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Cover  
Artillery - My Blood (CD)
Label: Metal Mind Productions
VÖ: 01.04.2011
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Art: Review
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Professor Röar
Professor Röar
(123 Reviews)
7.0
Groß ist die Begeisterung unter Old-Schoolern immer dann, wenn alte Helden ihre müden Hintern wieder mal hochbewegen und sich lautstark und musiktechnisch gewaltiger denn je zurückmelden. So geschehen vor 2 Jahren, als die Dänen Artillery, ein wahres Urgestein der europäischen Thrash-Szene und in den 80ern hochgelobt für ihren technisch anspruchsvollen, oftmals an Metallica erinnernden High-Speed-Melodic-Thrash, mit dem fantastischen "When Death Comes" ein wahrlich erhabenes Comeback lieferten, das trotz des Wegganges von Sänger Flemming Ronsdorf besser nicht hätte ausfallen können.

Natürlich lastete auf den umtriebigen Dänen dadurch ein enormer Erfolgsdruck, dem, soviel gleich vorweg, der aktuelle Longplayer "My Blood" nicht ganz gerecht werden konnte. Zwar kredenzen die Stützer-Brüder Morten und Michael samt Gefolge wieder mal absolut eigenständigen und keinesfalls altbackenen Thrash, der sowohl durch hohe Geschwindigkeit und Härte einerseits als auch Melodie und Hooklines andererseits bestechen kann. Doch trotz aller technischen Feinheiten scheint es, als hätten Artillery ihr Pulver inzwischen verschossen. Denn nach dem zugegebenermaßen grandiosen Opener "Mi Sangre", der mit Artillery-typischen orientalischen Melodien gespickt ist, geht dem Album langsam aber sicher die Luft aus – und das trotz abwechslungsreichen Songmaterials, das bei der großartigen Halbballade "Ain't Giving In" sogar mit ruhigeren Klängen aufwarten kann. Kaum einer der restlichen Songs ist trotz der unabstreitbaren Klasse der Band jedoch in der Lage, so richtig zu begeistern und sich in den Gehirnwendungen der Hörer festzukrallen. Mit dem sowohl musikalisch als auch textlich mehr als peinlichen "Thrasher" erreichen Artillery gar Tiefen, die man der Band niemals zugetraut hätte. Tiefen jedoch, die das restliche Songmaterial aufgrund seiner unzweifelhaften hohen technischen Qualität schnell vergessen macht, denn immerhin wissen Artillery noch genug tolle Riffs und Gitarrenläufe aus dem Ärmel zu schütteln, um das Album vor der absoluten Durchschnittlichkeit zu retten. 99% aller Newcomerbands würden für ein solches Album dem Metal-God in ewiger Dankbarkeit die Füße lecken, im Falle Artillery muss sich "My Blood" aber leider mit Großtaten wie dem Klassiker "By Inheritance" (1990) und "When Death Comes" messen und zieht dabei unweigerlich den Kürzeren.

Dem Professor wäre "My Blood" eigentlich 8 von 10 möglichen Bluttransfusionen wert, die Artillery hoffentlich wieder die nötige Energie und Vitalität zurückbringen werden, damit sich die Stützer-Brüder nach diesem Album nicht dank fortschreitender Blutleere in der Metal-technischen Intensivstation wiederfinden. Für akute lyrische Darmobstipation der Marke "Raise your hands – Thrasher – Bang your head – Thrasher – Scream it out … It goes round and round – get into the pit – it goes round and round – get into the shit" gebürt dem eigentlich überaus überzeugenden Vokalisten Soren Adamsen jedoch das dunkelbraune Glen Benton-Prosa-Laxativ, mit dem sich so manche hartnäckige textliche Fäkalansammlung leicht ausscheiden lassen sollte. Auf jeden Fall gute Besserung!

Trackliste
  1. Mi Sangre (The Blood Song)
  2. Monster
  3. Dark Days
  4. Death Is An Illusion
  5. Ain´t Giving In
  6. Prelude To Madness
  1. Thrasher
  2. Warrior Blood
  3. Concealed In The Dark
  4. End Of Eternity
  5. The Great
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