HomeNewsReviewsBerichteTourdaten
InterviewsLiveSpecialsArchiv ImpressumKontakt
Anmeldung
Benutzername

Passwort


Suche
SiteNews
Review
Cannibal Corpse
Violence Unimagined

Review
Wednesday 13
Antidote

Review
Flotsam And Jetsam
Blood In The Water

Review
Herman Frank
Two For a Lie

Review
Red Eye Temple
Vortex
Upcoming Live
Bologna 
Statistics
276 Interviews
384 Liveberichte
183 Specials
Anzeige
Aerosmith
26.05.2017, Königsplatz, München 
 
Mit einem satten Doppeldecker (als Opener Foreigner) läuteten Aerosmith am Freitagabend in München ihre Deutschland-Tournee ein. 22.000 feiern mit der Ikone eine heiße Party am Königsplatz...
MrBarnes
MrBarnes
(15 Live-Berichte)
"Dude looks like a Lady"
Mit einem satten Doppeldecker (als Opener Foreigner) läuteten Aerosmith am Freitagabend in München ihre Deutschland-Tournee ein. Wurde drei Tage zuvor noch Moskau beehrt, stand nun die bayrische Metropole am Tourplan. Vor mehr als 22.000 Fans zeigten Frontmann Steven Tyler und Co. auf dem Königsplatz, dass sie hart an ihrem Ziel "Last Band Standing" arbeiten, wenngleich man mit dem Tourtitel „Aerovederci - Baby!" die Fans vermutlich auf einen möglichen Pensionsschock vorbereiten will.

Der Königsplatz in München präsentiert sich bei frühsommerlichem "Strahler 80-Wetter" und Sonnenschein als nahezu ideale Eventlocation, einzig der Einlass dauert dann doch etwas. Das wird aber wohl mit dem Anschlag in Manchester ein paar Tage zuvor zu tun haben und somit stellen die Kontrollen kein wirkliches Problem dar. Pünktlich zum Eintreffen entern Foreigner die riesige Bühne und präsentieren ihr - selbst für "Gelegenheitsfans" wie mich - unfassbar vorhersehbares Live Set. Die Sonne geht rechts neben der Bühne unter, Sänger Kelly Hansen hüpft im rosafarbenen Sakko über die selbige und klingt stimmlich wie Lou Gramm. Eine Hitsammlung mit dem Abschluss "I wanna know what Love is" wird bei erschreckend dünnem Sound gereicht, auch meine gelegentlichen Flashbacks in die Partyzeit der 80er Jahre halten nicht so lange an, dass Foreigner heute bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen! Naja, es war nett, aber bekanntermaßen ist "nett" die kleine Schwester von….! In einer kleineren Halle mit vernünftigem Sound dürfte die Band, die ja mit Gitarrist und Gründungsmitglied Mick Jones auch schon seit 40 Jahren die Länder und Bühnen der Welt bereist, wohl immer noch eine ziemlich geile Show abliefern!



21.05 Uhr: Die Dunkelheit hat fast Einzug gehalten. Auf der riesigen LED-Wand erscheinen Bandfotos, alte Albumcover, anachronistische Gegenstände wie Tapes oder Langspielplatten, Bilder aus mehreren Jahrzehnten, kurzum eine Zeitreise durchs Aerosmith-Universum. Musikalisch begleitet vom "O Fortuna"-Chorsatz der "Carmina Burana". (Wer es nicht kennt googelt das Intro von „Red, Hot and Heavy“!)
"From Boston USA – Aerosmith!". Grenzenloser Jubel, ein animiertes Aerosmith-Flügellogo flattert auf die LED-Wand. Tom Hamilton, Brad Whitford, Joey Kramer, Joe Perry und Steven Tyler betreten die Bühne und beginnen mit "Let The Music Do The Talking" und "Young Lust". Der Sound ist immer noch eher dünn, immerhin ist das rege Treiben der Amerikaner auf der überdimensionalen Videowall sehr gut zu verfolgen. Auch jetzt gilt, wie zuvor bei Foreigner: Klassikeralarm! Und der Dude vorne am Ende der langen Rampe im Publikum, liebevoll auch „die Lippe“ genannt, ja der Dude lässt mit seinen 69 Jahren immer noch die Sau raus. Stimmlich wie eh und je voll auf der Höhe wird "fuckin` Munich" so richtig besungen, beknarzt, umschmeichelt und berockt! Steven Tyler tanzt, springt, stolziert und marschiert in bunten Hippie-Klamotten über die Bühne, immer noch mit voller Mähne und einem Bodymassindex der wohl gegen Null gehen muss! Sein Markenzeichen, der mit Tüchern behangene Mikroständer, ist dabei stets mit im Einsatz. Zwischendurch bedient Tyler als Multi-Instrumentalist gekonnt Percussion, Mundharmonika und zum fulminanten Konzertabschluss den Flügel bei "Dream On" als erste der beiden Zugaben.

