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Cover  
Manilla Road - Mystification (CD)
Label: Black Dragon Records
VÖ: 1987
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Art: Classic
Bruder Cle
Bruder Cle
(178 Reviews)
Als "Mystification" 1987 erscheint, sind Manilla Road für eine Schar eingefleischter Metalfans bereits Götter. Es sind genau die Fans die auch Heavy Load, Warlord, Cirith Ungol und ähnlich obskure Truppen verehren und der völlig untrendigen Mischung aus Hippiezitaten (Jimi Hendrix & Co lassen grüssen), altem Hardrock und neueren Einflüssen rettungslos verfallen sind. Epic Metal ist als Stilrichtung nicht mehr als ein oft belächeltes Phänomen, denn anno 1987 regieren Slayer, Metallica & Co. das Geschehen und der Thrash Metal steht in voller Blüte.

Auch an dem Trio aus Wichita geht dieser Trend nicht ganz vorbei und so sind zum ersten Mal auch richtig schnelle, fast thrashige Akkorde zu hören. "Up From The Crypt" heißt die Abrissbirne, die das Album eröffnet. Doch Manilla Road sind nicht umsonst eine Legende und so verleiht Bandleader Mark „The Shark“ Shelton dem Stück einen unvergleichlichen Celtic Frost-Touch, der jedem Fan der Band noch heute einen Schauer der Verzückung über den Rücken jagt. Unfassbar wie genial Mark hier gnadenlose Härte, unterstrichen von einer wie immer rauen, völlig unkommerziellen Produktion, mit genialen Melodiebögen verbindet. Auch stimmlich geht er hörbar ans Limit. Keine Kompromisse! Die Edgar Allan Poe-Hommage "Haunted Palace" markiert den nächsten Höhepunkt. Gerade der magische, beschwörende Refrain versetzt den Hörer fast in Trance und harmoniert perfekt mit dem abgedrehten, oft sogar an Bands wie Hellhammer erinnernden, Gitarrensound. Mit "Spirits Of The Dead" ertönen dann ruhigere Klänge und nehmen mich sofort gefangen. Der Spannungsaufbau des Stückes ist grandios und kumuliert in einem geflüsterten Refrain, bevor Mark seine Gitarre von der Leine lässt und ein Feuerwerk an Riffs und Soli entfacht. Sicher einer der besten Songs, die Manilla Road jemals geschrieben haben. Doch damit ist das Pulver noch lange nicht verschossen, denn mit dem ausladenden Titelstück, dem Kracher "Masque Of The Red Death" (wieder eine Verneigung von Edgar Allan Poe) und der supereingängigen, schnellen Livegranate "Death By The Hammer" sind noch drei Kugeln im Lauf, die absolut tödlich sind. Nur auf "Crystal Logic" ist die Hitdichte ähnlich hoch! Und mit "Dragon Star" folgt sogar noch ein weiterer Höhepunkt, der auch noch mit einem der schönsten Soli der Bandgeschichte überhaupt aufwarten kann. Gerade hier hört man einmal mehr, was für ein völlig unterbewerteter Gitarrist Mark Shelton ist.

Viele mögen "Crystal Logic" (zum Classic Review) oder "Open The Gates" in der Banddiskographie den Vorzug geben, aber mein persönlicher Favorit ist und bleibt "Mystification". Auf diesem Album, welches den Höhepunkt der mittleren Bandphase markiert, haben Manilla Road nicht nur ihren ureigenen Stil schon längst perfektioniert, sondern auch noch um einige härtere Zitate erweitert, was der Band gut zu Gesicht steht. Unglaublich harte Gitarrensounds gepaart mit tollen Melodiebögen, eingängigen Refrains, fantastischen Soli und einem Songwriting, das vor Dynamik nur so strotzt.
Kurzum: ein Meisterwerk obskuren, kauzigen Epic Metals.

Trackliste
  1. Haunted Palace
  2. Spirits of the Dead
  3. Valley of Unrest
  4. Mystification
  5. Masque of the Red Death
  1. Up from the Crypt
  2. Children of the Night 0
  3. Dragon Star
  4. Death by the Hammer
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