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Cover  
Filter - The Trouble With Angels (CD)
Label: Nuclear Blast
VÖ: 24.09.2010
Homepage | MySpace
Art: Review
Professor Röar
Professor Röar
(123 Reviews)
8.0
Recht überraschend schneit uns mit "The Trouble With Angels" plötzlich und aus heiterem Himmel das neue Album von Filter, der "Band" um Mastermind und Multiinstrumentalist Richard Patrick in die Redaktionshallen. In schon länger zurück liegenden Interiews kündigte Richard Patrick mehrmals an, dass das neue Album wieder wesentlich härter als der zugegebenermaßen doch recht seichte und rückblickend eher langweilige 2008er-Longplayer "Anthems for the Damned" geraten würde. "The Trouble With Angels" soll eine radikale Kehrtwendung sein und die Band wieder weiter an ihre Industrialwurzeln führen. Laut eigener Aussage habe Patrick seit langem eine Entschuldigung dafür gesucht, den Leuten, die ihm Altersweichheit vorwarfen, endlich wieder "musikalisch die Köpfe abzureißen" – und genau dies wolle er mit dem neuen Album tun. So steht's im blumigen Bandinfo von Nuclear Blast, und folglich gauben wir das auch und hinterfragen nichts.
Und nimmt man dann die ersten vier Songs als Maßstab, darf man Richard Patrick durchaus Recht geben: Die Single "The Inevitable Relapse", die folgenden "Drug Boy", "Absent Father" und "No Love" sind tatsächlich ordentliche Nackenbrecher, in denen Patrick wie gewohnt brachiale Gitarrenriffs und seine unverkenbaren Vocals, die zwischen aggressivem Schreien und melancholisch-melodiösem Gesang alternieren, mit großen, schönen Melodien und kurzen Noise-Attacken verbindet.

Dass es ihm mit dem Köpfe-Abreißen aber nicht ganz so ernst gewesen sein kann, wird man dann spätestens ab dem 5. Song "No Re-Entry" bemerken, wo Patrick und seine Gefolgschaft wieder ruhigere Töne anschlagen, und bei "Down With Me", das zwar brachial anhebt, dann aber in eine von Computerbeats dominierte und tatsächlich sehr gitarrenarme Strophe umschlägt. Nach diesem Muster geht es dann weiter, Richard Patrick liefert eine solide Leitung ab, beinahe jeder Song besticht durch wirklich superbe Melodien, die Vermengung von harten Metalgitarren und elektronischer Percussion und Soundeffekten funktioniert großartig. Zum Abschluss beschert uns Richard Patrick dann noch die obligatorische Ballade und lässt mit "Fades Like A Photograph" das Album melancholisch und ruhig mit Klavierakkorden ausklingen. Köpfe rollen zwar in der Tat keine, aber das hätte wohl kein Filter-Kenner wirklich ernsthaft erwartet. Dafür sind die Gitarrenwände durchwegs mächtig und – frei nach dem Motto der widerlichen Roberta Flack-Brechreiz-Schnulze "Killing Me Softly" – killt Richard Patrick mit absoluten Mördermelodien sanft und leise seine nichtsahnenden Opfer.
Die musikalischen Neuerungen halten sich somit in Grenzen und auch textlich erwarten uns keine Neuerungen. Also auch hier keine Songs über blutige Halsstümpfe, abgerissene Körperteile und unsauber manuell entfernte Köpfe, denn textlich gibt sich Patrick wieder kryptisch und nachdenklich, konfrontiert den Hörer mit Politischem und Persönlichem, verarbeitet mal seine wilde Drogenzeit bei den Nine Inch Nails, gibt sich im Titelsong religionskritisch oder sinniert in "Down With Me" über Mord und Suizid. Warum Richard Patrick aber ausgerechnet den Titel einer gräßlich kitschigen und moralinsaueren 60er-Komödie über die Umtriebe zweier Teenies in einer Nonnenschule (!) für sein neuestes Werk geborgt hat, entzieht sich meinem Verständnis. Whatthefuck, whatthefuck???

Nichts Neues also von Filter, nichts Schlechtes aber auch nicht. Darum verleiht der Professor Richard Patrick, laut Nuclear Blast "der beste Songwriter der Alternativszene", 8 von 10 Paar gefiederten Engelsschwingen, denn die gebühren dem Möchtegern-Kopfabreißer Richard Patrick allemal. Und sollte er mal wirklich ernsthaft zu einem musikalischen Brutalinski mutieren wollen, empfiehlt der Professor in seiner Funktion als Persönlichkeitscoach für orientierungslose Rockstars dem Herrn Richard Patrick einen Lehrausgang zum großen Bruder Robert nach Hollywood, der mit ganz anderen Mitteln schon seinerzeit als böser Terminator wenig zimperlich seine Gegner zu Dutzenden ins Jenseits beförderte und später dann als durchaus gelungener Ersatz für Fox Mulder in The X-Files Aliens und andere Schleimbatzen murkste. He'll be back! For sure!





Die ersten 10 Minuten von Richard Patricks Inspiration...
Trackliste
  1. The Inevitable Relapse
  2. Drug Boy
  3. Absentee Father
  4. No Love
  5. No Re-entry
  6. Down With Me
  1. Catch A Falling Knife
  2. The Trouble With Angels
  3. Clouds
  4. Fades Like A Photograph (Dead Angel)
  5. Leaving Without A Note [Bonus Track]
  6. Drug Boy (Club Remix) [Bonus Track]
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