegs ansehnlich blieben mir die Belgier
Cyclone im Gedächtnis. In den späten Neunzigern, als des Schreibers Sammelwut während der Plattenbörsen am intensivsten war, ging deren Debüt
"Brutal Destruction" (1986) - auf Vinyl versteht sich - ins Fangnetz. Das zweite und letzte Album (
"Inferior To None") erschien 1990. Jenes gelangte zwar nie zu meinen Lauschern, erhielt dazumal aber immerhin ähnlich gute Kritiken wie der besagte Erstling.
Sage und schreibe sechsunddreißig Jahre später melden sich die Herrschaften tatsächlich mit neuem Lärm zurück. Einziges Originalmitglied ist Shouter Guido Gevels, der eine relativ juvenile Mannschaft im Laufe der Zeit um sich scharte, womit das Kapitel
Cyclone 2.0 ins Leben gerufen wurde. Deren Thrash riecht auf dieser 5-Track-E.P. derart nach Oldschool-Attitüde, dass es beinahe wehtut. Je nach Betrachtung ist das entweder löblich - oder eben - eh schon wissen. Strukturell und handwerklich zeigt sich
"Known Unto God" überaus annehmbar, schön aggressiv, schnörkellos, rifforientiert; geht es aber weiters um Originalität oder gar um spezielle Momente, hält sich die Begeisterung wiederum in Grenzen. Heißt letztlich so viel wie: live dürfte bei
Cyclone wahrscheinlich die Post abgehen, für eine vernünftige Halbwertszeit fehlen
"Known Unto God" jedoch die fetten Köder, zudem Gevel's monotoner Gesang an ein paar Stellen Luft nach oben hat. Leidenschaftliche Thrasher, die sich im chronischen Nimmersatt-Modus die Birne abschädeln wollen (hatte da auch mal so eine Phase vor sehr langer Zeit!), könnten fündig werden. Ein Full-length-Album soll sich angeblich im Arbeitsprozess befinden.