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Cover  
David Bowie - 1. Outside: The Nathan Adler Diaries (CD)
Label: BMG
VÖ: 1995
Homepage
Art: Classic
DarksceneTom
DarksceneTom
(2969 Reviews)
Ein David Bowie Album als Darkscene Classic?
Pop in einem Hard Rock und Metal Magazin?
Manch einer mag denken, die Wenigkeit eines Schreiberlings sei nun endgültig an seiner (zu großen) Toleranz in Sachen Musik zugrunde gegangen. Man könnte meinen hier geht einiges schief, hier tanzt ein verwirrtes Individuum aus der Reihe?

Ich sage nein! Natürlich ist David Bowie, trotz seiner Ausnahmestellung als Künstler, seiner musikalischen Vorreiterrolle für unzählige Nachahmer von Pop bis Rock und Metal, seiner intelligenten Kreation von Kunstfiguren, seiner unantastbaren Art der Kunst und ihres Einflusses auf Generationen von Musikern generell völlig indiskutabel und heilig. Dieses Album jedoch ist weit mehr als "nur" ein weiteres großes Bowie Album!

"1. Outside: The Nathan Adler Diaries", versehen mit dem treffenden Untertitel "Eine nicht lineare, hyperzyklische Schauergeschichte der Endzeit", ist absolute Breitwandkunst der morbidesten Sorte. Zu jedem Moment völlig verdunkelt, tiefschwarz, extrem, industrial, durch die Bank hart und mehr als würdig an dieser Stelle seziert zu werden. Ein Werk über Mord aus Liebe zur Kunst, das mir damals im zarten Alter von 19 Jahren - zugegeben zusätzlich beeindruckt vom splatterigen booklet - völlig die Latschen auszog und dessen Faszination bis heute anhält. Es hat eine ganz eigene Aura dieses Kunstwerk. Beängstigend, abstoßend und doch so erotisch und fesselnd ist es, dieses restlos abartige Stück zeitloser Musik. Es ist als wären Hermann Nitsch, Berthold Brecht, Andy Warhol und Clive Barker auf obszöner Tour durch die Abgründe der menschlichen Seele.
Eine Story, erzählt wie nur Genie und Wahnsinn im Stande sind, sie zu erzählen.

Musikalisch beklemmend verpackt in eine durch und durch tiefgründige, höchst intelligente und völlig morbide Geschichte der Zukunft, betrachtet durch die Augen eines Detektivs namens Nathan Adler. Mord, Mord, Mord. Es geht um Tot, Verzweiflung, Angst und Panik. Es geht um Hass, Brutalität, Obszönität aber auch Erlösung. Es offenbaren sich unterschiedlichste musikalische Welten der Tiefe. Egal ob bei Wave/Industrial Hämmern wie "Hello Spaceboy", dem beklemmenden "The Hearts Filthy Lesson" oder völlig grenzmorbiden Tribal Absurditäten a la "A Small Plot Of Land" – Bowie beackert alle Sparten der Extreme, streckt seine Fühler in alle Richtungen düsterer Kunst um seine schwer gestörte Geschichte in rechte Athmosphäre zu rücken und tief unter die Haut gehen zu lassen. Wirre Sprachfantasien huschen durch den Raum, Geräuschsplitter erzählen von von Selbstverstümmelungen unter Narkose, wahnsinnige Klavierphantasien jagen durch den Raum um von Photoshootings ermordeter Mannequins und in Bilder verpackten Leichenteilen zu erzählen.
Größenwahn steht vor einem tiefen Abgrund ins Leere.

Das Album steigert sich von Song zu Song, und je tiefer man in die Welt des Nathan Adler eintaucht, je weiter dessen Ermittlungen führen, je näher die Lösung des Rätsels, desto mehr von der schmerzlichst vermissten Erlösung keimt auf. Eine Last fällt vom Zeugen dieses blutigen Exzesses ab, als das letzte Teil des Puzzles gesetzt, wenn die erlösenden Töne von "Strangers When We Meet" – einem absoluten Traumsong, einem Hit – erklingen um den Zeugen gebannt, erleichtert, aber auch verwirrt zurückzulassen. Verwirrt von einem höllischen Psychotrip durch die tiefen der menschlichen Seele.
Am Ende einer Strasse, die nirgends endet!

"1. Outside" ist Dark Wave, ist Psychedelic, ist Rock, ist Industrial, ist Pop, ist Jazz, ist Metal; vor allem aber ist es düster, bedrohlich und intelligent!



An dieser Stelle sei auch ein damals in der "Zeit" veröffentlichtes Zitat genannt, welches dem Werk sehr gerecht wird:
"David Bowie muss nicht mehr David Bowie sein. Endlich ist er befreit von der Angst, mit sich selbst verwechselt zu werden. David Bowie spielt Ramona A. Stone, spricht Leen Blank, singt Algeria Touchshriek, schlüpft - vor allem - in die Haut des Detektivs für Kunstverbrechen, Nathan Adler. David Bowie hat sich endlich wieder verloren."

Treffender kann man es nicht bezeichnen. Dieses Werk ist atemberaubend, dynamisch und voller Energie! Eine große Synthese dunkler Kunst für aufgeschlossene Musikfans, mit Anspruch und Hang zu morbiden Erzählungen eines großen Poeten, dessen intensive Wirkung sich ausschließlich am Stück entfaltet! Ein beinhartes Konzeptalbum, wie es nur sehr wenige seiner Größe und seines Intellektes gibt. Ein Rätsel, das sich aus einzelnen Puzzlestücken namens Songs, und Fragmenten des morbiden Booklets, mit all seinen makaber dargestellten Figuren und Ritualen zusammensetzt, und lösen lässt. Eine Story über Mord. Ein intensives Werk. So düster, so beklemmend, so krank, grenzgenial und so brutal, müssen selbsternannte Nachahmungstäter a la Manson, Reznor und Co. trotz ihrer Genialität und uneingeschränkt toller Werke erst mal klingen.

Master Bowie demonstriert auf diesem Stück großer Kunst seine über Jahrzehnte erarbeitete, aber auch von Gott gegebene Schaffenskraft und Kreativität, zeigt ganz deutlich wo der Hammer hängt und wer sich mal wieder einen musikalisch anspruchsvollen Abend mit einem absolut durchdachten, nicht leicht durchschaubaren, aber grandiosen Konzeptalbum fernab allem Kommerzdenkens geben will, der ist hier genau richtig.

Bei SIR David Bowie’s vergessenem – kommerziell selbstredend geflopptem - Independent Meisterwerk der 90er!

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