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Architects Of Chaoz - Mit Daniel Gildenlöw auf die Insel!
Architects Of Chaoz - Mit Daniel Gildenlöw auf die Insel!  
Es gibt in der deutschen Metal-Szene ein paar Tausendsassa, die uns mit mehreren Bands und Projekten immer wieder viel Freude bereiten.
Den Anfang unseres Interview-Doppelpacks macht Andi Ballnus, der u.a. bei Architects Of Chaoz und Perzonal War aktiv ist...
Alex Fähnrich
Alex Fähnrich
(9 Interviews)
Es gibt in der deutschen Metal-Szene ein paar Tausendsassa, die uns mit mehreren Bands und Projekten immer wieder viel Freude bereiten. Stellvertretend für diese Spezies der "metallischen Hyperaktivisten" haben sich Kalli (u.a. Masters Of Disguise und Abandoned), Andi (u.a. Architects Of Chaoz und Perzonal War) und Ulle (u.a. Lanfearund Them) netterweise zu einem Interview bereit erklärt, um uns einen tieferen Einblick in ihren metallischen Mikrokosmos, den man in ihrem Fall wohl eher als Makrokosmos bezeichnen müsste, zu gewähren.

Den Anfang macht Andi Ballnus, den ich über meinen Kumpel Gonzo kennengelernt habe. Beide spielten damals zusammen mit Joey und Dom bei Paul DiAnnos Phantomz. Daraus entwickelten sich die Architects Of Chaoz, die vor zwei Jahren mit "The League Of Shadows" ein bockstarkes Album veröffentlichten. Leider gab es immer wieder Probleme mit Paul, die schließlich zur Trennung führten. Ohne die ganze Sache an dieser Stelle nochmal aufrollen zu wollen, fand ich das Verhalten der Jungs seiner Zeit vorbildlich. Trotz des Shitstorms, der von DiAnno und seiner großen Anhängerschaft auf sie niederging, kam aus dem AoC-Lager kein negatives Wort über die Gegenseite. Im Gegenteil, man machte sogar eine Aktion zu Gunsten von Paule, der seit Jahren gesundheitlich stark angeschlagen ist. Integrität und Loyalität sind also wichtige Attribute bei den Architects Of Chaoz und charakterisieren auch Andi ziemlich treffend. Wie man dem folgenden Interview entnehmen kann, ist ihm der Austausch mit anderen Menschen sehr wichtig und so habe ich ihn auch persönlich kennengelernt, nämlich als völlig relaxten, geselligen und smarten Typ, mit dem man stundenlang über Musik philosophieren kann.
Viel Spaß beim Lesen!



DarkScene: Stellst du dich als Erstes bitte kurz vor.

Andi: Andreas Ballnus, 38 Jahre und Gitarrist bei Architects of Chaoz und Perzonal War. Ausserdem noch Live-Bassist bei Agrypnie.

DarkScene: Wann hast du dich dem Heavy Metal verschrieben und gab es ein Schlüsselerlebnis dazu?

Andi: Zwar lief auch in meinem Elternhaus gerne mal Deep Purple und dergleichen, aber es war ein Mixtape, das ich damals von einem Oberstufenschüler aus meiner Schule bekommen hatte und das mit Musik von Sodom, Blind Guardian, Kreator usw. bespielt war und mir völlig neue musikalische Welten eröffnet hat. Über die riesige Plattensammlung meines Onkels bin ich dann in den Folgewochen an Bands wie Iron Maiden und Judas Priest geraten. Da war es dann vorbei mit mir. Vom Artwork bis zur Musik stimmte einfach alles für mich.

DarkScene: Welche drei Alben nimmst du mit auf die berühmte einsame Insel? Auf Vinyl, CD oder MP3?

Andi: Pain of Salvation - "Remedy Lane"; Blue Oyster Cult - "Cultosaurus Erectus"; Fates Warning - "A Pleasant Shade of Gray"

DarkScene: Was hat dich dazu bewogen, selbst Musik zu machen und welche Bands/Musiker gehören zu deinen größten Einflüssen?

Andi: Mein Schlüsselerlebnis selber zur Gitarre greifen zu wollen war sicherlich als ich 1990 im Alter von elf Jahren zum ersten Mal AC/DCs "Thunderstruck" im Radio gehört habe. Ich hatte zwar vorher schon für kürzere Zeit mit dem Klavier bzw. Keyboard angefangen, aber Angus Young hat mich dann so richtig infiziert und eine Gitarre musste her. Einem Bekannten meines Vaters habe ich dann meine erste Gitarre für 120 Mark abgekauft und ab da habe ich versucht mir alles rauszuhören, was es in der elterlichen Plattensammlung gab. Daher gehört Blackmore sicherlich zu meinen frühesten Einflüssen. Zu meinen wichtigsten Einflüssen zählt allerdings Dimebag Darrell, da er es wie kaum ein anderer verstanden hat virtuoses Spiel mit Melodik und trotz allem brachialer Härte zu verbinden. Ansonsten muss ich noch Robben Ford nennen, der für mich den schönsten Ton in den Fingern hat.



