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9.0
Nach mittlerweile neun Studioalben und bekannt als Ketzer des Black-Metal-Genres sowie Könige des USBM (US-Black-Metal) muss man Wolves In The Throne Room eigentlich niemandem mehr vorstellen. Und dennoch wächst die Fanbase des Gespanns um Nathan Weaver (Hauptgesang, E-Gitarre), Aaron Weaver (Schlagzeug, Synthesizer, Gesang), Kody Keyworth (E-Gitarre, Gesang) und Galen Baudhuin (Bass, Gesang) stetig. Deshalb sei kurz festgehalten:
- Herkunft: Olympia, Washington, USA - Status: Aktiv (gegründet 2002) - Genre: Atmospheric Black Metal - Themen: Natur, Kosmos, Mystik, Rituale, Mythologie Die Brüder Aaron und Nathan Weaver bilden das fundamentale Herzstück der Band. Zusammen mit Kody Keyworth (seit 2017 festes Mitglied) und Galen Baudhuin steht die aktuelle Live-Besetzung – unter anderem aktiv auf der „Knights of Tiamat“-Europatour im Herbst 2026 – bereit, um die nächsten ritualen Klanglandschaften zu entfesseln. Die Musiker verraten über ihren Jubiläumsdreher: „Das Album spielt 1000 Jahre in der Zukunft. Überlebende einer Katastrophe irren durch die gespenstischen Ruinen. Es ist eine Welt voller mutierter Kreaturen und offener Portale. Postapokalyptische Religion nimmt in einer wilden Landschaft Gestalt an.“ Am 23. Oktober 2026 kehren die Wölfe mit ihrem zehnten Langspieler "Estuary" aus den dunklen Wäldern Nordamerikas zurück. Die sechs Tracks sind mit dem Gütesiegel der Leidenschaft für ihre Musik versehen, die mit analogen Produktionsmethoden erschaffen wurde – ohne jegliche Abstriche. Der Großteil von "Estuary" wurde im bandeigenen „Owl Lodge“-Studio in Olympia, Washington, produziert und aufgenommen; die Schlagzeugspuren entstanden unter der Leitung von Nicholas Wilbur in „The Unknown“ – einer ehemaligen Kirche im kalifornisch anmutenden Anacortes, Washington. Wir hören uns jetzt an, was die Pioniere des Cascadian Black Metal mit "Estuary" abliefern. Im Opener und Titeltrack dauert es nach dem Beginn nicht lange, ehe man das Grunzen von Sänger Nathan Weaver hört, zuvor wird man aber von den kalten Tönen der USBM-Band umarmt und in die Dunkelheit gezogen. Über "Estuary" sagt Frontmann Nathan Weaver: „Wenn die Wildnis in Zukunft die Städte überwältigen würde, wären die Flussmündungen Reiche der Macht und Magie. In der Welt, die das Album erschafft, sind die Flussmündungen zentrale Knotenpunkte, an denen Magie physische Gestalt angenommen hat. Geister, sowohl gute als auch böse, wandeln auf der Erde.“ Lyrisch und musikalisch fängt das zehnte Schwarzwerk von Wolves In The Throne Room schon mal stark an. Die Background-Töne im sehr atmosphärischen "Knights of Tiamat" geben dem Lied einen Extra-Creep-Faktor, die in manchen Passagen zu vernehmenden Echos und die vielen Schattierungen des Black Metals machen eine so wundervolle, tiefgängige Stimmung und legen einen Schleier aus klanglichem Nebel aus, aus dem der Hörer dann durch bestialische Growls und ausheulende Gitarren gezogen wird. Fast zehn Minuten ist die Spielzeit von "Foretold in Reflections", das den Hörer in die Mangel nimmt und langsam durch diese dreht. Der hypnotische Grundton wird durch mal schnellere, mal langsamere Gitarren, Drums und Gesänge variiert. Ein besonders tolles Outro wartet auf euch on top! In "The Orca Cliffs" bekomme ich den Atmospheric Black Metal geliefert, den ich absolut gerne höre: Wüste Growls, melodischer Schwarzmetall, herrliche instrumentale Parts – hier im XXL-Format – und somit einen Kontrast, den so nur Black-Metal-Bands zaubern können. Das vorletzte Stück aus "Estuary" heißt "Ghosts Among the Obelisks", kratzt an der Acht-Minuten-Marke und wird von WITTR so kommentiert: „Ein Krieger begibt sich auf eine Reise von den Tiefebenen der alten Welt zu einem Zufluchtsort in den Bergen und durchquert dabei vergessene Ruinen, in denen uralte Geister spuken. Die Erde holt sich geduldig zurück, was einst erobert wurde, während die ferne Erinnerung an die alte Welt zu einem Mythos verblasst ist.“ Was das Lied an sich angeht, so genießt die Vorabsingle ohne Spoiler, nehmt euch die Zeit und schaut das herausragend konzipierte (Natur-)Video an, es lohnt sich und die visuelle Arbeit der Band wird auch honoriert! Das Finale der Platte heißt "Wretched Spirits, Land of the Light" und bleibt größtenteils in der Gangart des Albums, was so viel bedeutet wie: Wolves In The Throne Room und ihr "Estuary" bleiben während der kompletten gut 49 Minuten auf absolutem Top-Niveau! Mit "Estuary" hauen Wolves In The Throne Room ein bockstarkes zehntes Schwarzwerk raus, das die Ausnahmestellung der Band im USBM-Kosmos einmal mehr zementiert. Die US-Amerikaner verbinden ihre kompromisslose analoge Leidenschaft mit einem faszinierenden postapokalyptischen Konzept, das von der ersten bis zur letzten Minute unter die Haut geht. Ob schaurige Background-Echos, hypnotische Zehn-Minuten-Epen, wüste Growls oder herrlich ausufernde Instrumental-Parts im XXL-Format – die Wölfe halten das Level über die kompletten 49 Minuten auf absolutem Oberklasse-Niveau. Wer Bock auf perfekt austarierten Atmospheric Black Metal mit echtem Creep-Faktor und dichter Nebel-Atmosphäre hat, kommt an diesem Jubiläumsdreher schlichtweg nicht vorbei. Pflichtstoff! Trackliste
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Reviews
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