HomeNewsReviewsBerichteTourdaten
ImpressumKontakt
Anmeldung
Benutzername

Passwort


Suche
SiteNews
Review
Portrait
At One With None

Review
Life Artist
Lifelines

Review
The Night Flight Orchestra
Aeromatic II

Review
Pestilence
Exitivm

Review
Todd Michael Hall
Sonic Healing
Upcoming Live
Keine Shows in naher Zukunft vorhanden...
Statistics
277 Interviews
384 Liveberichte
183 Specials
Anzeige
Desaster - Im Smalltalk mit Guido - Sataniac - Wissmann
Desaster - Im Smalltalk mit Guido - Sataniac - Wissmann  
Im Zuge der Veröffentlichung von "Church Without Saints", einem weiteren starken Release der Koblenzer Black / Thrash Institution, ließ uns Frontmann Guido "Sataniac" Wissmann ein wenig hinter die Kulissen blicken.
Werner
Werner
(48 Interviews)
DarkScene: Hi Sataniac! Auch wenn sich die Fans fünf Jahre in Geduld üben mussten, ist euch mit "Churches Without Saints" wieder ein Black / Thrash Sahnestück gelungen. Ich gehe davon aus, dass ihr alle einem normalen Fulltime Job nachgeht, weshalb es länger gedauert hat. Trotzdem: Inwiefern unterschieden sich die beiden Bereiche Songwriting und Studioarbeit aufgrund der Pandemie-Problematik zu den früheren Alben?

Sataniac: Guten Tag, und vielen Dank für die Blumen. Ja, fünf Jahre sind nicht wirklich lang oder ungewöhnlich für uns. Wir haben alle einen normalen Vollzeitjob, und versuchen aus genau diesem Grund jede Bandaktion zu feiern und zu genießen. Wir spielen nur dann wenn wir Lust haben, und ein neues Album kommt dann, wenn es fertig ist. Da wir seit geraumer Zeit einen unglaublich geräumigen Proberaum haben, konnte wir das Songwriting und die Aufnahmen komplett in den eigenen Hallen erledigen, und da wir seit März 2020 nicht mehr Live spielen konnten und durften, haben wir uns halt auf "Churches Without Saints" konzentriert. Letztlich haben die Pandemie und die ausgefallenen Konzerte dafür gesorgt, dass das neue Album etwas früher fertig geworden ist.

DarkScene: Wie ich finde, gehört ihr zu den wenigen Bands (wie auch Cannibal Corpse), die sich über Jahrzehnte bis ins Jetzt treu geblieben sind (was auch hoch geschätzt wird!), um dann auf jeder neuen Scheibe ein ums andere Mal völlig frisch und motiviert zu klingen. Was ist das Betriebsgeheimnis?

Sataniac: Betriebsgeheimnisse dürfen nicht verraten werden. Naja, hauptsächlich liegt es vermutlich daran, das wir nie MÜSSEN. Wir machen dann, wenn wir wollen, und nur so wie wir es möchten. Dazu haben wir keinen Businessdruck, da wir ja alle unser Geld mit unseren Jobs verdienen. Ich denke die Freiheit lässt uns maximalen Spaß haben, was im Endeffekt vermutlich dazu führt, das wir alles mit Leidenschaft durchziehen können.

DarkScene: Auf "Churches Without Saints" ist erstmals euer neuer Drummer Hont zu hören. Wie schnell konnte er sich integrieren und welche Merkmale/Qualitäten sind bei ihm hervorzuheben?

Sataniac: Ich kenne Hont schon seit Ewigkeiten, und ich war mir von Anfang an sicher, dass er der Richtige für den Schlagzeugposten bei Desaster ist. Er ist ein Musik- und Metalmaniac, spielt sehr songdienlich und leidenschaftlich und ist darüber hinaus eine sehr freundliche und loyale Person. Er wurde sofort von uns assimiliert, was eine Integration überflüssig machte. Hahahahahaha...



DarkScene: Ging damals der Transfer von Alt-Drummer Tormentor (1996 – 2018) von Desaster zu Sodom eigentlich „sauber“ über die Bühne oder gab es da gewisse Reibungen? Wie ist das Verhältnis heute (er spielt ja mittlerweile bei Asphyx, Anm. des Verfassers)?

Sataniac: Ich denke dass alles sauber über die Bühne gegangen ist. Das Problem war einfach die Zeit. Da Tormentor geheiratet hat, umgezogen ist, dazu bei Asphyx und Sodom trommelte, was letztlich dazu führte, dass er wenig bis keine Zeit mehr für Desaster hatte. Wir schreiben aber Songs im Proberaum, trinken, rauchen, und haben eine gute Zeit, anstatt Soundfiles hin und her zuschicken. Das ist uns wichtig; und Tormentor hatte dafür einfach keine Zeit mehr.

