HomeNewsReviewsBerichteTourdaten
ImpressumKontakt
Anmeldung
Benutzername

Passwort


Suche
SiteNews
Review
KKs Priest
Sermons Of The Sinner

Review
Katatonia
Mnemosynean

Review
Running Wild
Blood On Blood

Review
Addict
Bang Or Die

Review
Unto Others
Strength
Statistics
6241 Reviews
458 Classic Reviews
280 Unsigned Reviews
Anzeige
Cover  
Lynch Mob - Wicked Sensation (CD)
Label: Elektra
VÖ: 1990
Homepage | MySpace
Art: Classic
Jetzt bei Amazon.de bestellen!
Richman
Richman
(42 Reviews)
Schuld waren allein die Holzfällerhemdenträger ... wäre "Wicked Sensation" nur ein paar Jahre früher erschienen, es wäre mit Sicherheit ein Megaseller erster Güte geworden. Denn: Anfang der Neunziger war Grunge das Gebot der Stunde. Schon bald sollten Bands wie Nirvana, Soundgarden oder Pearl Jam die Charthoheit übernehmen und das große Sterben der 80er Jahre Rock-Saurier einläuten. Dabei muss an dieser Stelle vorausgeschickt werden, dass Grunge eine der spannendsten Musikphänomäne der Musikgeschichte war. Ein nicht unbeträchtlicher Teil meiner Plattensammlung stammt aus eben dieser Zeit. Doch 1990 sollten sich nicht nur Dresscodes, sondern auch Hörgewohnheiten ändern ...

Mit Don Dokken hatte Saitenzauberer George Lynch Gottgaben wie "Tooth and Nail" (1984), "Under Lock and Key" (1985), oder das hammerharte "Back for the Attack" (1987) eingespielt. Was konnte da noch kommen? Frei nach dem Motto: willst du rokken, brauchst du Dokken! war es schwer vorstellbar, dass nach dem Split mit Frontmann Don Dokken noch etwas Vernünftiges zustande kommen würde. Mitnichten! George Lynch strafte alle Zweifler Lügen und zauberte einen Rock Meilenstein aus dem Hut, der sich gewaschen hatte.

Gegründet im Jahr 1989, war "Wicked Sensation" George Lynchs erste Platte nach dem Ausstieg bei Dokken. Mit Oni Logan hatte Lynch einen der besten Hardrock-Sänger überhaupt mit an Bord. Ebenfalls mit dabei im Original line-up: Dokken Drummer Mick Brown. Die volle Punkteanzahl gebührt dabei dem Protagonisten an der Six-String, George Lynch, der, obgleich im Gitarren-Superheroen-Olymp residierend, absolut songdienlich spielt und sich nie zu unnötigen Soloeskapaden hinreißen lässt.



Noch heute gilt das im Jahr 1990 erschienene Album als das beste Werk der Truppe. Songs wie "River of Love", "She's Evil, But She's Mine" oder "For a Million Years" sorgten bei Anhängern der Hair Metal Szene der Achtziger für Freudentränen.

Eine richtig teure Produktion hatten Lynch Mob sich da geleistet. Das hört man dem Werk auch an. Tracks wie "Sweet Sister Mercy" wären - unter anderen Vorzeichen - in den Charts durch die Decke gegangen, wie Hulk nach einem Wutausbruch. Das Album spielte in den USA zwar Gold ein, richtig abheben konnte "Wicked Sensation" jedoch nicht. Da halfen auch Ventilatoren auf der Bühne und tonnenweise Hairspray nichts ... Oni Logan wurde kurz nach der anschließenden Tour aufgrund seines ausschweifenden Lebensstils gefeuert. Der weiteren Karriere von Lynch Mob sollte dies, wie die weiteren Veröffentlichungen zeigen sollten, nicht wirklich zuträglich sein.

Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass George Lynch, ungeachtet seines Sonny-Boy Images, auch ein klein wenig vom Pech verfolgt war. Angeblich war er zweimal als neuer Leadgitarrist von Ozzy Osbourne im Gespräch. Einmal im Jahr 1979, wo dann aber Randy Rhoads den Job bekam, und ein zweites Mal im Jahr 1982, wo er Brad Gillis hätte ersetzen sollen. Lynch war, der Legende nach, für ganze drei Tage Ozzys Neuer, bevor dieser es sich aber anders überlegte und den Posten an Jake E. Lee vergab.

Mark Kendall der ehemalige Klampfer von Great White behauptet ja nach wie vor felsenfest, George Lynch noch vor Eddie Van Halen als ersten tappen gesehen zu haben. Berühmt mit der neuen Technik wurde dann jedoch Eddie (Anmkg.: wahrscheinlich haben es sich beide irgendwann in den Siebzigern bei einem Konzert von Harvey Mandel - Canned Heat, John Mayall, u.a. - im Starwood Club in West Hollywood abgesehen ... Ob es schlußendlich doch Steve Hackett von Genesis war, der als erster die Technik öffentlich einsetzte, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt).

2007 fanden George Lynch und Oni Logan wieder zusammen. Im September 2009 erschien dann das vierte Studioalbum "Smoke And Mirrors" (zum Review), das für viele als das eigentliche Nachfolgewerk zu "Wicked Sensation" gilt.



Man ist fast geneigt zu sagen: zur falschen Zeit, am falschen Ort. Anfang der Neunziger waren Grunge und Seattle, als Achtziger Jahre Hardrock und L.A. angesagt. Keine Frage, "Wicked Sensation" erfindet das Rad nicht neu. Dennoch bleibt es ein unterbewertetes Album, das sein Dasein ein wenig im toten Winkel der Hardrockgeschichte fristet. Dabei haben die Songs von Lynch Mob richtig Klasse. Einmal eingelegt, kann man gar nicht anders, als sich das ganze Album am Stück anzuhören. Unglaublich, welche Kracher sich auf dem Album befinden: "River of Love", "Hell Child" oder "Rain" - eine Nummer eingängiger, als die andere. "Wicked Sensation" ist runtergekochte Sleaze-Rock-Essenz: erschienen, als eben dieser sich unbarmherzig seinem kommerziellen Ende zuneigte. Zwar hat George Lynch mit dem 2009er Album "Smoke And Mirrors" ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben, der 1990iger Output bleibt aber bis auf weiteres unerreicht ... und - auf seine Art - zeitlos.
Trackliste
  1. Wicked Sensation
  2. River Of Love
  3. Sweet Sister Mercy
  4. All I Want
  5. Hell Child
  6. She's Evil But She's Mine
  1. Dance Of The Dogs
  2. Rain
  3. No Bed Of Roses
  4. Through These Eyes
  5. For A Million Years
  6. Street Fighting Man
Mehr von Lynch Mob
Reviews
15.02.2018: The Brotherhood (Review)
03.10.2009: Smoke And Mirrors (Review)
News
31.10.2017: "Miles Away" Videoclip online
13.06.2015: Albumdetails
14.11.2014: Bad Company Cover online
16.08.2012: Neuer Videoclip zu "Slow Drag".
14.07.2010: Infos zur DVD "Behind The Player"
KKs Priest - Sermons Of The SinnerKatatonia - Mnemosynean Running Wild - Blood On BloodAddict - Bang Or DieUnto Others - StrengthMass Hypnosia - Attempt To AssassinateThyrfing - Vanagandr Sweeping Death - TristesseSober Truth - Laissez Fair, Lucifer!Red Key - Rage Of Fire
© DarkScene Metal Magazin