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Cover  
Morgoth - Ungod (CD)
Label: Century Media
VÖ: 27.03.2015
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Art: Review
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Werner
Werner
(1073 Reviews)
7.5
Als Morgoth in den späten Achtzigern bzw. frühen Neunzigern die beiden E.P.s "Resurrection Absurd" & "The Eternal Fall" und den ersten Longplayer "Cursed" veröffentlichten, wurden sie in sämtlichen Gazetten als das Aushängeschild der Deutschen Death Metal Szene gehandelt. Mit "Odium" (1993) gelang in weiterer Folge der Versuch, den Stil zu modifizieren, doch beim experimentellen "Feel Sorry For The Fanatic" lehnten sich die Ruhrpötter für viele, bis dato treue Anhänger zu weit aus dem Fenster. Retrospektive keine Überraschung, dass die Kapelle nur zwei Jahre später, also 1998, zu Grabe getragen wurde. „Symptomatisch“ bzw. verdächtig ähnlich könnte man meinen, fanden neben At The Gates oder Carcass nun auch diese Herrschaften wieder zusammen, was in diversen, umjubelten Festival-Auftritten 2011/12 gipfelte, die Morgoth offensichtlich dahin gehend bewegten, gänzlich neues Material zu schreiben. Manch Stimme kritisiert das Vorhaben, weil ja immerhin das nostalgische Idealbild verzerrt würde, doch vergaßen jene vielleicht eine Sache: auch jüngere Semester haben ihren Zugang zu einer Truppe wie Morgoth (zwangsläufig mit Verspätung) gefunden und begrüßen diese Reunion ganz anders.

Dass es bis zum Release des Comebackalbums einige kleinere Hürden zu bewältigen galt, verwundert keineswegs, dass allerdings nach bereits begonnenen Aufnahmen Sänger Marc Grewe den Hut nehmen musste, ist schon sonderbar. Kurzerhand hat man in Disbelief Shouter Karsten „Jagger“ Jäger Ersatz gefunden. Ein erfahrener sowie charismatischer Typ, der stimmlich sämtliche Register zieht, doch aufgrund seiner markanten Stimmfarbe eben zunächst Assoziationen zu seiner Stammband hervorruft, was zumindest in meinen Ohren einer längeren Anlauf- und Umgewöhnungsphase bedurfte. Sei es wie es sei. Morgoth haben mit "Ungod" das Album erschaffen, welches als Brücke zwischen "Cursed" und "Odium" gesehen werden kann. Die elf dargebotenen Stücke variieren meist zwischen peitschend-schnellen Aggro-Sequenzen und Groove betonten Passagen, wodurch bei aller vorherrschenden Wut Spannungsbögen zur Geltung kommen, welche kaum Wünsche offen lassen.

Nach wenigen Takten kann also eine beruhigende Diagnose gestellt werden: die neue Morgoth Formation überlässt nichts dem Zufall und ist bemüht, nostalgisch anmutendes zeitgemäß zu verchromen. Doch gerade hier liegt gleichzeitig die Krux begraben. Es wurde bei allem kompositorischen know-how ein relativ sicheres Konzept aufgegriffen, was die spezielle Würze bzw. den Überraschungseffekt etwas missen lässt. Sprich: der typisch kratzende Gitarrensound des Tandems Svart/Busse und das treibend-effektive Drumming des 2011 eingestiegenen Marc Reign (ex-Destruction) repräsentieren eigentlich fast alles, was das Todesblei-Herz begehrt - und dennoch: es stellt sich bei allem Engagement das erwünschte Glücks- oder was auch immer Gefühl nicht so recht ein. So ist es einmal mehr der Titeltrack einer Langrille, welcher als das deutliche Highlight hervor geht - in diesem Fall ein Instrumentalstück. Hier verstanden es Morgoth vorzüglich, eine immense Atmosphäre zu erzeugen.

Fazit: Morgoth sind via "Ungod" endgültig in der Szene zurück und in kreativer Hinsicht dort, wo sie etwa 1992/93 standen. Das Endresultat tönt obligatorisch düster und mitunter wie eine Adaptierung von "Cursed" und "Odium", was sogar den ungeschlifffenen (Klampfen-) Sound miteinschließt. Dennoch ist es nicht der ganz große Wurf geworden, den man sich insgeheim erhofft hat. So bleibt unterm Strich der Eindruck eines überwiegend starken Statements samt allen essentiellen Band-Attributen, an dem viele Gefallen finden werden, vollends überzeugen vermag "Ungod" jedoch nicht. Anspieltipps: "House Of Blood", "Snakestate", "God Is Evil", "Traitor".

Trackliste
  1. House Of Blood
  2. Voice Of Slumber
  3. Snakestate
  4. Black Enemy
  5. Descent Into Hell
  6. Ungod
  1. Nemesis
  2. God Is Evil
  3. Traitor
  4. Prison In Flesh
  5. The Dark Sleep
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