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Machine Head
20.04.2026, Tonhalle, München 
An Evening With Machine Head  
Machine Head haben geliefert und gehalten, was man sich von "An Evening With Machine Head" erhoffen durfte. Sie sind und bleiben die Speerspitze des Alten und Neuen Testaments. Die unumstrittenen Allväter des Groove Neo Thrash und Modernen Thrash Metals
DarksceneTom
DarksceneTom
(149 Live-Berichte)
"An Evening With Machine Head"
….oder die perfekte Neo Thrash-Operation am offenen Herzen, wie es Kollege Maggo so treffend analysiert hat, nachdem uns Rob Flynn und Mannen knapp drei Stunden lang in technischer Perfektion und maximaler Rücksichtslosigkeit, Wucht und Härte die Gehörgänge versohlt haben
. Ich will hier gar nicht allzu ausführlich werden. Eigentlich wollte ich die Zeit nach der kräfteraubenden Show ja für ohrale Regeneration nutzen. Aber es war einfach zu mächtig und nachwirkend, was Machine Head an diesem Montag in der Tonhalle München abgeliefert haben und deshalb nun doch der altbewährte Griff zur Tastatur
Es war zu fett, zu gut und genau so großartig, wie erhofft!



Wie schön kann es sein, wenn einer der beständigsten Begleiter der letzten drei Dekaden, eine der unumstrittenen Lieblingsbands meines metal-musik-infizierten Lebens einen Abend ohne unnütze Vorband zelebriert. Einen knapp 3-stündigen Best-Of-Set, der ohne zeitraubende Soloausflüge, ohne belämmerte Quatschereien und ohne Filler auskommt, um konstant auf die Fresse zu geben.

Besser kanns ja gar nicht sein, und dass man so einen Tag mit seinen Gefährten im Vorfeld mit einer, bereits am frühen Morgen beginnenden und höchst ausführlichen Brauerei-Etappe für Fortgeschrittene, vom Weißwurstfrühstück im Löwenbräukeller über den Biergarten am Königsplatz bis zum touristenverseuchten Hacker-Alibispot am Viktualienmarkt und dem leidigen Asiaten- und Amisumpf des Hofbräuhaus zelebriert, während man dabei exakt 9 bedingungslos wohlfeine und gekonnte verdaute Gerstensäfte abschmeckt, ist nur gut, gerecht und professionell. Ebenso professionell, wie dass man sich knapp vor der Show noch mit dem Rest der Crew im letzten Bierspot des Tages zum bewährten Augustiner-Hellen bei der Tonhalle trifft. So geht das!



20:00 Uhr: Pünktlich zur Primetime beginnt dann das eigentliche Inferno des Tages. Das übermächtige "Imperium" knallt durch die Tonhalle und die Menge dreht angesichts der Wall-Of-Sound von Beginn an am Rad. Bis ins letzte Viertel der Halle wogen die Wellen. Die generationenübergreifend anwesenden Häupter schremmen wie sonst nur der Hammer am Beton und die Moshpits drehen sich hemmungslos in Dauerschleife.
Natürlich montieren Machine Head hier sofort alle Rüben ab und natürlich sind Stimmung und Ekstase von Beginn an auf Anschlag. Das gibt es der Sound einfach mit, das muss so sein und anders würden es diese unfassbar tighte Band und ihr rabiater Sound mit all den sagenhaften Grooves, den unfassbaren Drums und den grandiosen Riffs nie verdienen. Dass Rob Flynn dann natürlich zeitlebens ein Meister der direkten Parolen war, macht das Ganze nur geiler, fetter und erdrückender!

"Hear me now, Words I vow, No fucking regrets
Fuck these chains, No god damn slave, I will be different
I'll stand here defiantly, My middle finger raised
Fuck your prejudice"


"Imperium" ist, was es heißt. Es ist das Tor in das große Königreich von Machine Head, in das die knapp 2.000 wüst moshenden Jünger heute eingelassen werden. Es bringt alles auf den Punkt, wofür diese Band steht und es ist der perfekte Beginn einer perfekten Show. "Ten Ton Hammer", "CHØKE ØN THE ASHES ØF YØUR HATE" und "Now We Die" sind bereits zum Start der feudal gewählte Querschnitt durch das eigene Schaffen. Gerade live erkennt man sehr gut, wie homogen das Werk dieser Ausnahmeband ist, obwohl einige Alben immer wieder leicht vom Neo Thrash Schema Richtung modernen US-NU-Metal schielen durften, ohne die Roots je zu leugnen.

