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Cover  
Social Distortion - Hard Times and Nursery Rhymes (CD)
Label: Epitaph
VÖ: 14.01.2011
Homepage | MySpace
Art: Review
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DarksceneTom
DarksceneTom
(3009 Reviews)
8.5
Mike Ness ist unumstritten einer der coolsten Typen der Rockszene und für mich persönlich spätestens seit meiner ersten Begegnung mit " White Light White Heat White Trash " (zum Classic Review) ein absoluter Gott. Social Distorion sind eine der geilsten Bands der Erdkugel und das Warten auf ein neues Album der Amis schien nicht enden zu wollen…

Nun ist "Hard Times And Nursery Rhymes" also endlich in meinem Postfach gelandet und siehe da: Auf all die Euphorie folgt erstmals ein wenig Enttäuschung! Diesmal scheint der gute Mike während der Aufnahmen der Scheibe ins gedrosselte 1938 Bugatti-Cabrio eingestiegen zu sein, und den vor Pferdestärken strotzenden 68er Ford-Mustang-GT bewusst in der Garage gelassen zu haben. Betont lässig und verhalten erschallen die neuen Klänge der Legende, bereits der instrumentale Opener lässt mich die Stirn runzeln und irgendwie vergeblich auf den ersehnten Arschtritt warten. Bei "California (Hustle And Flow)" erholen sich die Gesichtsfurchen ehrlich gesagt auch nur marginal. Klar ist der Song auf Dauer ein ziemlicher Hit mit coolen Gitarrenläufen, noch coolerem Barfeeling und relaxt gospel-artigen Backing Chören holder Weiblichkeit. So richtig zünden will der bluesige Mid-Tempo Track aber nicht, und am Beginn einer Social Distortion Scheibe ist man Anderes gewohnt.
Manch einer wird sich nun fragen: Warum erzählt er uns all das, während die Wertung der Scheibe doch so hoch ausgefallen ist? Genau deshalb, weil "Hard Times And Nursery Rhymes" unumstrittene Klasse und Coolness hat und weil die neue Social Distortion Scheibe genau dann, wenn man sich mit ihrer zum Teil gemächlich und erwachsenen Stilistik abgefunden hat, ein verdammt geiles Stück erdiger Rockmusik voll großartiger Songs ist.

Dafür sorgen nicht zuletzt all die Songs, bei denen man am Anfang doch recht schwer schlucken muss und denen man das berühmte Feuer im Arsch nicht anerkennen wollte. Man nehme "Gimme The Sweet And Follow", ein vor allem durch die Stimme von Mike und die tollen Gesanglinien sehr geiler Track. Ein Song, der vor einigen Jahren noch um einiges schneller, aggressiver und hemmungsloser abgefackelt und einer Explosion gleich gekommen wäre. Ein typischer Social Distortion Hit, aber eben um die Spur gemütlicher. Genau diese Ausrichtung soll sich nicht ändern und spätestens hier muss man jedem, der ein weiteres Album im Stile des grandiosen Drippelpacks " Somewhere Between Heaven and Hell", "White Light, White Heat, White Trash" und "Sex, Love and Rock 'n' Roll" (zum Review) erwartet hat klar machen, dass Social Distortion heutzutage mitunter neue Wege gehen.
Das Flair und die große Aura sind natürlich unverkennbar, die typischen Merkmale zu jederzeit präsent und dennoch wirkt alles ein wenig erwachsener, gedämpfter und vielleicht auch seriöser. Es wird wohl das Alter sein und so präsentiert Ness seinen Fans im Jahre 2011 ein Album, auf dem die rücksichtlose Punk Credibility und die feurig dargebotene Rockabilly Attitüde deutlich hinter gemächlichen und nachdenklichen Momenten eines Singer- Songwriter Flairs steht, wie es auch auf Mike’s Soloalben präsent war.



Dass "Hard Times And Nursery Rhymes" dennoch authentisch, cool und verdammt männlich ist, kann man sicher nicht überhören. Mike Ness und seine Truppe wagen sich mancherorts mehr denn je und absolut gekonnt in die Nähe großer Namen wie Tom Petty (man höre die sensationelle Hymne "Diamond In The Rough"), The Rolling Stones und Jonny Cash. All das geschieht ungezwungen und ohne auch nur zu einer Sekunde den unverkennbaren und über allen Tönen schwebenden Social Distortion Charme zu verleugnen. Gerade bei einer versifft wehmütige Ballade wie "Bakersfield" mit ihren Country/Blues Momenten und einem fast souligen Refrain, oder dem nicht minder gemächlichen und abermals mit Backgroundsängerninen veredelten "Can’t Take It with You" kann man die innere Ruhe des Masterminds förmlich riechen.
Mike Ness hat seine Schlachten geschlagen, sich zurückgelehnt und wohl nicht das größte, aber das relaxteste und coolste Album seiner SD Karriere aufgenommen. Dass er den Rock N Roll Teufel dabei nicht ganz verstecken kann, zeigt sich zwar in einem geschmeidigen "Machine Gun Blues", einem absolut grandiosen "Still Alive", dem düster rockenden Hank Williams Cover "Alone and Forsaken" (Fans der Band ist dieser absolute Hit in abgeänderter Form bereits aus diversen Liveshows bekannt), und im melancholischen Meisterstück wie "Writing On The Wall", den Gesamteindruck eines gefühlsbetonten Albums fernab aller rebellischen Attitüde können diese Nummern aber auch nicht schmälern.

So bleibt am Ende der zu Beginn eher mühsamen Reise die Erkenntnis, dass "Hard Times And Nursery Rhymes" sicher nicht das beste Social Distortion Album ist und ein Stück Musik darstellt, das den Fans der Band mitunter doch die ein oder andere Stunde mehr abverlangt. Unterm Strich und wenn man seine Attitüde erkannt hat, ist aber auch der jüngste Sprössling der Kalifornischen Ikone ein absoluter Gourmethappen für Liebhaber bodenständigen Gitarrenrocks, ein zeitloses und erwachsenes Männeralbum und die nächste grundehrliche Rock N Roll Handarbeit eines der letzten wirklichen Rockstars!

Trackliste
  1. Road Zombie
  2. California (Hustle and Flow)
  3. Gimme The Sweet And Lowdown
  4. Diamond In The Rough
  5. Machine Gun Blues
  6. Bakersfield
  1. Far Side Of Nowhere
  2. Alone And Forsaken
  3. Writing On The Wall
  4. Cant Take it with You
  5. Still Alive
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