Tom Morellos neues Soloalbum
beginnt überraschend lässig und hörenswert. Warum? Weil es eben nicht so klingt, wie jede andere moderne US-Crossover Platte, weil die Riffs und Melodien lässig sind und weil der Sprechgesang vom Tom irgendwie nach dem seligen
Leonard Cohen klingt. Das macht vor Allem
"Everyone Gets Everything" sehr cool. Dass
"Adjourn It" dann wie ein aggressive groovender
Rage Against The Machine-Song tönt und durch die Gastvocals von
Serj Tankian und Sohnemann
Roman Morello im rappenden
System Of A Dwon-
Irrsinn punktet macht ebenso Laune, wie das nachdenkliche
"I Am Not Yours To Command" mit seiner dunklen und schwermütigen
Cohen-Bowie-Aura.
Dass
"Everyone Gets Everything They Want" in Folge dann nicht mehr wirklich spektakulär oder spannend klingt, kann man natürlich auch notieren.
"Soldier In The Army Of Love" und
"Date Night" zeigen dann nochmals die wummernd groovende
Morello-Seite. Auch
"Unconquered" mit dem irischen Hip-Hop-Trio
KNEECAP kann man anhören.
Wie viele Menschen das letztlich wirklich zu Jubelstürmen zwingt, weiß ich natürlich nicht, zumal Manches dann doch austauschbar und unspektakulär dahinpoltert. Bei
"The Last Rung On The Ladder" lässt Morello indes übrigens noch ziemlich lässig den
Cahs-Countryman im Soundtrackformat raushängen.
Was von "Everyone Gets Everything They Want" letztlich überbleibt, wird man sehen. Das wird die Zeit zeigen. Einerseits finde ich, dass
Tom Morello eine
phasenweise gute und abwechslungsreiche, moderne Platte am Start hat, die
vor allem jenen, die den 90er Crossover Morello gemocht hatten, gefallen sollte. Andererseits finde ich
einige der "Cohen-Chash-Momente "auch richtig gelungen und andererseits finde ich nicht wirklich den letzten Schlüssel zur Scheibe, die mir zwar mundet, die aber nicht unbedingt nach der Repeat-Taste schreit.
Der Kauf sei gut überlegt, Anhören aber ausdrücklich empfohlen. Der ein oder andere starke Song für die Playlist ist jedenfalls dabei…