Die Show ist jedenfalls bereits jetzt grandios, jeder Song brennt sich ins Hirn und der bratende Sound gipfelt ein ums andere Mal in großen Hits und unfassbaren Hämmern.



The blood, the sweat, the tears
Attribute to the strength. Built through the years!


Die unsterbliche Parole ist immer wieder Programm, der Song immer wieder ein Genuss und danach bricht einem gleich der treibende Ohrwurm "Is There Anybody Out There?" die nächsten Nackenwirbel. Es gibt kein Verschnaufen, nur Highlights und ausdrücklich und bedingungslos nur voll auf die Fresse. "ARRØWS IN WØRDS FRØM THE SKY", "ØUTSIDER" und "BØNESCRAPER" sind mit die besten "neuen" Songs (auch wenn mir das harsche "RØTTEN" natürlich noch sehr lieb gewesen wäre) und "Aesthetics of Hate" ist ebenso wie "Locust" ein Geniestreich, ein absolutes Meisterstück und die höchste Stufe der Genialität. Überragend und "A Thousand Lies" vom "Burn My Eyes"-Referenzalbum (zum Classic Review) ist sowieso eine Neo-Thrash-Hymne für die Ewigkeit und in meiner D.N.A. seit seiner Geburt im Jahre 1994 ebenso tief verankert, wie das immer wieder so zermürbend hart und schleppend groovende "Old".

Machine Head live sind der Neo-Thrash-Superlativ. Eine absolute Machtdemonstration in technischer Perfektion und übermannender Wucht. Ein absoluter Genuss !



Flynn und Mannen liefern so bedingungslos, dass es in seiner unbeirrbaren Unbarmherzigkeit und Klasse kaum zu glauben ist. Pausen gibt es defacto keine. Wenn man Verschnaufen will, dann muss man den akustischen Doppelpack " Bastards / Darkness Within " nutzen. Mehr Zeit zum Luftholen ist nicht drin, denn gleich danach packt einen das bedrohliche "Catharsis" grimmig unfreundlich am Kragen. Aufgeben nicht erlaubt. Weiter bangen, weiter moshen und weiter im Kreis laufen ist das Gebot der Stunde. Anders überlebt man hier nicht und anders hat man hier auch nix verloren.

Wir nähern uns nach über zwei Stunden langsam dem Ende einer überwältigenden Mammutshow, vor deren Ausdauer und Länge man nur den Hut ziehen kann! Der altbewährte "Bulldozer" erschallt so kompromisslos wie er sich nennt und "From This Day" wird zum absoluten Stimmungsknaller, der die verschwitzte Meute vom ersten bis zum letzten Tak frenetisch springen und mitsingen lässt, bevor das große Finale ansteht.

Es kommt, wovor man sich genauso gefürchtet, wie dass man es herbeigesehnt hat: "Davidian" ist einer der besten, genialsten und härtesten Metal Songs, die je geschrieben wurden und die es je geben wird. Von der ersten Sekunde, vom ersten Ton an, will man hier die Wände niederreißen, lauthals brüllen und vollkommen durchdrehen. Mehr Heavyness, mehr Adrenalin, mehr großartige Gitarrenarbeit und mehr technisch brillante Grooves, einer über jeden Zweifel erhabenen Bandmaschinerie gibt es nicht.
Ich habe in meinem Classic zu "Burn My Eyes" (zum Review) von einem modernen Thrash Kopfschuss erzählt, bei dem massenhaft Birnen zermatscht und Nacken gebrochen werden. Das klingt emotional, ist es auch und es ist nicht gelogen. Es ist die nackte Wahrheit!

