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Katatonia, Alcest, Junius
29.11.2012, Theaterfabrik, München 
 
Die Kunst von Katatonia spricht für sich. Sie würde ganze Kathedralen ausfüllen und bedürfte dabei keinerlei zusätzlichen Rahmen, um die Kulisse in ihren Bann zu ziehen...
DarksceneTom
DarksceneTom
(135 Live-Berichte)
Es hat lange dauern sollen, bis ich einer der begnadetsten Bands der Neuzeit, eine der letzten Bands, die meine abgebrühte Rock und Metal Seele noch wirklich berühren und faszinieren konnte, endlich live erleben durfte. Das heiß ersehnte Katatonia Live Erlebnis und die Tatsache, dass die introvertierten Schweden mein Leben mit drei astreinen und unvergleichlichen Weltklassealben in Folge bereichert haben, wie wenige andere Acts der neueren Zeit, sorgten dafür, dass man seit langer Zeit schon Tage vor diesem Event wieder mal richtiggehend nervös war. Es war irgendwie wie früher, als man eine seiner Lieblingsbands endlich live erleben durfte.
Anspannung, Neugier und unzähmbare Vorfreude kreierten den Cocktail, der heute vier absolute Katatonia Maniacs, vier vom Zauber und der Magie dieser Band infizierte Individuen, bis vor die Tore der Theaterfabrik, zur "Dead Ends Of Europe" Tour tragen sollte.



Der Himmel trüb, Regen- und Schneeschauer tänzeln durch den kalten Novemberwind. Könnten die Rahmenbedingungen für die melancholische Traumkünste der Schweden besser sein? Nein! Das ist die Kulisse, die grenzmorbide Schönheit braucht um sich vollends zu entfalten. Bevor wir uns, gemeinsam mit weiteren geschätzt 1000 Musikgenießern (der bisherige Zuschauerschnitt der Tour liegt jenseits der 850 Zuseher pro Nacht) aber endgültig dem behutsamen Rausch und der introvertierten Katatonia Schönheit hingeben sollten, galt es den beiden viel versprechenden Support Acts zu lauschen.

Junius

Als erste dürfen sich heute also die amerikanischen Düster Post Rocker von Junius auf die Bühne einer nahezu ausverkauften Theaterfabrik bemühen, um 30 Minuten einer feinen Kostprobe ihres Könnens abzugeben. Introvertiert, intellektuell und zurückhaltend, rocken die vier Vollbartträger hochkarätige Kunst von der Bühne. Angeführt von ihrem charismatischen Frontman Joseph E. Martinez können die Herren aus Boston einigen Zuspruch ernten, und auch wenn die Chose der Amis für "Nichteingeweihte" mitunter sehr monoton klingt, bin ich mir sicher, dass der alternativ angehauchte, melancholisch düstere Artrock mit einigen tief gestimmt harten Gitarrenriffs und einer anständigen Portion Popappeal auf Platte wirklich großartig sein könnte.

Setlist Junius:

1. Betray the Grave
2. All Shall Float
3. A Universe Without Stars
4. Spirit Guidance
5. A Reflection on Fire
6. Transcend the Ghost
7. The Antediluvian Fire



Alcest

Nach der charmanten Zurückhaltung der vier Amis, steht nun französische Defensive am Programm. Alcest nehmen die Bühne ein und spielen sich für die nächsten 45 Minuten in einen wahren Klangrausch. Nebel, gute Lichtshow und beschwörend stimmungsvolle Songs umrahmen Mastermind und Einzelkämpfer Neige, der erwartungsgemäß klasse Musiker mit auf diese Tour genommen hat, um seinen intensiven Kompositionen den gebührenden Rahmen zu schaffen. Dezente Gothic Metal- und Black Metal Vibes schimmern noch durch, wenn Alcest ihre zumeist hypnotisch psychedelischen Düsterklänge zelebrieren. Monotonie und Gleichförmigkeit sind einer der Grundgedanken der hypnotisch ruhigen Gitarrenmusik der Franzosen und deren ausufernder Songs, die auch das aktuelle Album "Les Voyages De L´Âme" zu einem Leckerbissen für all jene machen, denen Eile ein Fremdwort ist und die sich dem extravaganten Alcest Trip zwischen düsterer Schwarzmetallaura fernab aller Härte und psychedelischem Rock gerne anschließen.
Dem Publikum gefällt was es zu hören kriegt und der Applaus gibt Alcest recht.