DarkScene: Nachdem alle vertrauten Trademarks der Band auf "Churches Without Saints" zu Genüge vertreten sind, gibt’s dennoch kleine Auffälligkeiten: ist der Track "Hellputa" ein indirekter Querverweis zur "Angelwhore"? Das Finale "Aus Asche" besitzt sogar einen Gothic-Anstrich – wie kam diese Idee zustande?

Sataniac: "Hellputa" ist die inhaltliche Fortsetzung von "Angelwhore" und "Queens Of Sodomy". ;-). "Aus Asche" ist aus einem Jam entstanden, es sollte einfach ein Outro werden. Wir haben es einmal gespielt und ein Demo aufgenommen, den Song dann vergessen. Kurz vor den Albumaufnahmen haben wir den Song nochmal rausgekramt und ihn einfach aufgenommen, vielleicht um zu sehen wie die Leute reagieren. Sowas entscheiden wir aus dem Bauch heraus, so wie viele Dinge die Desaster betreffen.

DarkScene: So manch Punk- bzw. traditionelles Metal Riff hat seinen angestammten Platz bekommen. Wer von euch schaut darauf, dass gewisse Kontraste (mal abgesehen von "Aus Asche") und die nötige Abwechslung Berücksichtigung finden?

Sataniac: Der Kuschke (Markus, aka "INFERNO" - Gitarrist; Anm. der Redaktion) behält zumeist den Überblick, da es auch wichtig ist, dass ein Desaster Album abwechslungsreich daherkommt. Aber das passiert auch ganz natürlich.

DarkScene: Freunde der katholischen Kirche werdet ihr in dem Leben nicht mehr werden, wie auch der aktuelle LP Titel unmissverständlich vorgibt. Was war die Intention dahinter, welche Message möchtet ihr den Leuten da draußen transportieren?

Sataniac: Nun, hier geht mir der Albumtitel nicht weit genug. Infernal und Odin haben diesen sehr schmissigen Titel vorgeschlagen, nur möchte Ich ganz klar betonen, das er gegen sämtliche Religion gemünzt ist. Sämtliche Religionen wollen nur lenken, manipulieren und im besten Fall den gläubigen Schäfchen etwas Trost vor dem eigenen Ableben spendieren. Man sollte sich vielleicht einfach damit abfinden, dass es überhaupt keinen Grund für ein Afterlife, oder ein ewiges Leben gibt. Das Leben in diesem Universum ist vermutlich so unendlich reichhaltig, dass sich die Idee eines Mehrfachlebens einfach sehr kleingeistig anhört. Naja, es ist sehr kleingeistig, wenn man alles daran legt das eigene kleine Licht in die Ewigkeit retten zu wollen. Der Gedanke an sich ist paradox, und außerdem kann die Aussicht auf ein Ende, auf ein totales Nichts, auch sehr befreiend sein.



DarkScene: Der Sound strahlt eine gewisse, organische Wärme auf "CWS" im Vergleich zu "The Oath Of An Iron Ritual" von 2016 aus, was mich persönlich anspricht. War dieser Schritt so gewollt, oder eher eine natürliche Entstehung?

Sataniac: Infernal hat das so gewollt, da er mit den Klangeinstellungen der letzten beiden Alben nicht so ganz zufrieden war. Ich persönlich mag den Sound des Vorgängers lieber. Infernal hatte den "Tyrants"- Sound im Kopf, und ich finde das Klangbild passt zum Album.

DarkScene: Welche Top-Five rotieren im Moment auf deinem Plattenteller/CD-Player?

Sataniac: VADER"De Profundis" / THE RUINS OF BEVERAST"The Thule Grimoires" / BLACK HOLE DEITY"Lair OfXenolich" / KLAUS SCHULZE"Body Love Vol. 2" / IMPALED NAZARENE"Eight Headed Serpent"

DarkScene: Welche Alben sind die essentiellsten für die einsame Insel?

Sataniac: SLAYER"Hell Awaits" / MORBID ANGEL"Altars Of Madness" / EMPEROR"In The Nightside Eclipse" / DEAD CAN DANCE"Within The Realm Of A Dying Sun" / TYPE O NEGATIVE"Slow, Deep And Hard"

DarkScene: Welche Genre außer Metal und seine Unterarten sprechen Dich sonst an? Bzw. was geht gar nicht?

