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Cover  
Artillery - By Inheritance (CD)
Label: Roadrunner Records
VÖ: 18.06.1990
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Art: Classic
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Werner
Werner
(1016 Reviews)
Nur wenige europäische Speed/Thrashalben schufen den großen Sprung, sich in die Domäne unzähliger US-Klassiker quasi "Altar-nahe" einzunisten. Artillery's drittes Geschoss "By Inheritance" ist eines jener "aufmüpfigen" des alten Kontinents, das uns ausgerechnet in der Epoche, als die Thrash-Flut zusehens rückläufig, nochmal eindrucksvoll beweisen sollte, welch Energiepotential in dieser Musik - sofern sie gezielt unter die Gürtellinie bzw. hervorragend klang-veredelt - steckt.

Apropos Klang-Veredelung - für "By Inheritance" krallten sich die fünf Dänen ihren Landsmann Flemming Rasmussen, der sich ja für die Produktionen der Metallica Multi-Platin Werke "Ride The Lightning", "Master Of Puppets", "...And Justice For All" verantwortlich zeichnete. Da grenzt es rückblickend schon an ein Verbrechen, dass die beiden, musikalisch ebenso nicht zu verachtenden Vorgänger "Fear Of Tomorrow" ('85) und "Terror Squad" ('87) mit einem derart dürftigen Sound ausgestattet wurden. Möglicherweise war es auch eine finanzielle Frage, denn das Britische Neat-Label, bei dem die Artilleristen zuvor unter Vertrag standen, war ja berühmt für seine Low-Budget-Productions.

Zu den großen Markenzeichen der im Jahre 1998 als Trio reaktivierten Band zählen sicher Sänger Flemming Ronsdorf, den man als Udo Dirkschneider des Thrash's bezeichnen könnte, als auch die Stakkatoriff-betonten, bis ins Detail ausgearbeiteten und niemals an Melodie einbüßenden Mittelstürmer und Flügelflitzer. Dieses erdrückende Powerplay kommt bei den auf "By Inheritance" zu erhaschenden Weltklasse-Tracks "Khomaniac", "Beneath The Clay" und dem Titelsong in Hälfte Eins dermaßen perfekt zur Geltung, dass die zweite sprichwörtlich nur noch als "zweite Garnitur" erscheint, hat letztlich diese Degradierung aber keineswegs nötig, denn die Drittel-Ballade "Don't Believe A Word" und der überaus gefällige Midtempo-Song "Equal At First" oder das bissig eingespielte Nazareth Cover "Razamanaz" besitzen immer noch ausreichend Klasse, um den Kantersieg locker mit nach Hause zu nehmen.

Hier sind alle Positionen und Spielerrollen wirklich optimal verteilt. Insbesondere die Brüder und “Mittelfeld-Regisseure“ Michael und Morten Stützer haben hier ein Riff-Inferno am Start, das nach Ausstellung eines Waffenschein's verlangt. Optisch schön abgerundet von einem Kent Mathieu Cover, der uns hier die Evolution vom Affen bis zum Maschinenmenschen sektorweise aufgliedert, hat dieser Meilenstein auch als 12“ Vinylcover im ewig gedehnten und gequälten Plattenregal seine wohlverdiente Existenzberechtigung.

Trackliste
  1. 7:00 From Tashkent
  2. Khomaniac
  3. Beneath The Clay (R.I.P.)
  4. By Inheritance
  5. Bombfood
  1. Don't Believe
  2. Life In Bondage
  3. Equal At First
  4. Razamanaz (Nazareth Cover)
  5. Back In The Trash
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