Produziert von Bas Maas und co-produziert von Maggy Luyten, steckt das Album voller Energie, Groove und Liebe zum zeitlosen Hard Rock. Zeit, mit der Band über die Entstehung von
ROCK JUSTICE, die Arbeiten an
"You've Been Served" und die Zukunftspläne zu sprechen.
DarkScene: Hi Maggy! Herzlichen Glückwunsch zur Veröffentlichung von "You've Been Served". Wie geht es dir im Moment und wie sind die bisherigen Reaktionen auf das Album?
Maggy Luyten: Hey Tobias, danke! Schön, hier zu sein. Es ist wirklich großartig, Teil der allgemeinen Begeisterung rund um ROCK JUSTICE zu sein!
DarkScene: ROCK JUSTICE ist zwar eine neue Band, aber alle Beteiligten bringen bereits jahrelange Erfahrung aus anderen Projekten mit. Wann entstand die Idee zu ROCK JUSTICE und warum war genau jetzt der richtige Zeitpunkt, dieses Projekt ins Leben zu rufen?
Maggy Luyten: Die Idee entstand, als Bas noch bei AFTER FOREVER spielte und dort nicht wirklich die Möglichkeit bekam, sich am Songwriting zu beteiligen. Er hatte bereits einige Songs geschrieben, die es nicht auf ein Album schafften, und erkannte, dass er seine Musik selbst – oder zumindest gemeinsam mit anderen – veröffentlichen musste.
Kennengelernt haben wir uns bei einer Albumpräsentation von AYREON in Utrecht. Ich bat Bas, mir seine Musik zu schicken, und war sofort inspiriert. Als er später vorbeikam, um sich anzuhören, was ich daraus gemacht hatte, wussten wir beide sofort, dass daraus etwas Besonderes entstehen könnte. Ich sehe ihn heute noch vor mir, wie er nach Hause fährt: Fenster heruntergekurbelt, unser Demo laut aufgedreht, den Arm aus dem Fenster gestreckt, die Pommesgabel in der Luft und ein riesiges Grinsen im Gesicht!

DarkScene: Du hast einmal beschrieben, dass sich Bas' Riffs wie eine Autobahn für deine Stimme anfühlen. Was macht eure kreative Zusammenarbeit so besonders?
Maggy Luyten: Wir verstehen uns einfach hervorragend und haben großen Respekt voreinander. Unsere Arbeitsweise und unser musikalisches Verständnis passen perfekt zusammen. Seine Musik wirkt ehrlich, organisch und direkt. Keine endlosen Breaks oder unnötigen Gitarrenparts und auch nicht der Versuch, den Gitarrenhelden zu spielen, nur um andere zu beeindrucken. Er hat ein großartiges Gespür dafür und komponiert hörbar mit den Vocals im Hinterkopf. Dadurch schafft er Raum und Dynamik für den Gesang. Außerdem glaube ich, dass uns unsere Erfahrungen aus früheren Bands helfen. Dadurch läuft unsere Zusammenarbeit sehr entspannt und effizient ab.
DarkScene: Das Album feiert ganz offensichtlich den Geist des klassischen Rock und Hard Rock. Welche Künstler oder Alben aus den 70er- und 80er-Jahren hatten den größten Einfluss auf "You've Been Served"?
Maggy Luyten: Wir haben beide so unglaublich viel Musik verschlungen, dass es fast unfair wäre, nur ein paar Künstler zu nennen. Deshalb würde ich eher sagen, dass uns vor allem Musiker beeinflussen, die Persönlichkeit, Authentizität und die Fähigkeit besitzen, eine positive Botschaft zu vermitteln. Wenn ich trotzdem zwei Namen nennen soll, dann wären das Ronnie James Dio und Lemmy Kilmister.
DarkScene: Wenn ich Songs wie "My Worst Enemy", "You Know Better" oder "Shape Up Or Ship Out" höre, habe ich das Gefühl, dass ihr euch ganz bewusst auf starke Hooks und eingängiges Songwriting konzentriert habt, anstatt unnötig kompliziert zu werden. War das von Anfang an so geplant?
Maggy Luyten: Eigentlich nicht. Aber wie ich schon gesagt habe: Bas schreibt seine Songs ehrlich und geradlinig, ohne bewusst nach unnötiger Komplexität zu suchen.
ROCK JUSTICE - "Rocker's Confession" (Official Music Video)
DarkScene: Deine Stimme gehört zu den prägenden Elementen des Albums. Wie gehst du als Sängerin an einen neuen Song heran und was ist dir bei der Interpretation der Texte besonders wichtig?
Maggy Luyten: Das Wichtigste ist für mich, eine Geschichte zu erzählen, die über bloße Worte hinausgeht. Ich möchte eine emotionale Verbindung zur Botschaft, zu den Klängen, zur Melodie, zur Dynamik und zum Groove herstellen, den die Musik in mir auslöst. Bei diesem Album hatte ich außerdem immer im Hinterkopf, dass wir diese Songs später live spielen und gemeinsam mit dem Publikum erleben möchten. All diese Elemente beeinflussen, wie meine Stimme auf die Musik reagiert – genau diesen Klang möchte ich erreichen.
DarkScene: Mit "I Just Wanna Make Love To You" habt ihr außerdem einen Klassiker von Willie Dixon neu interpretiert. Warum fiel die Wahl ausgerechnet auf diesen Song und weshalb passt er so gut zum Sound von ROCK JUSTICE?