Machine Head waren und sind zeitlebens intensiv, brutal, technisch raffiniert und doch so effizient und überbordend grandios, wie kaum eine andere Band. Das hat ihr Debüt bewiesen, das beweist ihre Discografie und das beweisen die gut gelaunten Amis um ihren heute lässig und cool rüberkommenden Mastermind Rob Flynn Amis heute zu jeder Sekunde.



"Davidian", dieser unfassbare Bastard einer modernen Thrash Keule, überrollt München einmal mehr wie ein nicht aufzuhaltender Koloss und gerade dann, wenn‘s am Schönsten ist und das Adrenalin kurz davor ist, geradezu aus der Schädeldecke zu spritzen, fahren Machine Head ihren Triumphzug mit dem episch mächtigen "Halo" vom "The Blackening"-Meisterwerk (zum Review) glorreich und frenetisch umjubelt nach exakt 170 Minuten voll großartigem Sound und lückenlos schweißtreibender Performance über die Ziellinie.

Geplättet, glücklich und durchgeballert zugleich bleibt die Crowd zurück und wir bewegen uns befriedigt und begeistert zurück ins Heilige Land Tirol, während uns allen das unsterbliche, das von tausenden Kehlen mit Rob Flynn gemeinsam durch die Decke der Halle gebrüllte "Let freedom ring with a shotgun blaaaaaaast" noch Tage danach wie selbstverständlich verfolgt und wir höllisch aufpassen müssen, diese Parole nicht jedem Passanten hemmungslos in die Fresse zu knallen….

"I feed off pain, force fed to love it. And now I swallow whole
I′ll never live in the past. Let freedom ring with a shotgun blast
Burn my fist to the concrete. My fear is my strength
Power, rage unbound because. Been pounded by the streets

Cyanide blood burns down the skyline. Hatred is purity
The bullet connects at last. Let freedom ring with a shotgun blast"




Game Over!Machine Head haben 10 von 10 geliefert und alles gehalten, was man sich von "An Evening With Machine Head" erhoffen durfte.

Warum Machine Head hier in München die verhältnismäßig kleine Tonhalle für ihre Best-Of-Abrissparty gewählt haben, will sich mir nicht erklären. Für uns Fans war es natürlich sehr cool, die Amis mal wieder in so einer "intimen" Atmosphäre abzufeiern. Die Birne kann man sich ja auch mit knapp 2.000 anderen gleich gut, wenn nicht sogar besser, abmontieren, als im größeren, jedoch vollkommen charmlosen und soundtechnisch meist schwierigeren Zenith.
Wenn man sich jetzt noch ausmalt, wie viele Hämmer trotz einer 170-Minuten Setlist noch gefehlt haben, dann wird auch dem letzten Agnostiker klar, welch mächtige Death Church Machine Head sind und wie sehr sie den Metal der letzten drei Dekaden geprägt und dominiert haben.

Pantera und deren beiden revolutionären Meisterwerke "Cowboys From Hell" und "Vulgar Display Of Power" waren zweifelsohne Adam und Eva des Genres. "Burn My Eyes" jedoch, war 1994 ein ebenso gottgleiches Wunder. Ein Manifest und es ist bis heute eines der größten Gebote aller Zeiten.
Machine Head wachen seither über uns, sind und bleiben die Speerspitze des Neuen Testaments und sind seit nunmehr 32 Jahren die unumstrittenen Allväter des Groove Neo Thrash und Modernen Thrash Metals!
Amen!




Setlist:
Intro: "Bohemian Rhapsody"
1. Imperium
2. Ten Ton Hammer
3. CHØKE ØN THE ASHES ØF YØUR HATE
4. Now We Die
5. The Blood, the Sweat, the Tears
6. Is There Anybody Out There?
7. ARRØWS IN WØRDS FRØM THE SKY
8. A Thousand Lies
9. Struck a Nerve
10. SLAUGHTER THE MARTYR
11. Aesthetics of Hate
12. Old
13. Game Over
14. ØUTSIDER
15. Locust
16. BØNESCRAPER
17. Bastards (Acoustic)
18. Darkness Within (Acoustic)
19. Catharsis
20. Bulldozer
21. From This Day
22. Davidian
23. Halo





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