Setlist Alcest:

1. Autre temps
2. Là où naissent les couleurs nouvelles
3. Les voyages de l'âme
4. Souvenirs d'un autre monde
5. Percées de lumière
6. Summer's Glory



Katatonia

Endlich. Das Licht geht aus, die zarten Klänge von "The Parting" füllen den Raum. "Dead End Kings" ist ein Meisterwerk und wer das bisher nicht verstand, weiß es spätestens jetzt. Perfekter Sound füllt den Raum. Bereits der erste Einsatz von Jonas "Lord Seth" Renkse lässt die Zuseher, ob der großartigen Stimme, gebannt gen Bühne starren. Es ist angerichtet, die Rahmenbedingungen sind perfekt und es kann einfach nur außergewöhnlich und genial werden. Das famose "Buildings" setzt Maßstäbe der Ehrfurcht, bevor "Deliberation" und "My Twin" die triste Schönheit von "Great Cold Distance" über die gebannten Häupter der Hörerschaft streichelt. Man ist gefesselt, steht ehrfürchtig im Saal um Zeuge jenes Understatements zu werden, das sich nur Bands leisten können, deren Musik für sich spricht.



Die Kunst von Katatonia spricht für sich. Sie würde ganze Kathedralen ausfüllen und bedürfte dabei keinerlei zusätzlichen Rahmen, um die Kulisse in ihren Bann zu ziehen. Diese Band muss sich nicht plakativ in Szene setzen um ihren ureigenen Zauber zu entfachen. Katatonia vertonen Trauer, Schmerzen, Schönheit und Hoffnung. Jede Sekunde ihrer Kunst ist packend, tiefgängig und ergreifend. Grenzwertigste Emotionen stehen sich so nahe, wenn die Schweden ihre einzigartigen Klänge, in unantastbarer Art und Weise zelebrieren.

"Burn The Remembrance" von "Viva Emptiness" erschallt in purer Makellosigkeit. Die zarte Schönheit von "The Racing Heart" scheint einem den Verstand rauben zu wollen. Spätestens, wenn Katatonia hier im perfekten Einklang das dreistimmige Finale intonieren weiß man, dass man Zeuge einer Darbietung wird, die an Perfektion und Talent nicht zu überbieten ist. Es ist lange her, dass mit während der kompletten ersten Songs die kalten Gänsehautschauer von den Fingerspitzen in die Ellbogen gefahren sind. Mehr geht nicht. Die Erregung will nicht enden, die kalten Schauer halten sich links und rechts am Körper die Waage.
Schon jetzt steht fest, die "Dead Ends Of Europe Tour" ist eines der großartigsten Klangerlebnisse der Neuzeit!



Hier ist jeder Moment so unantastbar und traumhaft schön. Das perfekte Zusammenspiel der Gitarren, die druckvolle Klangcollage und die betörend fragile Aura, die Katatonia wie selbstverständlich zelebrieren ist nicht von dieser Welt. "The Longest Year" verzückt mit düsterer Wehmut und Elleganz, "Soils Song" ist ohnehin ein Manifest und die Songs der früheren Katatonia Alben kommen ebenso mächtig und in ihrem aktuellen Soundkleide wie aus einem Guss. Jeder Moment schmiegt sich perfekt an den anderen. Der altbewährte "Discouraged Ones" Ohrwurm "Deadhouse" geht runter wie Öl, "Strained" verzaubert mit seiner elegischen Gitarrenmelodie und das großartige "Sweet Nurse" zwingt nicht nur die vorderen Reihen zum kollektiven Bangen und erstrahlt im Refrain in lichterlohem Glanz.

