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Cover  
Riot - Immortal Soul (CD)
Label: SPV
VÖ: 28.10.2011
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Art: Review
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Werner
Werner
(1111 Reviews)
9.0
Was für ein fulminantes Comeback! Gitarrist Mark Reale hat es trotz zwischenzeitlicher Ab- und Zusagen tatsächlich geschafft, das legendäre Riot Line-Up von 1988 – 1992 zusammen zu trommeln und präsentiert mit dem passend betitelten "Immortal Soul" Album dieser Tage gleich eines der stärksten seiner von unzähligen Rückschlägen und glorreichen Höhepunkten gezierten Karriere, die immerhin gut 35 Jahre zurückreicht (die Auflösung von 1983 - 1987 mal außen vor gelassen). Zu den kreativen Glanzpunkten gehören neben den ersten drei Werken ("Rockcity", "Narita", "Fire Down Under" (mein "erstes" Classic Review) nun auch mal die beiden Klassiker "Thundersteel" und "The Privileg Of Power" aus den Jahren 1988 und 1990, denen der zurück gekehrte Ausnahme-Shouter Tony Moore seine markante Stimme verlieh. Dazumal hatten sich Riot vom konventionellen zum Speed beladenen Metal vorgetastet, wobei "The Privileg Of Power" obendrein einige saftige Überraschungen bereit hielt.

In diesen zwanzig Jahren dazwischen gab es natürlich auch bessere Momente, man täte Einzelkämpfer Reale mit der Behauptung, sich lediglich auf verrostete Tugenden beschränkt zu haben, unrecht: "Nightbreaker" (1994) oder "Through The Storm" aus dem Jahre 2002 zum Beispiel, sind mustergültige Rock/Metal Alben, bei denen noch Mike DiMeo (The Lizards, ex- Masterplan) zu hören ist. Doch leider gingen sie in der Veröffentlichungsflut dazumal wie einige andere Hochkaräter selbigen Schlags unter. Das pragmatisch benannte "Army Of One" Album aus dem Jahre 2006 sollte die ewige Durststrecke vorab mal zu Ende gehen lassen, zumindest wollen wir das so hoffen. Doch die Zeichen stehen dieser Tage nicht schlecht: die Schweden von Hammerfall nehmen die New Yorker in Bälde auf eine ausgedehnte Europatour mit (ich persönlich habe die Truppe vom Utopia (der heutige Weekender Club) Gig 1998 in bester Erinnerung). Kurzum: Riot wollen es noch einmal so richtig wissen!

Nach mehreren Ankündigungen, Riot wollen wieder mit Drummer Bobby Jarzombek und Tony Moore wieder gemeinsame Sache machen, kam selbstverständlich eine Aufbruch Stimmung auf, an die keiner mehr so recht glauben wollte. "Immortal Soul" ist also keine Reunion im herkömmlichen Sinn, sondern das Wiederkehren einer magischen Konstellation, die auf den perfekten Zeitpunkt gewartet hat. Diese Aufbruch Stimmung ist zu jeder Minute spürbar. Solch eine Kreativität und Spielfreude wie hier MUSS man mit Lob über schütten. Riot anno 2011 schaffen es nämlich nahezu mühelos, all ihre künstlerischen Phasen aus über dreißig Jahren Rock und Metal zu bündeln, ohne dabei nur ansatzweise altbacken zu klingen.

Die an die legendären "Thundersteel" Zeiten angelehnten "Still Your Man", "Riot" und "Wings Are For Angels" putzen gleich zu Beginn mal den Gehörgang restlos durch ... so beherzt klangen die East Coast‘ler schon ewig nicht mehr – das ist Energie pur und Songwriting par excellence! Die Bandhymne "Riot" rüttelt nebenbei die Endneunzigerphase von "Inishmore" wach, weil obendrein einige irische Folkmelodien drauf gepackt wurden. Wobei man bei Frontsirene Tony Moore einfach nicht glauben will, wie kraftvoll und souverän der Mann nach so einer langen Zeit noch singen kann, speziell bei "Sons Of The Father" möchte man meinen, dass er regelrecht explodiert. Das orientalisch umhüllte Riffmonster "Crawling" mit seinen drückend-groovigen Rhythmen setzt den Höhenflug dann mächtig fort und macht spätestes jetzt klar, weshalb diese Mannschaft einfach zusammen gehört. Vögel abgeschossen werden auf "Immortal Soul" aber noch weitere: "Fall Before You" samt seinen göttlichen Hooklines raubt einem die Sinne und gehört definitiv zu den besten Songs Jahres 2011! Klassische Riot Feinschmeckerkost, was vor allem das typische Wechselspiel aus anschmiegsamen Harmonien und coolen Stakkato Riffs betrifft, gibt es insbesondere beim grandiosen "Insanity" und beim finalen Dreierpaket "Whiskey Man"/"Believe"/"Echoes". Obwohl der Speed im Vergleich zur ersten Albumhälfte etwas heraus genommen wurde, stimmt die Qualität. Und fast noch wichtiger: in keinem einzigen der elf Tracks kommen die blumig/verspielten Licks von Mr. Riot Reale zu kurz!

Resümee: Die oft vergessenen Altherren von Riot melden sich 2011 furios und selbstsicherer denn je zurück. Wenn man schon in eine traditionell geschmiedete Kapelle seine sauer verdienten Kröten dieser Tage investierten will, dann bitte hier und nicht in irgendwelche Halbherzigkeiten. "Immortal Soul" ist nämlich wundervolles Breitwand-Metal-Kino mit Temperament und reiner Seele, bei dem man nicht die geringste Spur von Anachronismus entlarven wird. Es sei Flitzefinger Mark Reale in jedem Fall von Herzen vergönnt, dass auch jüngere Headbanger während der anstehenden Tour die Klasse von Riot entdecken und würdigen! Das ist auch der Grund, weshalb Joacim Cans diese Truppe unbedingt dabei haben will: wie er des Öfteren schon sagte, "waren Riot seit jeher eine der einflussreichsten Bands für Hammerfall!" … und natürlich für etliche andere, sei ergänzt.
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Anmerkung in eigener Sache: erst vor kurzem wurde bekannt gegeben, dass Riot die geplante Tour mit Hammerfall bedauerlicherweise wegen einer Kieferchirugischen Notoperation bei Sänger Tony Moore nun doch NICHT antreten können. Sobald Tony genesen ist, wird die Tour nachgeholt!

Trackliste
  1. Still Your Man
  2. Riot
  3. Crawling
  4. Wings Are For Angels
  5. Fall Before Me
  6. Sins Of The Father
  1. Majestica
  2. Immortal Soul
  3. Insanity
  4. Whiskey Man
  5. Believe
  6. Echoes
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