Ihm zur Seite Freund und "Toxic Twin" Joe "fuckin'" Perry, dessen virtuoses Gitarrenspiel offensichtlich nicht wirklich unter dem nicht gerade asketischen Lebensstil der beiden Hauptakteure gelitten hat. Auch der Rest der Luftschmiede ist gut in Form: Drummer Joey Kramer, gewohnt mit prallem Oberarm an den Schmied aus Asterix erinnernd, gibt wuchtig den Takt vor, und arbeitet sich mit Kraft durch das Set. Hinzu kommen Bassist Tom Hamilton und Gitarrist Brad Whitford, der das toughe Rhythmusbrett für die Soli von Joe Perry liefert. Aerosmith spielen übrigens seit 1970 in dieser Urbesetzung. Der Sound ist all die Jahre derselbe geblieben – eine bunte Mischung aus Hardrock mit Blueselementen und den obligatorischen Balladen, eigentlich in den fast fünf Dekaden nie wirklich "trendy". Immer schon mit viel Power auf die Bretter geknallt, immer schon (und immer noch) mit einer Portion "Leck mich!" versehen, und das ist auch im fortgeschrittenen Alter gut so!



Eine Songperle nach der anderen wird herausgekramt und aufpoliert, egal ob „Living on the Edge“, „Love in an Elevator“, das Beatles Cover „Come together“ oder „Jaded“ intoniert wird, das aus allen Winkeln des deutschsprachigen Raumes angereiste Publikum kennt und liebt sie alle, so singen und tanzen drei Generationen von Musikliebhabern am Königsplatz. „Walk this Way“ beendet dann nach fast genau zwei Stunden mit viel Konfetti und Nebelschwaden eine bombastische Aerosmith Show in München, die leider auch unter Soundschwächen zu leiden hatte.

Ob`s das wirklich war? In zwei Jahren haben Aerosmith ihr 50-Jahr Jubiläum. Joe Perry denkt gemäß dem Motto "Last Band Standing" eher nicht ans Aufhören. Und auch der Rest der Band ist sich einig: "Wir lieben die Musik. Das ist es, was wir machen wollen", sagt Drummer Joey Kramer. Und auch Tom Hamilton und Brad Whitford merken unisono an: "Es gibt keinen Grund aufzuhören." Somit wird die Musiklandschaft vermutlich und hoffentlich um eine weitere "Neverending Abschiedstour" reicher werden.

Im Gegensatz zu anderen Bands, deren künstlerischer Zenit jedoch schon vor 20 Jahren überschritten wurde, macht eine Aerosmith Show, trotz über 100 Euro Eintritt und dünnem Livesound, auch 2017 noch richtig Spaß!
Und wer jetzt fragt: Bernie, wo sind deine Fotos? Die zuständige Agentur lehnte meine Fotoakkreditierung leider ab. Somit stellt euer Kopfkino an, oder schaut in den sozialen Medien, wie`s war! Mehr dazu möchte ich an dieser Stelle nicht verlieren!

Setlist Aerosmith:
1. Let the Music Do the Talking
2. Young Lust
3. Cryin'
4. Livin' on the Edge
5. Love in an Elevator
6. Janie's Got a Gun
7. Stop Messin' Around (Fleetwood Mac cover)
8. Oh Well (Fleetwood Mac cover)
9. Jaded
10. Hangman Jury
11. Seasons of Wither
12. Sweet Emotion
13. I Don't Want to Miss a Thing
14. Rag Doll
15. Come Together (The Beatles cover)
---
16. Dream On
17. Walk This Way



Cannibal Corpse - Violence UnimaginedWednesday 13 - AntidoteFlotsam And Jetsam - Blood In The WaterHerman Frank - Two For a LieRed Eye Temple - VortexBurning Witches - The Witch of the NorthSteelpreacher - Back From HellAgent Steel - No Other Godz Before MeThe Quill - EarthriseManchester Orchestra - The Million Masks Of God
© DarkScene Metal Magazin