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Judas Priest, Accept, Korn, Doro
30.07.2015, Schwarzer Adler Club, Tannheim-Egelsee 
Seerock Graz  
Unser Mr. Barnes reiste für Darkscene zum See-Rock Festival nach Graz. Mit im Gepäck bei der Rückkehr: Unzählige, tolle Fotos und ein Festivalbericht...
MrBarnes
MrBarnes
(15 Live-Berichte)
Unser unermüdlicher Mr. Barnes scheut in letzter Zeit keine Kosten und Mühen, um sein Gebein und sein "Freizeit-Tirol" Mobil quer durch Österreich und Deutschland zu wuchten, um uns nicht nur tolle Fotos (die kompletten Galerielinks findet ihr unten), sondern auch kompetente Liveberichte zu erstatten. Anbei nun der Beweis seiner letzten Reise, zum Seerock in Graz:

See Rock 2015
Ein für österreichische Verhältnisse wahrlich epochales "Ein-Tages-Festival" im Rahmen des "See Rock" am Schwarzl-See bei Graz motivierte mich, wieder einmal die Reise in die grüne Mark an zu treten. Nach etwas mehr als vier Stunden Fahrzeit und "Check In" im nahe gelegenen Hotel traf ich am Festivalgelände in Unterpremstätten ein. Kurz nach 13 Uhr begannen mit Ebony Archways, Mad Soul Empire, Rest in Fear, Detraced und Cannonball Ride vornehmlich lokale österreichische Bands, das am Donnerstag Nachmittag eher noch spärlich anwesende Publikum auf den Abend ein zu stimmen. Alle Bands waren jedoch top motiviert, quer durch den Gemüsegarten des "harten Rock" pflügend, einzig die Spielzeit war mit je 10 Minuten doch etwas kurz angesetzt.



"Richtig los ging das See Rock dann aber kurz nach 15 Uhr mit den Schwaben von Kissin`Dynamite. Deren auch in heimischen Gefilden bereits mehrfach live erprobter "Glam-Rock" knallte vom ersten Takt an ordentlich rein! Blondlocke und Sänger Hannes Braun erinnert optisch und gesangsmäßig an den jungen Basti Bach, ständig in Bewegung hat der gute Mann auch stimmlich ordentlich was drauf und schaffte es vom Start an, Stimmung ins nun besser gefüllte Auditorium zu bringen. Die ersten Fäuste gingen hoch, und Songs wie der Opener "DNA", "Money, Sex and Power" oder "She's a Killer" verfehlten ihre Wirkung auch bei jenen Besuchern nicht, die von der Band bis dato noch nichts gehört hatten. Eindeutig ein erfreulicher erster Höhepunkt am Schwarzl See!

Die norddeutschen Newcomer Beyond the Black folgten nach kurzem Umbau. Die "
Female Fronted Symphonic Metal Band" zauberte 35 Minuten lang mit den Songs ihres Albums "Songs of Love and Death" tolle Klangteppiche und filigrane Gothic Melodien gemischt mit hartem Rock auf die Bretter. Sängerin Jennifer Haben ist optisch ein wahrer "Hingucker", in Punkto "Bühnenpräsenz" ist man aber noch hinter Kissin`Dynamite zurück. Egal, sicher eine Band mit großer Zukunft, auch hier in Graz hat man zu gefallen gewusst!

Die nun folgenden Ill Nino sind, soweit bin ich ehrlich, trotz 17-jähriger Karriere und zahlreichen Veröffentlichungen und Touren bis zu diesem Tag komplett an mir vorüber gegangen. Umso erfreulicher war diese Bekanntschaft am Schwarzl See! Das "
erste richtige Brett" des Abends wurde ausgepackt, die Drum-Abteilung mit zusätzlichen Percussions aufgefettet und los ging die wuchtige und druckvolle "Latino-Nu-Metal-Party". Die Musiker selbst hatten sichtlich Spaß, was sich auch sofort auf das Publikum übertrug: Drummer Dave Chavarri grinste unaufhörlich hinter seiner Schießbude, Basser Laz Pina war ebenso ständig am herumblödeln wie die Gitarrenabteilung mit Ahrue Luster und Diego Verduzco. Einzig Sänger Cristian Machado war bemüht, den "bösen Shouter" raushängen zu lassen... Insgesamt ein gelungener Gig der sympathischen Truppe aus New Jersey. Schnell entschlossenen Alpenbewohnern seien hiermit der 5. August und das "Free and Easy" im Backstage München ans Herz gelegt, dort fiedeln Ill Nino das nächste Mal in unserer Nähe auf, noch dazu bei freiem Eintritt!





