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Amon Amarth - The Allfather Awakens (CD)
Label: Metal Blade Records
VÖ: 01.10.2026
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Art: Review
DarksceneTom
DarksceneTom
(3242 Reviews)
8.5
Quo-Vadis Amon Amarth?

Wohin wird die Reise denn nun wirklich gehen? Bleiben die sympathischen Schweden weiterhin eine ernstzunehmende Death Metal Band mit starken Melodien, fetten Grooves und dem massiven Viking-Hammer, der zwar der ein oder andere plattere Stadionsong für Wacken-Deppen auskommt, die aber sonst einfach nur fett und gut abliefert? Oder werden die Schweden, deren Werdegang bis vor einigen Jahren beinahe makellos war, endgültig zur Ballermann-Death-Metal Kombo für minderbemittelte W:O:A-Meddlheads? Die letzten beiden Alben waren jedenfalls für Nix. "The Great Heathen Army" und "Berserker" waren weitgehend platt, blutleer und bis auf zwei, drei gute Songs hat hier nichts überlebt.

Das plakative und wenig ruhmreiche "The Allfather Awakens" Artwork lässt zwar kurz Schlimmes vermuten, der Inhalt der mittlerweile 13. Amon Amarth schafft es dann aber "endlich" wieder zu überzeugen und sowohl die alten, wie auch neue Fans zu einen. Auch das muss man können. Alle Songs sind treffsicher und weit überm Durchschnitt. Manche (diesmal zum Glück nur sehr wenige) sind zwar nach einer Formel erschaffen, die eben auch den Wacken-Trottel mitnimmt, schlecht oder plump ist diesmal aber gar nichts und blöde Gastbeiträge bleiben auch aus. Vielmehr kann man sich das ganze Album richtig gut anhören und insbesondere im kurzweiligen Albumkontext der zehn Song in knapp 45 Minuten drückt die Scheibe richtig brachial ab, weil Amon Amarth einige wirklich amtliche Bretter abholzen und das Album irgendwie alle Phasen der Karriere ab "Versus The World" streift und wie eine kleine Best-Of klingt.

Dieses Mini-Comeback sei vergönnt, denn Amaon Amarth haben ihr Leben lang ehrlich, hart und konstant für ihren Status gearbeitet. Nebst einigen auf Ewig relevanten, überragenden Alben und unumstrittenen Death Metal Songs für die Ewigkeit, haben sie sich ihren Ausnahmestatus durch unermüdliches Touren, jahrzehntelange, ehrliche Arbeit und packendes und wegweisendes Songwriting verdient. Dass sie nun nach Jahren der fehlenden Energie und Kreativität immer noch in der Lage sind, amtlich zu liefern, zeigen sie gleich zu Beginn.

"Gjallahorn" ist verdammt stark und treibt mit fetten Rhythmen und saftiger Propellerbangmelodie. Ein top Opener, ein Knaller gleich zu Beginn. Auffällig ist diesmal die wirklich starke Jakob Hansen Produktion, die einerseits den typischen Amon Amarth-Sound fördert, aber auch modern und filigran klingt. Da machen auch die fetten Viking-Männerchöre eine richtig gute Figur. "Gjallahorn" ist der richtige Opener zur richtigen Zeit und schon jetzt eine Hymne, die Death und Heavy Metal Fans gleichermaßen mitnehmen wird!

Das gilt dann auch für "Eight Legs Of Thunder", wobei mir hier die Grenze zum melodisch Banalen, wie auch beim später folgenden "We Rule The Waves" trotz aller Treffsicherheit, etwas zu dünn ist. Das kann man aber locker verzeihen. Einerseits sind diese Songs dennoch gut und nie so platt, wie zuletzt und vor Allem, wird dazwischen richtig hart und knackig geliefert. "Kvasir’s Blood" ist von Beginn an ein Manifest. Hier wird das ganz tiefgelegte Riff aufgefahren, um einem brummenden und keifenden Johann Hegg zum Tier und Amon Amarth zur maximalen Death Metal Druckwelle mit Hitfaktor zu machen. Überragend, definitiv einer der besten Amon Amarth-Songs der letzten Dekade und schon jetzt ein amtlicher Livehit!



Amon Amarth klingen absolut treffsicher und mitreißend und "The Allfather Awakens" ertönt endlich wieder so, wie Amon Amarth leider viel zu lange nicht mehr geklungen haben. Von der netten Lagerfeuerballade "Uphalf" und dem hymnischen "Raven God" mal abgesehen, liefern Hegg und Mannen zum Ende auf der b-side mit dem bretthart treibenden Kriegsgebet "Die With A War Cry", dem absolut geilen Death Metal Banger des Titelsongs , dem hitverdächtig harten "Oden’s hunt" und dem abschließenden Viking-Death-Epic "Ascending Link An Eagle" mehr als würdig und heroisch groß ab. Gerade dieer Abschluss mit seinen herrlichen Gitarren, den keifenden Vocals und der übermannenden Urgewalt ist ein Viking Death Metal Epos, wie es eben nur Amon Amarth erschaffen können und wie es den Schweden einst auf "Versus The World" zum Durchbruch geholfen hat.
Chapeau!



Diese überwältigende b-side und das hemmungslos starke Finale krönen "The Allfather Awakens" zu einem superben Album, das vier gute und nicht weniger als sechs absolute Topsongs zu bieten hat! Natürlich werden Amon Amarth nie wieder an ihren überragenden Jahrhundert-Drippelpack, an die Referenzwerken "With Oden On Our Side" (zum Review), "Versus The World" und "Twilight Of The Thundergod" (zum Review) anschließen! Das geht anderen großen Bands aber auch nicht anders.
Die Stärke und Wucht, mit der die Schweden diesmal aber endlich wieder ins Rennen gehen ist ebenso überraschend, wie aller Ehren wert und es ist teilweise wirklich überragend zu hören, wie hart, wie brutal, wie melodisch und treiben und wie treffsicher "The Allfather Awakens" über weite Strecken klingt und wie sehr sich Amon Amarth auf ihre eigentlichen Stärken besinnen!

Ich für meinen Teil hab jedenfalls schon lange, genauer gesagt seit Ewigkeiten keine Amon Amarth Scheibe mehr so rauf und runtergehört und somit kann man hier in jedem Fall von einem Befreiungsschlag der Schweden sprechen…



 
Trackliste
  1. Gjallarhorn
  2. Eight Legs Of Thunder
  3. Kvasirs Blood
  4. We Rule The Waves
  5. Upphaf
  1. Die With A War Cry
  2. Raven God
  3. The Allfather Awakes
  4. Oden’s Hunt
  5. Ascending Like An Eagle
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