DarkScene: Wieviel musst bzw. musstest du auf der Gitarre üben, um deine heutige Spielfertigkeit zu erlangen bzw. zu erhalten?

Andi: Als ich anfing mit der Gitarre konnten es gut und gerne schon mal sechs Stunden täglich sein. Mittlerweile komme ich vielleicht auf eine Stunde am Tag. Allerdings geht es mir heute auch nicht mehr darum neue Techniken zu lernen, sondern darum die Zeit zu nutzen um Songs zu schreiben. Ich bin sehr zufrieden damit, was ich auf der Gitarre kann. Ein zweiter Malmsteen oder Petrucci wollte ich sowieso nie werden. So etwas beeindruckt mich nicht besonders. Eine Note mit dem richtigen Tone sagt viel mehr aus als 30 Noten in derselben Zeit.

DarkScene: Welche Instrumente beherrschst du noch?

Andi: Ich spiele nach wie vor ein wenig Klavier. Zudem bin ich live auch als Bassist bei Agrypnie aktiv. Mit Torsten von Agrypnie verbindet mich eine jahrelange Freundschaft und ich war vor 12 Jahren als Gitarrist quasi Gründungsmitglied, bin dann aber vor 9 Jahren aus zeitlichen Gründen ausgestiegen. Vor drei Jahren hat er mich angerufen und gefragt, ob ich für eine Tour am Bass aushelfen kann. Und irgendwie dauert diese Tour bis heute an (Lacht!).

DarkScene: Bist du eher Einzelkämpfer oder Teamplayer?

Andi: Absoluter Teamplayer! Ich liebe es in einer Band zu spielen und zu sehen wie ein Song gemeinsam entsteht und wächst. Außerdem ist auf Tour zu gehen immer ein bisschen wie eine Klassenfahrt mit deinen besten Kumpels. Das ist einfach nur großartig und würde es sich nicht so anfühlen, würde ich in der Band auch nicht spielen wollen.

DarkScene: Könntest du dir vorstellen, ein komplettes Album im Alleingang aufzunehmen?

Andi: Das habe ich 2007 mit meinem Prog Metal Projekt Philosophobia getan. Eine super interessante Erfahrung, bei der ich ein Konzeptalbum geschrieben und vorproduziert habe und dann Musiker gesucht habe, die das Ganze mit mir umgesetzt haben. So habe ich z.B. Domenik Papaemmanouil von den griechischen Proggern Wastefall als Sänger einfliegen lassen und auch Alexander Landenburg (damals Annihilator, jetzt LC's Rhapsody & Cyrha) war mit an Bord. Eine super, wenn auch sehr arbeitsreiche, Zeit!

DarkScene: Wann hast du begonnen, dich eingehender mit Studiotechnik auseinander zu setzen und deine Musik selbst aufzunehmen?

Andi: Das muss Anfang der 2000er gewesen sein, als ich angefangen habe mit Cubase zu arbeiten. Allerdings wurde mir sehr schnell klar, dass ich keine kompletten Produktionen selber fahren wollte und auch immer noch nicht will. Mir reicht es, wenn ich eine hörbare Vorproduktion hinkriege. Bei der eigentlichen Produktion vertraue ich lieber auf richtige Studios und vor allem auch auf den Input des Produzenten.



DarkScene: Würde es dich reizen, auch fremde Bands zu produzieren und nur hinter den Reglern zu sitzen?

Andi: Eigentlich nicht. Ich gebe gerne im Studio meinen Senf dazu und trage somit zur Produktion bei. Der technische Aspekt (sprich: Verkabeln, Knöpfchen drehen, schneiden usw.) einer Produktion interessiert mich dagegen sehr wenig.

DarkScene: Auf welche deiner bisherigen Veröffentlichungen bist du besonders stolz und warum?

Andi: Mir fiele jetzt keine ein, auf die ich nicht stolz bin. Im Moment ist es aber das Anfang 2018 erscheinende neue Album der Architects of Chaoz, da es nicht nur unfassbar starke Songs enthält, sondern auch weil es uns als Einheit zeigt, die trotz des Shitstorms, der nach Pauls Ausscheiden aus der Band in den sozialen Medien wütete, zusammengehalten hat und musikalisch gewachsen ist. Außerdem habe ich hierfür das Cover- und Booklet Design gemacht, also bin ich darauf auch noch mal auf einer ganz anderen Ebene zusätzlich stolz.

DarkScene: Wie schaffst du es, deine vielfältigen musikalischen Aktivitäten unter einen Hut zu bekommen, ohne deine Familie und deinen Job zu vernachlässigen?

