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Cover  
Jimmy Barnes - Rage And Ruin (CD)
Label: Liberation Music Oz
VÖ: 07.09.2010
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Art: Review
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Steffe
Steffe
(121 Reviews)
9.5
Endlich, juhuuuuuuu!! - Jetzt ist es soweit und ich halte das neue Album eines meiner größten Heroes in Händen! Ging das letzte Album "The Rhythm And The Blues", wie der Name schon so schön sagt, in diese Richtung, so schlägt er mit seinem neuen Silberling den Weg zurück ein und klingt wieder rockiger. Vergleichbar mit seinem 2007er Werk "Out In The Blue" oder dem Bon Jovi Teil "Lost Highway". Ich würde es als eine Mischung zwischen Rock, Blues und Country bezeichnen. So rocken wie noch in den guten Achzigern ist nicht mehr drin, auch wegen des Umstandes, dass sich Jimmy vor ein paar Jahren einer schweren Herzoperation unterziehen musste. Er ist nachdenklicher und ruhiger geworden, was in Titeln wie "God Or Money" oder "Letter From The Dead Heart" zeigt. Das schmälert die Qualität um Nichts, die Songs sind so vielleicht noch einen Tick gefühlvoller und sensibler. Er hat sich wohl sehr viel Gedanken gemacht, wie schnell das Leben vorbei sein kann!!



Jimmy Barnes (bürgerlicher Name: James Dixon Swan), geboren 1956 in Schottland und mit vier ausgewandert nach Australien, fand schon bald die Liebe zur Musik. In seiner Jugendzeit spielte er in einer Truppe Namens Tarkus, bevor er sich dann mit 17 Jahren, Anfang der 70er, als Sänger der Band Cold Chisel anschloss, mit ihnen zahlreiche Alben veröffentlichte und auch schaffte (wie auch als Solokünstler) in die ARIA Hall Of Fame aufgenommen zu werden! Leider blieb ihnen der Erfolg in der übrigen Welt verwehrt, auch wenn man am fünften Kontinent haufenweise Platten verkaufte und vor zigtausenden Menschen in heimischen Stadien aufgeigte! Am Höhepunkt ihrer Karriere, lösten sie sich 1984 auf, um es 1998 nochmals zu versuchen. Mit dem Album "The Last Wave Of Summer" und einer Tournee durch Australien. Leider wars das dann mit Cold Chisel, auch wenn man sich bis heute immer wieder für ein paar Auftritte zusammen findet.

Schon gleich nach der Trennung 1984 kam das erste Solowerk "Bodyswere" von Barnesy (Spitzname) auf den Markt und schnellte sofort auf die oberste Position der australischen Charts. Acht weitere Number 1 Alben sollten folgen! Kein Künstler vom Kontinent der Kängurus und Koalas sollte so viele Topplazierungen einfahren, wie Herr Barnes, ob AC/DC, INXS oder Men At Work und wie sie alle heißen. Alben wie "For The Working Class Man", "Two Fires" oder "Freight Train Heart" mit dem Oberkracher "Last Frontier" sollten in keiner guten CD Sammlung fehlen, absolute Pflicht für jeden, der auf gute Rockmusik steht. In seiner Schaffensphase arbeitete er mit zahlreichen Topacts zusammen, ob mit John Farnham (When Somethings Wrong With My Baby), INXS (Good Times, auch auf dem Lost Boys Soundtrack) oder mit Tina Turner, mit der er ihre Megahymne "(Simply) The Best" neu aufnahm - geiles Duett. Mit Größen wie Jonathan Cain, Neal Schon oder Desmond Child holte er sich Unterstützung für sein megahammermäßiges Album "Freight Train Heart". Sogar Bon Jovi nahmen sich seinem Titel "Working Class Man" an, um ihn live zu performen. 2004 gründete er mit Bob Daisley (Gary Moore, Ozzy Osbourne, Yngwie Malmsteen, Rainbow), Lee Kerslake (Uriah Heep) und Steve Morse (Steve Morse Band, Kansas, Deep Purple) die Supergroup Living Loud. Um mit ihnen das leider bis heute einzige Album zu veröffentlichen, worauf auch einige Titel von Bob und Lee´s Zeiten bei Ozzy Osbourne neu eingespielt wurden, wie "Crazy Train" oder "Mr.Crowley". Ein neues Album soll in Planung sein…..man warte…



