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Europe - Come This Madness (CD)
Label: Silver Lining
VÖ: 25.09.2026
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Art: Review
DarksceneTom
DarksceneTom
(3241 Reviews)
9.5
Neun lange Jahre haben wir nun auf das mittlerweile 12. Europe-Album warten müssen. Angesichts der großartigen, teils gar makellosen Alter-Ego Meisterstücke, die Sir Tempest, Mr. Norum und Co. zwischen 2006 und 2017 erschaffen haben und die mich seither einfach nicht loslassen, neun viel zu lange Jahre.
Nie war ich ein größerer Fan der Schweden, als in den letzten zwei Dekaden.
Nie waren die Schweden souveräner, selbstsicherer.
Nie waren sie besser.


Europe spielen spätestens seit "Last Look At Eden" in einer vollkommen eigenen Liga, haben mit "War Of Kings" (zum 10-Punkte Review) eines "der", wenn nicht sogar "das" vielleicht beste Hard Rock Album der letzten Dekade veröffentlicht und "Come This Madness" erfüllt nun gottlob auch alle riesigen Erwartungen und untermauert die Alleinstellung, die Europe mittlerweile inne haben! Es reiht sich in die Top-3 der Europe-Discographie und allein das ist Grund genug es zu huldigen.

Europe sind wie guter Rotwein. Der wird im Gegensatz zu billigen Trendtropfen und Discountern auch nie schlechter. Er wird reifer, etwas schwerer, aber immer mächtiger, immer souveräner und immer besser. Zumindest für jene, die ihn verstehen und so ist es auch bei den Schweden. Die Stadion-Europe der 80er zu mögen war angesichts der zuckersüßen Melodien, der grandiosen Hooks, treffsicheren Refrains und der unfassbaren Hitdichte nicht schwierig. Seit dem Comeback sind Europe aber tiefgängiger, erdiger, emotionaler, erwachsener, reifer und in meinen Augen noch viel besser, als in ihrer Blüte. Die "reifen" Europe zu mögen und genießen zu können zeugt wahrlich von Qualitätsbewusstsein und wer das nicht kann, der soll es bitte auch bleiben lassen.

Bei Europe ist es eben wie beim guten Rotwein. Finger weg, wer es nicht versteht und unwürdig ist! Zur dieser Wahrheit gehört auch, dass Joey Tempest immer "noch" besser wird. Seine Stimme klingt immer "noch" reifer, noch kraftvoller. Sie ist magisch und einfach nur traumhaft gut.
Europe gehen in ihrer Best-Age nicht nur ins Ohr, sie gehen tief unter die Haut.

"One on One" ist ein genialer, ein mächtiger Opener. Die erste Single dieses Meisterstücks, das in erdigem Hard Rock Groove und bluesigem Unterton mit dezenter Orchestrierung und Überrefrain wieder von Beginn an überzeugt. So gut sind Europe und sie halten das Niveau bis zum Ende konstant am Limit. Das coole "The Cult Of Ignorance" mit seinem lässigen Groove und der hymnische Titeltrack mit seinem epischen Stadionrefrain sind astreine Edeltropfen. Daran gibt es keinen Zweifel. Kitschfrei und großartig. "This Time Of Year" ist der Inbegriff einer unkitschigen, tief unter die Haut gehenden Weltklasse-Rock-Ballade. Immer leicht bluesig, mit einem superben Jon Norum Solo, herrlicher Keyboards und einem emotionalen Tempest, der einen ähnlich wie einst beim unfassbar schönen "Angels (with broken hearts)" beinahe zu Tränen rührt.



Dieses Album ist ein Statement für die absolute Oberliga und es ist nicht nur souverän, klasse und voll von Hits, es ist zum Niederknien schön. Es geht genau so weiter: "In A Different World" ist wieder so ein unverkennbarer, unfassbar guter Europe-2.0 Song. Unaufdringlich, kantig und dennoch emotional und schön und genau deshalb so grandios und beständig. Das gilt auch für das orchestral angehauchte und knackig nach vorne treibende "Scandinavian Eyes" mit seinem epischen Refrain.

"Come This Madness" steuert spätestens beim dritten Durchlauf zur Höchstnote hin. Die Produktion ist superb, nicht mehr ganz so trocken wie bei "Walk The Earth" und jeder einzelne Songs ist ein purer Genuss. "Takin‘ It Back" erinnert in seiner unbeschwerten und lockeren Gangart zeitgemäß und würdevoll an die späten 80er Jahre, das nachdenklich schöne "In Absence Of Grace" ist in seiner epischen Theatralik ein wundervoller Übergang zum düster cineastischen "The Angels Must Have Flown" mit seinem herrlichen Aufbau. Genau so klingen Europe seit "Last Look At Eden" (zum Review) immer wieder und genau das macht sie in ihrer "zweiten Phase" einfach so großartig und unerreicht.

Gegen Ende lassen die Schweden mit dem lässigen "The Devil’s Back" und dem lässig rockenden, wunderschönen "Nothing Can Follow This" dann aber auch schon gar nichts mehr anbrennen. Ganz im Gegenteil. Sie beschließen das Album mit zwei absoluten Übersongs, die von Durchlauf zu Durchlauf besser werden!



Es ist vollbracht und das Warten hat sich mehr als gelohnt. "Come This Madness" ist makellos und schlicht perfekt und wer das nicht begreift, der hat nicht richtig hingehört, oder soll weiter beim Discounter einkaufen.. Europe sind spätestens seit "Secret Society" (zum Review) wohl besser als je zuvor und mit diesem wundervollen Album haben sie ein weiteres Meisterstück für die Ewigkeit und alle ihre Fans erschaffen. Europe# sind und bleiben zudem beinahe die einzige 80er Jahre Stadion-Größe, die es geschafft hat, vom hitverdächtigen Haarspray-Sound in eine noch größere, noch bessere und einfach unfassbar selbstsicher gute Phase überzugehen.

"Come This Madness" steht auf einer Stufe mit "War Of Kings" und in in seiner Dichte sogar noch vor "Last Look At Eden" und wer mich kennt, der weiß, dass dieses beiden Album seit Jahren nicht aus meinem Leben wegzudenken sind. Weil es zwei zeitlose Meisterwerke zeitgenössischen, erwachsenen und reifen Hard Rocks sind und genau dieses Prädikat gilt auch für "Come This Madness"! und das einzige Manko dieser Platte ist, dass sie nach zehn Songs vorbei ist.

Europe sind besser denn je. Sie sind und sie klingen skandalfrei, reif, unpeinlich, erwachsen und einfach nur großartig. Europe sind zurecht derart von ihrer Klasse, ihrem Songwriting und ihrer vollkommen unverkennbar klingenden Kunst überzeugt, dass sie alle anderen Hard Rock und Glam-Bands der 80er mittlerweile Meilen hinter sich gelassen haben!
Großartig, Weltklasse! Album des Jahres!


 
Trackliste
  1. One On One
  2. The Cult Of Ignorance
  3. Come This Madness
  4. This Time Of Year
  5. In A Different World
  6. Scandinavian Eyes
  1. Takin It Back
  2. In The Absence Of Grace
  3. The Angels Must Have Flown
  4. The Devil’s Back
  5. Nothing Can Follow This
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