Musikalisch komplett konträr, optisch und gesanglich aber auch nach mehr als 30 Jahren noch ein Leckerbissen: die deutsche "
Metal Queen"! Doro war als nächstes an der Reihe, "Old School" pur ist angesagt, und natürlich schafft die Band es aus dem Stand, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, hat man doch unzählige Klassiker im Talon. So ist Doro auch am See Rock einmal mehr eine verlässliche Bank für eine gute Show. Frontfrau Doro selbst springt wie immer ununterbrochen über die geräumige Bühne, auch die Band ist sichtlich gut gelaunt, energiegeladen und in Spielfreude. Doro erwähnt, dass der Headliner des Abends, Judas Priest, ihr seinerzeit den Karrierestart im Vorprogramm ermöglicht hatte und freut sich über die vielen "Metalheads" hier in Graz. Songmäßig grätscht man von "Burning the Witches" bis zu den Nummern der letzten CD "Raise Your Fist", fürs Publikum mit dabei, für meine Wenigkeit in einem 60 Minuten Set durchaus verzichtbar – "Für Immer", aber was soll`s. Als letzte, eher ungeplante, Zugabe ("der Promoter gibt uns noch 2 Minuten, which song do you wanna hear?") kommt "East Meets West", das Publikum ist ebenso zufrieden wie ich.
Doro geht immer!




Accept, die nach den Scorpions (die übrigens vor einem Jahr hier beim Seerock spielten) wohl erfolgreichste deutsche Heavy Metal Band, waren nun an der Reihe, die metallische "
Old School" Abteilung weiter in Stimmung zu bringen. Seit Frühjahr 2015 sind ja Gitarrist Uwe Lulis und Schlagzeuger Christopher Williams mit an Bord der wieder erstarkten deutschen Metal Institution, live aber nach wie vor Dreh- und Angelpunkt sind die "Chefs": Peter Baltes am Bass und Wolf Hoffmann "on lead guitar"! Mit "Stampede" wird wie schon letzten Herbst in München (Livereview) druckvoll eröffnet, auch "Stalingrad" folgt planmäßig, und die nun geschätzten 5.000 anwesenden Metalmaniacs sind aus dem Häuschen! Wie schon zuvor bei Doro gilt es auch hier, unpackbar viele Klassiker in ein, in diesem Fall 70 minütiges Set, zu schrauben. "Fast as a Shark", "Metal Heart" und auch neuere Nummern der letzten drei CDs mit Sänger Marc Tornillo werden in die Arena geknallt, die Menge ist bis hinten zum Mischplatz voll dabei, doch mit "Balls to the Wall" ist dann aber leider auch schon Schluss! Auch hier gilt: live wie immer die Höchstnote, auch wenn die Bühne optisch heute sehr "lean" gehalten ist.




Die nun folgenden Korn störten nicht nur bei mir die mit Doro mittlerweile mental gut gestartete und von Accept kurz vor den Höhepunkt gebrachte "
Heavy Metal Party"! Auch wenn sie die populären Mitbegründer des "Nu Metal" sind, hier wirkten die Kalifornier doch etwas deplatziert, was auch bei den Publikumsreaktionen zu merken war. Mit "Blind" wurde das Set eröffnet, die Bühne mit unzähligen brennenden Kerzen veredelt, gleichzeitig begann es nun leider auch leicht zu regnen. Irgendwie wirkten Korn jedoch nicht sehr homogen, auch etwas unmotiviert, mehr nach dem Motto "jeder spielt, dazu wird gerappt, und irgendwann ist der Song vorbei"! Immerhin wusste Sänger Jonathan Davis auch durch gekonntes Dudelsack-Spielen zu begeistern. Egal, den Kornjüngern im Publikum hat es gefallen, meiner Meinung nach wäre hier eine weitere "Old School" Combo ala Saxon die bessere Investition ins Gesamtpaket des See Rock gewesen, oder ein aktueller Kracher wie Five Finger Death Punch, das ist aber wie gesagt "…nur meiner Meinung nach"…!




