Die Zeiten von EPs - meist als Appetizer für einen anstehenden Mainrelease - schienen schon vor längerer Zeit vorüber zu sein, aber in bestimmten Genrekreisen greift man gerne zu dieser alten Tradition des Fan-Zuckerls wieder zurück. Im Falle von
Crypt Sermon, die erst letztes Jahr ihr Prachtwerk
"The Stygian Rose" der Doom/Epic/Power Metal Gemeinde spendierten, ist
"Saturnian Appedices" somit als eine Art Dessert zu kategorisieren.
Gleich beim pompös arrangierten Opener
"Only Ash And Dust", der sich von Minute zu Minute auftürmt und am Ende in ein furioses Uptempo-Finale mündet, weiß man sofort, das hier ist keine Ausschussware, ganz im Gegenteil. Ähnliche Situation bei den Tracks
"A Full To Believe" und
"Lachrymose": eigentlich zu gut für ein "Zaungastdasein". Die vertraut-affinen Charakterzüge zu den Altmeistern von
Solitude Aeturnus erzeugen ein wohlig-kribbeliges Gefühl, wobei das neben der exquisiten Gitarrenarbeit vor allen Dingen Sänger Brooks Wilson zu verdanken ist. Überraschend neben den Eigenkreationen wohl die Tatsache, dass das man im Finale ein
Mayhem (!) Cover - nämlich
"The Mysteriis Doom Sathanas" - auf dieser Mini-LP verewigt hat. Daran sieht man, diese Jungs sind nicht nur an ihrer Sparte interessiert, auch Norwegen und seine BM-Historie hat das Gespann am Schirm (bzw. am Hommage-Zettel), ohne sich dafür dem Corpsepaint widmen zu müssen.
Überaus starke Songs, meine verehrten Herrschaften, eigentlich eh wie zu erwarten. Aber weshalb man dafür überall einen Fullprice als Liebhaber des CD Mediums (17 Minuten Spielzeit) ablegen soll, bleibt zumindest mir ein Rätsel und trübt letztlich ein wenig die Freude über diesen (zeitlich) überschaubaren Audiohappen! Vinyl-Junkies haben im Übrigen mehrere Optionen bzg. Pressart/Farbauswahl.