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Cover  
Dark Fortress - Ylem (CD)
Label: Century Media
VÖ: 22.01.2010
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Art: Review
RedStar
RedStar
(243 Reviews)
8.5
Dark Fortress bilden neben Endstille die Speerspitze des deutschen Black Metal. Wohingegen Erstgenannte aber dem Brachial-Black frönen, schwingen die süddeutschen Großmeister eine geschliffen-feine, schwarze Hochglanzklinge. Der Begriff der Feinheit ist dabei allerdings im gesamtheitlichen Black Metal-Kontext zu verstehen und bezieht sich auf die Filigranität und zum Teil erkennbare Fragilität des Sounds und das kompositorische Geschick, mit dem die Landshuter an die schwärzeste aller Spielarten herangehen.

Wo dich Endstille mit einem einzigen, gezielt-wuchtigen Hieb schlichtweg plattmachen, lassen dich Dark Fortress beabsichtigt langsam leiden. Mit feinen Schnitten und Stichen fügen sie deiner Seele sukzessive Schmerzen zu und laben sich genüßlich an der zunehmenden Pein des Hörers. Wußte schon der Vorgänger "Eidolon" zu begeistern (lies hier), so schaffen es die Bayern mit traumwandlerischen Sicherheit, dieses tolle Album mit "Ylem" wiederum zu toppen.

Obwohl das sechste Album im Vergleich zu "Eidolon" kein Konzeptalbum im eigentlichen Sinn ist, so ist das Todesprinzip und die Beschwörung desselben das tragende Prinzip des neuen Outputs. Dem Albumtitel folgend („Ylem“ ist die brodelnde Ursuppe, aus dem das Weltall entstanden sein soll) wäre eine Rückkehr zu diesem ursprünglichen Zustand gleichbedeutend mit dem Ende des Existenten.

Diesem Textkonzept folgend führen Dark Fortress den bisher eingeschlagenen Weg der konsequenten musikalischen Weiterentwicklung (allen Zweiflern und Black Metal - Puristen zum Trotze) unbeirrt fort und überzeugen den Hörer mit zeitgemäßer schwarzer Kunst. Die Songs kriechen zumeist in gedrosseltem, getragenem Midtempo, oft mit rock n´ rollig anmutendem Gitarrensound (Titeltrack oder "Hirudineans") und zum Teil fast doom-deathig ("The Valley") aus den Boxen. Variabilität wird auf "Ylem" großgeschrieben, die Scheibe ist jedenfalls im Gesamtkontext zu erfassen, einzelne Tracks herauszuschälen ist schwerlich möglich und wenig sinnvoll, da keiner der Songs die ganze Platte adäquat repräsentieren würde.

Dark Fortress lassen tief in die seelischen Abgründe blicken – besonders weiß die teils sehr anspruchsvolle Schlagzeugarbeit (man höre z.B. "The World Keels Over" oder "Osiris" ) von Drummer Seraph zu begeistern, die neben der allgemein abgedrehten Gitarrenarbeit und der düsteren Orchestrierung ein besonderer Ohrenschmaus ist. Den Black Metallern dürften hin und wieder ein wenig die schnelleren Haßattacken fehlen, das blackmetallische Gaspedal wird lediglich songdienlich, aber nicht als flächendeckendes Prinzip durchgedrückt. Die vereinzelten Wutausbrüche (z. B. auf "Silence", "Nemesis") erschöpfen sich meist schnell und gehen nahtlos in andere Rhythmen über. Veredelt wird die vorliegende Black Metal – Glanztat von Shouter Morean, der sich vielseitig durch die rund 70 Minuten faucht, schreit, den Hörer wie auf "Redivider" mönchs- und mantraähnlich auf die dunklen Künste einschwört, in todesmetallischer Manier ("The Valley") zu Werke geht oder den Hörer mit Klargesang ("The Wraith") fast ein wenig zu verstören vermag.

Im erwachsenen Gesamtkontext des Albums erscheint die sowohl refraintechnisch als auch musikalisch simplere Nummer wie "Satan Bled" fast schon klischeehaft – kitschig. Für alle Black Metal Fans lohnt sich die musikalische Reise und das Abtauchen in die Klangwelt von "Ylem", dem neuen Meisterwerk aus dem Hause DF als logische Weiterentwicklung gemäß der eingeschlagenen Bandlinie. Dieses Album markiert einen weiteren Mosaikstein auf dem Weg in Richtung Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit, Verfall und Tod und läßt die schwarzen Herzen der Fans weiter erkalten. Neben Qualitätsgaranten wie Dark Funeral und Immortal reiht sich mit "Ylem" eine weitere hochklassige Veröffentlichung in die Liste der aktuellen Black Metal – Hochkärater ein.

Die Erstauflage von "Ylem" wird eine Coverversion von "Sycamore Trees" des Soundtrackspezialisten Angelo Badalamenti enthalten.

Trackliste
  1. Ylem
  2. As The World Keels Over
  3. Osiris
  4. Silence
  5. Evenfall
  6. Redivider
  1. Satan Bled
  2. Hirudineans
  3. Nemesis
  4. The Valley
  5. Wraith
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© DarkScene Metal Magazin