Maggy Luyten: Bas war es, der mir diesen Song vorgeschlagen hat. Für mich war er wahrscheinlich die größte Herausforderung des gesamten Albums, was die Interpretation betrifft. Diese Lyrics auf einen so langsamen Riff zu legen, ist – entgegen dem, was man vielleicht vermuten würde – gar nicht so einfach. Sowohl für die Sängerin als auch für die Hörer kann das schnell eintönig wirken.
Deshalb habe ich viel Zeit investiert, um die Intention des Songs zu verstehen und unterschiedliche Möglichkeiten bei der Interpretation einzelner Töne zu finden, ohne das Original zu verändern. Ich bin wirklich stolz auf das Ergebnis und freue mich schon sehr darauf, den Song – genau wie die anderen Stücke – live zu spielen.
DarkScene: Eines der wiederkehrenden Themen auf dem Album scheinen Optimismus, Selbstvertrauen und die Freude am Leben zu sein. War es euch wichtig, ein Album zu schaffen, das den Menschen für eine Weile die Sorgen des Alltags vergessen lässt?
Maggy Luyten: Für uns beginnt das damit, uns selbst nicht zu ernst zu nehmen. Wir wollen einfach Spaß haben! Wenn unsere Musik genau dieses Gefühl nach draußen tragen kann, dann gewinnen am Ende wir alle gemeinsam!
DarkScene: "Chicks Can't Rock" ist sicherlich ein Songtitel, der sofort Aufmerksamkeit erregt. Wie entstand die Idee zu diesem Stück und welche Botschaft möchtet ihr damit vermitteln?
Maggy Luyten: Alles begann mit einem Scherz. Ich erinnere mich noch gut daran, wie Bas mit diesem Titel um die Ecke kam. Das inspirierte mich dazu, über all jene von uns zu schreiben, die einmal in viel zu engen Prinzessinnenkleidern feststeckten – auch wenn das nur im übertragenen Sinne war –, bis wir es irgendwann leid waren, wie Puppen auszusehen, und durch die Kraft des Rock ’n’ Roll unser wahres Ich zum Vorschein brachten!
DarkScene: Der Abschlusssong "First In Line" entstand gemeinsam mit niemand Geringerem als DORO PESCH. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande und wie war es für dich, mit einer der prägendsten Stimmen des Heavy Metal zu arbeiten?
Maggy Luyten: Über das Duett hinaus verstärkt die Botschaft von "First In Line" durch eine Ikone wie Doro Pesch an unserer Seite ihre Symbolkraft noch einmal zusätzlich. Sie ist nicht nur eine lebende Legende und verkörpert den Metal wie kaum jemand anderes, sondern sie kannte auch „unsere Väter“. Für mich ist diese Zusammenarbeit eine Bestätigung meines bisherigen Weges, ein Geschenk des Universums – eine Art Magie, die man nicht erklären, sondern einfach erleben muss. Ich hoffe, dass dieser verbindende Song möglichst viele Menschen berührt!
ROCK JUSTICE - "You Know Better" (official music video)
DarkScene: Obwohl ROCK JUSTICE gerade erst begonnen haben, klingt euer Debüt bereits wie das Werk einer Band mit einer klaren Identität. Wo seht ihr das größte Entwicklungspotenzial für die Zukunft?
Maggy Luyten: Definitiv auf der Bühne. Genau dort gehört unsere Musik hin.
DarkScene: Wie sehen die Pläne für ROCK JUSTICE nach der Veröffentlichung von "You've Been Served" aus? Sind bereits Konzerte, Festivals oder vielleicht sogar ein zweites Album geplant?
Maggy Luyten: Unser Ziel sind Live-Auftritte im Jahr 2027. Bis dahin werden wir weiter an neuen Songs arbeiten – ganz ohne Druck und ohne große Versprechen, sondern mit kreativer Freude und einem natürlichen Arbeitsfluss.
ROCK JUSTICE - "First In Line" (Official Music Video) feat. DORO PESCH
DarkScene: Bevor wir zum Ende kommen: Haben wir aus deiner Sicht alles Wichtige angesprochen oder gibt es noch etwas, das du unseren Leserinnen und Lesern mit auf den Weg geben möchtest?
Maggy Luyten: Ich möchte unbedingt erwähnen, dass unser starkes Team ohne Luca Princiotta nicht komplett wäre. Er hat unseren Sound mit seinem Mixing und Mastering entscheidend geprägt. Ebenso möchte ich Khriztian Leon danken, der das Artwork gestaltet und Lady RJ zum Leben erweckt hat. Ein großes Dankeschön geht auch an Markus Wosgien von Fireflash Records, der den alten Geist einer echten Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Label wieder aufleben lässt. Und natürlich danke ich all den großartigen Menschen um uns herum, die uns auf unserem Weg unterstützen, beraten und inspirieren.
DarkScene: Vielen Dank für deine Zeit und deine ehrlichen Antworten! Die letzten Worte gehören natürlich dir.
Maggy Luyten: Vielen Dank! Und danke an alle Leserinnen und Leser, die sich die Zeit nehmen, neue Musik von echten Menschen zu entdecken, anzuhören und zu unterstützen. Gemeinsam sind wir stark – lasst uns die Magie am Leben erhalten!
Grafik: Promo