So viel Emotion transportieren heutzutage nur die wenigsten Bands. Katatonia verdeutlichen hier und heute genau das, was ihre makellosen Alben seit Jahren offenbaren. Sie manifestieren jene künstlerische Ausnahmestellung, die sie sich auf Platte mit einem herausragenden Albumhattrick in Form von "The Great Cold Distance" (Review), "Night Is The New Day" (Review) und dem neuen, dem erhabenen "Dead End Kings" (Review) erarbeitet und wohl verdient haben, und die sie von einer sehr guten, zu einer Ausnahmeband gemacht hat.

Ich für meinen Teil könnte Katatonia noch Stunden zuhören, aber das Ende naht unweigerlich. "Ghost Of The Sun" beweist sich einmal mehr als ewiger Höhepunkt, "July" überzeugt mit seiner Schwere und "Day And Then The Shade" streichelt Tränen über die Wangen, bevor die Lichter zum ersten Mal ausgehen.
Traurig aber wahr.



"Munich are you with us?"
Die Stimmung ist am Zenith. Schönheit kann wehtun, aber drei Songs sollten wir noch erleben und es ist schlicht beeindruckend, wenn das neue "Dead Letters" in knapp sechs Minuten alles auf den Punkt bringt, was diese Band ausmacht, und sich auch live als "perfekter" Katatonia Song vorstellt. Unfassbar und einfach ebenso nicht von dieser Welt, wie die beiden finalen Ausnahmetracks "Forsaker" und "Leaders".
Atmosphäre pur. Gänsehaut bis zum Abwinken und Perfektion von der ersten bis zur letzten Sekunde. Es war überwältigend. Musikalisch geht nicht mehr, in Sachen Lightshow gibt es Luft nach oben.
Das war es dann aber auch schon mit Kritik. Katatonia erschaffen nicht nur geniale, ja makellose Alben, mit denen sie ihre Fans tief berühren. Sie sind auch eine perfekte Liveband. Sympathisch, bescheiden und zurückhaltend.
Intensiv und introvertiert, wie ihre ergreifende Kunst.



Ich muss mich einmal mehr wiederholen und werde nicht müde, Katatonia in jeglicher erdenklicher Form zu supporten. Wer diese Band nicht kennt, wer die tief unter die Haut gehenden Spannungsbögen, die unfassbaren Emotionen und Gefühlswelten, die einfach nur von dieser Band stammen können und mich so zart und intensiv berühren, wie keine anderen, nicht lieben gelernt hat, der hat die Perfektion düsterer Schönheit versäumt.
So viel romantische Wehmut und Trauer, die sich mit Schönheit und Hoffnung zu einem düster, dunkel und melancholischen Kokon spinnt, gibt es bei keiner anderen Band zu erhaschen. Katatonia ist die unantastbar avantgardistische Darbietung des ureigenen Sounds einer Band, deren unvergleichliche Kunst man für sich alleine stehen lassen muss.
Eine sanft zerbrechliche, fast unnahbare, Schönheit.


Die Welt von Katatonia ist seit Jahren eine ganz eigene. Eine Welt in die man sich, jegliche Zügel und Schubladen loslassend, fallen lassen soll, die man entdecken, verstehen und genießen muss.
Was soll da noch kommen?

Setlist Katatonia:

1. The Parting
2. Buildings
3. Deliberation
4. My Twin
5. Burn the Remembrance
6. The Racing Heart
7. Lethean
8. Teargas
9. Strained
10. The Longest Year
11. Soil's Song
12. Omerta
13. Sweet Nurse
14. Deadhouse
15. Ghost of the Sun
16. July
17. Day and Then the Shade
18. Encore:
18. Dead Letters
19. Forsaker
20. Leaders

Für die traumhaften Livebilder bedanken wir uns einmal mehr bei unserer alten Weggefährtin Caroline Traitler. Wer mehr von Carolines Arbeit sehen will, findet hier am Photopit Facebook Profil













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