Nach „Korn“ folgt eine längere Umbaupause für die Gods of MetalJudas Priest! "Oberpriester" Rob Halford erscheint beim Opener "Dragonaut" mit Gehstock, die Bilder vom "Rollstuhl" und seinem angegriffenen Rücken kommen bei mir trotz Fotostress im Graben im Geiste hoch! Die Bühne ist mächtig, LED Screens überall, und Rob wandert singend auf und ab. Links auf der Bühne fast unentwegt fröhlich grinsend "Jungspund" Richie Faulkner, rechts die ergraute Eminenz an der Klampfe und in der Bewegung mit fast 67 Jahren doch schon etwas sparsamer: Glenn Tipton! Ganz rechts von ihm Basser Ian Hill, der wie gewohnt platzsparend agiert (der Mann wirkt für mich seit den frühen 80er Jahren wie auf einer Schibindung angeschraubt), dafür aber ordentlich Druck in der Rhythmusabteilung macht. Hoch oben im klassischen "Maiden-Bühnenaufbau" schwebend: der baumlange Drummer Scott Travis, mit fest angedrücktem Double-Bass ebenfalls ein Meister seiner Zunft! Bei "Metal Gods" ist Halford dann zum Glück ohne Stock unterwegs, und offensichtlich dem Alter entsprechend auch in blendender stimmlicher und körperlich guter Verfassung. Ein Streifzug durch fast 40 Jahre der britischen Metal-Legende wird durch das Eiblenden der jeweiligen Album-Covers auf den Screens unterstützt, auch Priest zünden gnadenlos einen Klassiker nach dem anderen. Im Gegensatz zum Korn Fronter Davis ist Rob Halford durchaus ein Sänger, der immer wieder kurze Hintergrund Geschichten zu den Songs zum Besten gibt und das begeisterte Publikum mit auf die Zeitreise von 40 Jahren "British Steel" nimmt. "Beyond The Realms Of Death" wurde als "härteste Ballade aller Zeiten" geschrieben und auch die Zeit der Frühphase inkl. "alcohol and toxic experimentation" beleuchtet….! Beim letzten Song des offiziellen Sets, "Hell Bent for Leather", kommt Halford dann wie immer mit seiner schweren Maschine und im gefühlten 10. gewechselten Outfit herein, quer im Mund eine Reitpeitsche. Als Zugaben werden "Electric Eye" und "You`ve Got Another Thing Comin" (inkl. Gitarrensolo von Richie Faulkner) gereicht, bevor mit "Painkiller", das live imaginär fast einen so breiten Scheitel wie den des Oberpriesters zu ziehen scheint, und "Living After Midnight" der Sack nach ca. 100 Minuten endgültig zu gemacht wird!

WOW, das war wieder einmal "
Metal-Pur" und nach München (Livereview) und Linz (Livereview) die dritte großartige Priest-Show der letzten Zeit. Neben mir im "Wave-Breaker" wippen und shaken drei Generationen begeistert mit, und die abschließende Ansage "The Priest will be back!" gibt Hoffnung auf mehr!





Setlist Judas Priest:
Intro War Pigs
1. Battle Cry
2. Dragonaut
3. Metal Gods
4. Devil's Child
5. Victim of Changes
6. Halls of Valhalla
7. Turbo Lover
8. Redeemer of Souls
9. Beyond the Realms of Death
10. Jawbreaker
11. Breaking the Law
12. Hell Bent for Leather
---
13. The Hellion
14. Electric Eye
15. You've Got Another Thing Comin'
---
16. Painkiller
17. Living After Midnight
18. Beginning of the End



Mein persönliches Fazit aus dem Land des Kürbiskernöls: See Rock gab`s heuer in eintägiger, abgespeckter Form mit trotzdem speziell für "Old-Schooler“" perfektem Line-Up. Die schon erwähnten 10 - Minuten Vorbands könnten durch einen ordentlichen Opener ersetzt werden (No Bros??) und etwas mehr Werbung außerhalb von Facebook dürfte speziell überregional ein paar "Altfanaten" wie mich zum Besuch des hoffentlich wieder stark besetzten See Rock 2016 motivieren! Insgesamt jedoch großen Dank an die Veranstalter ein solches Festival auf die Bühne am Schwarzl See zu stellen und an Eve für das charmante "Zur-Arbeit-Treiben+ der Fotografen!





Anbei die kompletten Fotogalerien der Bands:

Judas Priest

Accept

Korn

Il Nino

Doro

Kissin' Dynamite

Beyond The Black

Vorbands
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