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Cover  
Böhse Onkelz - Böhse Onkelz (CD)
Label: Metalpaloz
VÖ: 28.02.2020
Homepage | MySpace
Art: Review
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DarksceneTom
DarksceneTom
(2911 Reviews)
8.5
Wow! Das selbstbetitelte Onkelz-Album zum 40. Bandjubiläum ist schon jetzt eine der Überraschungen des Plattenjahres. Um mit der Tür ins Haus zu fallen, ist die "neue" nicht nur besser als das "Memento"-Comeback, nein "Böhse Onkelz" könnte gar das beste Onkelz-Album seit den 90er-Jahre releases der charismatischen Deutschrocker sein.

Eingeleitet von einem coolen Ben Becker-Spoken Words Intro, lassen gleich das bedrohliche Riff und der knackige Groove von "Kuchen und Bier" aufhorchen. Die Onkelz übermannen uns mit diesem Blick in die frühen 80er, zurück zur Bandgründung vor 40 Jahren und einem verdammt coolen BO-Rocker mit rebellischem, aber auch augenzwinkernden Text und der urtypischen Bandmentalität. Ein klasse Start in ein Album, das man in solcher Stärke nicht zwingend erwarten musste.

Authentisch, urtypisch und erwachsen zugleich, zeigen sich die Böhsen Onkelz wieder als echte Band und Einheit und offenbaren einige ihrer besten Songs seit über 20 Jahren. "Des Bruders Hüter" ist superb, "Saufen ist wie weinen" nicht nur ein cooler und typischer Onkelz Knaller, sondern ein überaus kritisches und somit "anderes" Sauflied. Die Bandbreite von "Böhse Onkelz" ist genauso lobenswert, wie die Hitdichte. "Wie aus der Sage" ist nicht nur eine Weltklasse BO-Halbballade, sondern eine düster, gelungene Aufarbeitung der schweren Bandsituation um Kevin und die Reunion, "Ein Hoch auf die Toten" eine melancholische Onkelz-Stadionhymne, "Wer schön sein will muss lachen" eine weitere, durchaus selbstkritische Portion Schwermut und "Der Hund den keiner will" nichts anderes, als ein zeitlos sozialkritisches Statement, verpackt in perfekte Onkelz-Musik. Lyrisch wie immer exquisit, ziehen die Böhsen Onkelz auf ihrem mittlerweile 18. Studioalbum nahezu alle Register ihres Könnens. Die Brücke von den Anfangstagen der Band wird souverän und gekonnt ins Hier und Jetzt geschlagen. Musikalisch ebenso perfekt, wie textlich. Genau deshalb natürlich auch voll von jenem Pathos, mit dem Stephan Weidner Fans und Bekenner seit mittlerweile vier Dekaden ebenso mitten im Herz trifft, wie alle Neider und Gegner.



Somit gibt’s zum 40er ein bärenstarkes Böhse Onkelz- Album voller Kraft, Selbstbewusstsein, Klasse und mit allen Bandtrademarks. Unverbraucht und souverän, teilweise selbstkritisch, aber auch ironisch, nachdenklich und sozialkritisch. Musikalisch fett rockend, gitarrenorientiert und fast immer auf den berühmten Punkt komponiert. Lyrisch gewohnt zielsicher und letztendlich auch richtig knackig produziert.

Weinder’sches Drama zum Abschluss beim bärenstarken Epos "Die Erinnerung tanzt in meinem Kopf" inklusive:
"Und wenn es mich mal nicht mehr gibt, es bleibt dieses Lied"

Chapeau!

P.S.: Sollten in diesem Zuge wieder einige der wenigen noch verbliebenen und unverbesserlichen Pseudo-Weltverbesserer glauben, die ewiggestrige und schon längst nicht mehr zeitgemäße BO-Gutmenschen- , Moralapostel- und Musikpolizeikeule schwingen zu müssen, dann würde ich bitten dies in aller Pracht anderswo zu tun. Guten Morgen, es langweilt!

Trackliste
  1. Prolog 0:34
  2. Kuchen und Bier 4:30
  3. Des Bruders Hüter 4:22
  4. Ein Hoch auf die Toten 4:19
  5. Prawda 4:14
  6. Saufen ist wie Weinen 4:28
  7. Wie aus der Sage 5:13
  1. Du hasst mich! Ich mag das! 4:12
  2. Rennt! 4:46
  3. Wer schön sein will muss lachen 5:41
  4. Der Hund den keiner will 3:30
  5. Flügel für dich 4:29
  6. Die Erinnerung tanzt in meinem Kopf 4:45
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