Sataniac: Ich kann mir sehr vieles anhören, wobei das Genre natürlich nicht entscheidend ist. Ich höre auch viel elektronischen Kram, auch mal Klassik oder Jazz. Was gar nicht geht ist eindimensionale „Stimmungsmusik“ wie Schlager-, Volksmusik-, Party- und Karnevalshits... Alles was EASY und CHEESY ist, lehne ich ab...Hahahahhahaha...



DarkScene: Mit welchen Musikern würdest gerne mal gemeinsame Sache machen?

Sataniac: Diese Frage interessiert mich nicht, da es entscheidender ist, wie die Chemie zwischen den Musikern ist, und es nicht so sehr auf die technischen Fähigkeiten ankommt. Auch bin ich kein guter Musiker welcher sich seine Mitstreiter aussuchen dürfte. Ich würde aber gerne mal mit Jeff Hanneman (R.I.P.) ein paar Bierchen kippen und mich über Leben, Tod und Teufel unterhalten.

DarkScene: Aus früheren Interviews weiß man, dass ihr eher Verweigerer neuerer Erfindungen ward, also ich spreche Dinge wie Social Media (facebook!), Streaming-Dienste (spotify) etc. an. Habt ihr trotz Verfechter-Daseins der alten Schule (Vinyl-Sammeln etc.) die Dinge mittlerweile voll angenommen oder kotzen euch gewisse Entwicklungen der Neuzeit immer noch voll an?

Sataniac: Naja, ich würde mich nicht als Verweigerer, sondern eher als NICHT „Benötiger“ bezeichnen. Ich habe keinen Facebook-Account oder ähnliches. Und natürlich sind die Streaming Musik Dienste eine einfachere und günstigere Variante zum Musikhören. Es spart Platz und Zeit. Es geht am Ende einfach ums Musikhören, ob man eine Schallplatte auflegt, oder vom Handy streamt ist dabei ziemlich nebensächlich. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es ein Ritual sein kann, einen analogen Tonträger aufzulegen, das Cover und Texte zu lesen und zu betrachten. Dann muss man umdrehen und die Nadel wieder aufsetzen. Es „entschleunigt“ und das wäre in meinen Augen vielleicht der größte Pluspunkt von physischen Tonträgern. Wichtig ist letztlich nur, dass man Musik richtig und nicht nebenbei hört, und dass das Gehörte etwas in einem auslöst.

DarkScene: In welchen Länder und Regionen habt ihr die verrücktesten und treuesten Fans?

Sataniac: Südamerika, Franken, Ruhrpott...allerdings ohne Rangfolge und Gewähr...! Hahahaha...

DarkScene: In Deutschland werden die Corona-Bestimmungen/Lockerungen für jedes Bundesland unterschiedlich entschieden, was es für Künstler wie euch, die wenigstens eine kleine Tour machen wollen, nicht leichter macht. Wie sieht es diesbezüglich in eurer Heimatstadt Koblenz also Rheinland/Pfalz aus? Könnt ihr im Moment was auf die Beine stellen bzg. Gigs oder wartet ihr noch ab?

Sataniac: Es wird die nächsten Wochen vermutlich wieder Desaster Konzerte geben, unter Abstandsregeln, vermutlich bis wahrscheinlich. Wir werden sehen wie viel Spaß es bringt, aber tatsächlich sind wir heiß drauf die Bühnen wieder zu betreten. Allerdings lebt eine Desaster Show vom Energieaustausch mit dem Publikum, und ich bin gespannt ob es „fließt“ oder nur „von sich hin dümpelt“...Man wird sehen...

DarkScene: Danke für die Zeit, ich hoffe, man sich auf Tour! Die letzten Worte gehen an Dich.

Sataniac: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrsinn! ... nicht von mir, aber sinnig und stimmig! Habt Euch wohl!

Mehr von Desaster
Reviews
08.08.2021: Churches Without Saints (Review)
27.02.2012: The Arts of Destruction (Review)
24.09.2007: 666 - Satan`s Soldiers Syndicate (Review)
25.10.2005: Angelwhore (Review)
News
16.12.2009: Tourdates bekannt
17.07.2007: "666-Satan´s Soldiers Syndicate"!
18.03.2005: fleißig am werkeln...
06.06.2004: Live Album und neue CD
26.08.2003: Neue Veröffentlichung
Portrait - At One With NoneLife Artist - LifelinesThe Night Flight Orchestra - Aeromatic IIPestilence - ExitivmTodd Michael Hall - Sonic HealingDee Snider - Leave a Scar Dordeduh - HarLiquid Steel - Mountains Of MadnessDesaster - Churches Without SaintsKillers Souls - Reckoning
© DarkScene Metal Magazin