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Cover  
Mekong Delta - Lurking Fear (CD)
Label: AFM Records
VÖ: 24.08.2007
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Art: Review
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Werner
Werner
(1000 Reviews)
7.5
Hier hat sich eine der ersten Progressiv Metal Bands Deutschlands re- bzw. neu formiert, um zehn Jahre nach dem letzten Output "Pictures Of An Exhibition" wieder ins Geschehen eines zwischenzeitlich schwer überschaubaren Genre zu greifen. Lange wurde da gemunkelt, ob's dazu überhaupt noch kommen würde, aber vor circa einem Jahr hatte Chefdenker Ralph Hubert a ka Björn Eklund das offizielle Statement bekannt gegeben um der Gerüchteküche ein endgültiges Ende zu setzen.

Geheimnistuerei war bei Mekong Delta immer schon so ein hausgemachtes Thema, angefangen von irreführenden Pseudonymen über bewusst inszenierte Medienscheuheit bis zur (fast) vollständigen Live- Abstinenz so ziemlich alles vertreten. Beim Comeback im Jahre 2007 scheint dies zumindest im Vorfeld ein Wendepunkt zu sein: es gibt optisch identifizierbare Musikerportraits (...)! Die vermeintlich „üblichen Verdächtigen“ hören auf so illustre Namen wie Leo Szpigiel (vox, ex- Scanner), Peter Lake (git, Theory in Practise) und Ulli Kusch (ds, ex- Masterplan, Ride The Sky).

Nach einigen hektischen Breaks am spielerischen Limit ist bereits nach wenigen Sekunden das wahre Gesicht von Mekong Delta enttarnt. Da sind sie wieder, all diese toxischen Riffattacken, jene unaufhörlich sperrigen Rhythmen, diese jähen Psychedelic Abfahrten und eine alles andere als leicht verdauliche, nämlich meist in hohen Lagen ertönende Gesangsperformance, mit denen der Hörer erst mal lernen muss, zurecht zu kommen. Dieses Phon-Labyrinth will erobert werden ... Verschnaufpausen gibt's also kaum, mal abgesehen von den kontrastierenden Stücken "Allegro Furioso" (Orchesterarrangements tun sich da hervor) und dem abschließenden "Allegro". Das ist – trotz allem Respekt – der Punkt, weshalb "Lurking Fear" in Sachen Nachvollziehbarkeit als extrem harte Nuss durchgeht und für mein Verständnis im selben Atemzug über weite Strecken gewissermaßen zu gleichförmig klingt. Erst im gemächlicheren "Rudes Of Corruption" erkennt man tendenzielle Variationsmanöver bevor es gegen Ende hin erneut "zäh" wird; und derartige Einsprengsel wie die coolen Flamenco-Klampfen in "Defenders Of The Faith" hätten in anderen Momenten sicher ebenso gut getan und nötige Frische erbracht. Wie gesagt, technisch ist "Lurking Fear" Champions League, existieren jedoch nur marginale Widerhaken oder Orientierungspunkte, auf die man sich irgendwie einstellen kann, wie man es bei den alten Scheiben "Principle Of The Doubt" oder "Dances Of Death" wesentlich öfter erlebt(e).

In Sachen Sound gäbe es indes nix zu meckern, sämtliche Feinheiten aller Akteure stehen ziemlich gut in Balance und werden einige Starkstrom-Mathe-Profis zu schätzen wissen lassen. Ach ja, Ende der Achtziger nannte man so diese Mucke Techno- Thrash, eine treffendere Genre Bezeichnung hätte ich gegenwärtig wohl auch nicht parat! Fazit: auch wenn sich meine Person irgendwie etwas anderes erwartet hatte und nicht so richtig Feuer und Flamme wird, sei Leuten, die speziell auf beinharten Progressiv bzw. "Techno"- Thrash abfahren, eine Kosterl empfohlen – denn fordernd ist "Lurking Fear" allemal; aber eines könnte da noch sein: vielleicht habe ich inzwischen auch nicht mehr die nötigen Nerven für derartig heiße Achterbahnfahrten ...

Trackliste
  1. Society In Dissolution
  2. Purification
  3. Immortal Hate
  4. Allegro Furioso
  5. Rules Of Corruption
  1. Ratters
  2. Moderate
  3. Defenders Of The Faith
  4. Symphony Of Agony
  5. Allegro
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