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274 Unsigned Reviews
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Cover  
Manilla Road - After Midnight Live (CD)
VÖ: 04.05.2010
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Art: Review
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Bruder Cle
Bruder Cle
(178 Reviews)
Keine Wertung
Ja, ich geb’ es zu. Auch mir hat sich die Genialität von Manilla Road erst Ende der 90er erschlossen. In den 80ern ist mir - wie so vielen anderen auch - die Band schlichtweg entgangen. Seitdem allerdings zähle ich mich zu den glühenden Verehrern der Musik von Mark „The Shark“ Shelton. Vor allem die frühe Schaffensperiode Ende der 70er und Anfang der 80er versprüht einen einzigartigen kauzigen, verkifften Charme. Dabei ist Mark keinesfalls ein Hippie sondern Metaller durch und durch und ein extrem unterschätzter Gitarrist obendrein. Schon auf dem ersten, im Jahr 1980 erschienenem Album "Invasion" lässt er sein Talent aufblitzen. Für ein Solo wie im Song "Empire" würden so manche Nachwuchsgitarristen auch heute noch töten.

Die vorliegende, vom Mastermind selbst liebevoll restaurierte aber bewusst nicht durch Overdubs verfälschte Aufnahme, stammt aus einer verschneiten Winternacht im Jahre 1979. An diesem Abend wurden Manilla Road eingeladen, in ihrer Heimatstadt Wichita beim Radiosender KMUW zur Geisterstunde einige Songs live zum Besten zu geben. Der erste Teil der Session bestand aus Material des kurze Zeit später veröffentlichten Debüts und ging leider verloren. Der zweite, für Die-Hard-Fans wesentlich interessantere Teil, enthält fünf nie auf CD oder LP veröffentlichte Stücke und liegt jetzt als Silberling auf Shadow Kingdom Records vor.

Teilweise erinnert die Musik eher an das erst sehr spät veröffentlichte "Mark Of The Beast"-Material aus dem Jahr 1981 ("Life’s So Hard"). Marks nasale Stimme, die genialen, ausladenden Soli und der solide Heavy Rock-Teppich machen aus den teils überlangen Kompositionen kleine Brillianten des Epic Metal, die den Geist der 70er in sich tragen ohne jedoch die gesunde Härte vermissen zu lassen. Der Sound ist in Anbetracht des Alters der Aufnahme geradezu sensationell gut und Mark himself hat sogar noch extra einige Liner Notes für diesen Release verfasst.

80er Metallern, die bislang noch keinen Draht zur Band gefunden haben, seien eher Alben wie "Crystal Logic" (zu dem an dieser Stelle in Kürze ein Classic Review nachgereicht wird) oder "Mystification" ans Herz gelegt. Für Manilla Road-Fans aber ist "Live After Midnight" natürlich ein unverzichtbares Kleinod, dem man andächtig huldigt.
Oder wie sagt Radiomoderatorin Sherry Avett zu Beginn der CD so schön: »So stay tuned and crank up your stereos!«

Trackliste
  1. Chromaphobia
  2. Life’s So Hard
  3. Pentacle Of Truth
  1. Dream Of Peace
  2. Herman Hill
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