Aber jetzt nach der hoffentlich nicht zu langen und ausführlichen Einleitung zum neuen Material von Jimmy. "Rage And Ruin" der bezeichnende Titel des hier vorliegenden Rundlings. Wie schon oben beschrieben geht es hier sehr abwechslungsreich zu. Schön rockig mit einem leichten Countrytouch kommt der Opener "God Or Money" daher, gefolgt von der ersten Singleauskopplung "Before The Devil Knows Your Dead", ein echter Kracher mit Ohrwurmpotential. "Letter From The Dead Heart" erinnert ein wenig an Bob Seeger, um aber doch sehr eigenständig zu klingen. Jimmy Barnes ist Jimmy Barnes! Auch schon wegen seiner sehr kratzigen und unverkennbaren Stimme ist er einzigartig im Musikgeschäft! Dann folgt "Stupid Heart", eine sehr schöne Countryballade, zum Teil mit Klavier und Banjogitarre interpretiert – Ganslhaut. "Adam Was Just A Man", mehr bluesig gehalten, aber doch schön rockig mit einem geilen Chorus, der süchtig nach mehr macht! "I´ve Seen It All (Rage And Ruin)" könnte auch von Bruce Springsteen stammen, "Can´t Do It Again" ist ein richtiger Partyeinheizer, der einfach flott wie ein Hurrikane nach vorne rockt. Ruhiger geht es mit "Time Can Change" (wie recht er hat!), der zweiten Ballade weiter. Countrymäßig, an Bon Jovi´s Lost Highway erinnernd kommt "This Ain´t The Day" um die dritte Ballade "Love Can Break The Hardest Heart" anzuschliessen, der einzige Titel vielleicht, auf den man hätte verzichten können. Bei "Turn It Around" rockt er mal wieder, wie zu seinen besten Zeiten ab, bevor "Largs Pier Hotel" dieses sensationelle Teil beendet, eine Ballade, die wie ein irisches Volkslied klingt. Einfach nur schön und gemütlich, ein Bierchen (vielleicht noch eines…) und los geht es…… geniessen….

Vor zwei Jahren war es das letzte Mal, dass ich diese Ausahmestimme auf den Brettern, die die Welt bedeuten in der Münchner Alabamahalle erleben durfte. Wie immer ein grandioser Auftritt, live ein absoluter Genuß, noch gewaltiger, als auf Platte kommt seine Stimme hier zur Geltung. Manchmal musste man sogar Angst haben, dass er auf der Bühne zusammenbricht, so versucht er, alles aus sich heraus zu holen. Was für ein Profi! Viele der jungen Frontmänner könnten sich von diesem schon in die Jahre gekommenen Herrn eine Scheibe abschneiden. Einziger Wehrmutstropfen waren die nur 400 gekommenen Gäste, was aber wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass Jimmy in unseren Breitengraden nicht so populär und bekannt ist. Jimmy Barnes ist ein Familienunternehmen, Sohn Jackie spielt, wie auch auf dem Album am Schlagzeug und seine Tochter Mahalia singt die Backing Vocals. Auch sonst auf Tour, seine Familie ist immer mit dabei - Jimmy, nicht nur der Musiker, auch der Familienmensch.

Fazit: Ein starkes, ehrliches und zeitloses Stück Musik, was uns Herr Barnes, einer „der ganz Großen" und für mich vielleicht die prägnanteste Stimme seiner Zunft hier serviert, wenn auch „nicht ganz“ die Klasse solcher Alben wie "Freight Train Heart" oder "Working Class Man" erreicht wird! Das waren die Achziger und heute ist heute! Absolut empfehlenswert für jeden anspruchsvollen Musikliebhaber! Zusätzlich auch noch in einer Limited Edition, DCD + DVD erhältlich. Jimmy RULES!!!

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