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Cover  
Loch Vostok - V: The Doctrine Decoded (CD)
Label: Sound Pollution
VÖ: 04.10.2012
Homepage | MySpace
Art: Review
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Werner
Werner
(1121 Reviews)
8.0
Puh, sind das wirklich die Kerle von Loch Vostok, die vor einem Jahr ein Album namens "Dystopyium" aus dem Zwinger gelassen haben? Was im Band-Camp auch immer passiert sein mag, "V: Doctrine Decoded" klingt fast, als wären hier ganz neue künstlerische Perspektiven voraus gegangen: bombastischer – dramatischer – wahnwitziger klingt das aktuelle Liedgut gegenüber dem alten Backkatalog, als ob es nun darum ginge, Dimmu Borgir und Konsorten mächtig Paroli zu bieten.

Die cleanen Vocals sind zwar nicht ganz über Bord geworfen worden, spielen aber nicht mehr die dominante Rolle. Zumindest was die ersten Songs betrifft. Hyperschnelle und komplexe Parts und sogar Blastbeats preschen durch die Boxenlandschaft, lediglich kurze Verschnaufpausen deuten darauf hin, dass der Ursprung im progressiven Power Metal liegt. Und wenn ich jetzt noch behaupte, "Syndrome Of Self" bietet partielle Deicide Gehacke-Einsprengsel, werden mir das wohl die wenigsten glauben, ist aber so. Also meine Herren, Überraschung saftig gelungen! Die Instrumentalarbeit offenbart sich dementsprechend komplex, hektisch und unberechenbar, dafür stets stilsicher und punktgenau. Das atmosphärische, fast schon Emperor artige "Citizin Cain" und das zur ersten Mnemic CD schielende "Twilight Of The Dogs" müssen in dieser Beziehung genannt werden.

Aber keine Sorge, ab Nummer sechs, "Inflict Chaos" wendet sich das Blatt langsam zu alten Tugenden, wo die ein oder andere Evergrey, Nevermore oder Tarot Reminiszenz sich frech vorschleicht und allmählich Gewissheit einkehrt: man hat es tatsächlich mit den angesprochenen Loch Vostok aus Schweden zu tun. Insbesondere das Hitverdächtige "Regicide", das mit den Break-Attacken ausnahmsweise hinterm Berg hält, ist echt klasse.

Den im Pressetext abgedruckten Terminus Avantgarde darf man aufgrund der rigorosen Stimmungswechsel daher stehen lassen: diese Band kann man speziell im Jahre 2012 stilistsisch keineswegs leicht festmachen, obschon sie nicht so exzentrischer Natur wie z. B. Between The Buried And Me, die kürzlich ihr Masterpiece "The Paralax II: Future Sequence" veröffentlichten, ist. Selbst wenn die fingerfertigen Leute von Loch Vostok mit Album No. 5 ein wenig Gefahr laufen, damit viele, jedoch keine Hörerschicht so richtig auf ihre Seite zu kriegen, gebührt ihnen allemal ein ehrlicher Respekt! Operation gelungen.

Trackliste
  1. Seeker
  2. A Tale of Two Kings
  3. Syndrome of Self
  4. Citizen Cain
  5. Twilight of the Dogs
  6. Inflict Chaos
  1. Regicide
  2. Claim the Throne
  3. Ravenous
  4. Common Ground
  5. Beyond the Obvious
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