Andi: Indem man nicht voll arbeiten geht (Lacht!). Ich arbeite seit Jahren auf halber bzw. dreiviertel Stelle. Das ermöglicht genug Zeit, um an musikalischen Ideen zu arbeiten und auch um ausreichend Zeit für Familie und Freunde zu haben. Beim Thema touren bedarf es natürlich eines sehr flexiblen Arbeitgebers .

DarkScene: Welche deiner vielen Mitmusikanten haben dich am nachhaltigsten beeindruckt und warum?

Andi: Ich glaube, wenn es eins gibt, dass alle meine Bands bzw. deren Mitglieder eint und mich beeindruckt, dann ist es die Verfolgung des persönlichen musikalischen Traums und die völlige Überzeugung für die Band. Mit den Architects of Chaoz haben wir schwierige Zeiten hinter uns, aber jeder hat seine Vision für die Band und hey, wir sind immer noch da und ziehen unser Ding weiter durch. Perzonal War existieren jetzt seit 20 Jahren und haben immer an der Kante des Durchbruchs gekratzt und sind dennoch immer Underground geblieben. Metti und Martin haben aber einfach immer weiter ihren Schuh durchgezogen und sich nie angebiedert. Das finde ich absolut beindruckend! Ebenso Torsten von Agrypnie, der seit über 10 Jahren seine Vision verfolgt. Auf musikalischer Ebene möchte ich noch Alex J. Krienke nennen, mit dem ich bis vor kurzem in einer Blues- /Jazz-Band gespielt habe. Nicht nur sein musikalisches Können als Sänger und Pianist haben mich beeindruckt, sondern vor allem seine Herangehensweise an die Musik an sich, bei der das Genre überhaupt keine Rolle spielt. Diese Herangehensweise nach dem Motto "Good music is good, whatever you call it." hat mir wieder bewusst gemacht, dass Musik keine Grenzen kennt.



DarkScene: Mit welchen Musikern (dead or alive) würdest du gerne zusammenarbeiten, wenn du die freie Auswahl hättest?

Andi: Mit Daniel Gildenlöw von Pain of Salvation zusammen zu arbeiten fände ich sehr interessant. Ebenso mit Devin Townsend!

DarkScene: Gab es jemals Phasen in deiner Musikerkarriere, in denen du darüber nachgedacht hast, deine Klampfe an den Nagel zu hängen und dich deiner Briefmarkensammlung zu widmen?

Andi: Nein. Es gab zwar immer mal Zeiten, wo man sich überlegt hat, warum man Nächte auf der Autobahn verbringt, um von einem Gig zum nächsten zu kommen und am Ende doch nichts hängen geblieben ist, aber diese Gedanken waren und sind spätestens bei Betreten der Bühne wieder weg und man weiß, warum man genau das so gerne macht, was man macht. Ein Leben ohne Musik könnte ich mir nicht vorstellen.

DarkScene: Was sind bisher die Highlights deiner Karriere? An welche Erlebnisse denkst du besonders gern zurück?

Andi: Da gab es sicherlich einige. Zum einen sind das natürlich Auftritte auf dem Summerbreeze, Wacken o.ä. und Touren durch Russland, Finnland usw., aber die eigentlichen Highlights sind für mich immer die Gespräche mit den Konzertbesuchern nach dem Gig, bei denen man sich gerne auch mal ein, zwei Stunden festquatscht. Wir sind eben auch Metalheads und stehen auf dasselbe Zeug.

DarkScene: Wo würdest du gerne mal live auftreten?

Andi: Die 70.000 Tons of Metal fände ich prinzipiell reizvoll, allerdings lehne ich Kreuzfahrten ansich aufgrund ihres okölogischen Fingerabdrucks vehement ab. Also wird daraus wohl nichts (Lacht!). Als Krönung wäre Rock in Rio ein absoluter Traum.

DarkScene: Wie schätzt du die Entwicklung der Metal-Szene in den letzten Jahrzehnten ein und wie wird es wohl weitergehen?

Andi: In den letzten zehn Jahren ging es meines Erachtens in erster Linie darum noch brutaler, noch verfrickelter, noch tiefer und noch böser zu werden. Dieser Trend hat mir nie sonderlich gefallen. Ich beobachte neuerdings, dass viele dieser Bands grade eine Rückbesinnung zur Melodik durchmachen und auch die achtsaitige Gitarre wieder der normalen weicht.

DarkScene: Welche Bands bzw. Projekte genießen bei dir momentan Priorität und was dürfen wir von dir 2018 erwarten?

Andi: Ich bin bei jeder meiner Bands zu 100% dabei! Allerdings steht, wie oben erwähnt, Anfang 2018 das neue Architects of Chaoz Album an und mein Hauptaugenmerk liegt natürlich darauf! Durch gute Absprachen mit meinen anderen Bands steht dem aber auch nichts im Wege.

DarkScene: Famous last words: Was ich schon immer sagen wollte, aber mich nie getraut habe…

Andi: Ich will meine letzten Worte aber noch nicht sprechen (Lacht!)!

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