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Amorphis
02.12.2015, Komma, Wörgl 
 
Viermal Amorphis live innerhalb von zwei Jahren und fernab aller Festivalshows, ist selbst für den geeichten Metal-Veteranen, leidenschaftlichen Konzertbesucher und Redakteur keineswegs alltäglich...
DarksceneTom
DarksceneTom
(133 Live-Berichte)
Viermal Amorphis live inklusive eines Reviews innerhalb von zwei Jahren und fernab aller Festivalshows, ist selbst für den geeichten Metal-Veteranen, leidenschaftlichen Konzertbesucher und Redakteur keineswegs alltäglich. Letztendlich bestand aber natürlich auch zu keiner Sekunde ein Zweifel daran, dass man sich Amorphis auch im Herbst 2015 nicht entgehen lassen dürfte. Schon gar nicht mit einem Überalbum wie "Under The Red Cloud" (zum Review) im Gepäck. Schon zweimal nicht, wenn die Finnen erstmals seit der Tuonela-Tour in Innsbruck wieder Boden des Heiligen Landes betreten und schon dreimal nicht, wenn man die Möglichkeit hat Amorphis abseits des Mammut-Packages mit Nightwish und Arch Enemy bei einer "echten "Headlinershow zu erleben. Dass Amorphis im Komma Wörgl ein würdiger und perfekter Abschluss des 2015er Konzertjahres würden, stand für jene, die die Finnen zuletzt erleben durften fest und kein einziger der über 200 Anwesenden wird das letztendlich anders sehen.

Asphagor

Heimspiel im ersten Akt könnte man es nennen, wenn unsere Landsmänner von Asphagor den heutigen Support-Slot füllen. Höchst ambitioniert und musikalisch eigenständig gehen die Herren zu Werke, um dem Komma ihren Black Metal in old-school Manier zu präsentieren. Dass Asphagor absolute Überzeugungstäter sind, ist allseits bekannt und die präzise Liveshow, die sie heute vom Stapel lassen, passt perfekt zum guten Ruf der Band, die mit "ANTI" ein Album vorgelegt haben, das keine internationalen Vergleiche scheuen muss. Optisch und musikalisch ist hier alles absolut professionell und so schaffen es Asphagor ihre Fans von Beginn an mitzureißen. Wie auch schon auf Platte sind in meinen Augen vor Allem jene Songs richtig mitreißend, in denen die "Unterländer" ihren Black Metal extrem rhythmisch und im Midtempo vor sich hin treiben. Natürlich lassen einen aber auch die gezielt eingesetzten Blastbeats zustimmend nicken, zumal Asphagor nichts von alldem je übertreiben und eine ausgewogene Mischung kreiert haben, die sowohl die alteingesessene Corpsepaint-Gemeinde, wie auch aufgeschlossene Metalheads auf ihre Seite zieht.





Schade nur, dass der atmosphärische und mitunter sehr majestätische Black Metal heute eine Spur zu dünn abgemischt klingt. Mit mehr Dampf hinterm Kessel, mit mehr Druck und vor Allem mit etwas lauter in Szene gesetzten Vocals, hätte man Asphagor hier und heute wohl eine noch überzeugendere Show attestieren können.
So bleibt letztendlich und am Ende einer absolut professionellen und guten Show von Asphagor trotz positivem Fazit einfach das Gefühl, dass noch mehr drin gewesen wäre.

Amorphis

Pünktlichkeit ist eine Tugend und vor allem bei einer Show inmitten der Arbeitswoche ist es gut, dass man sich seit Jahren darauf verlassen kann, dass der Headliner im Komma Wörgl spätestens um 22:30 Uhr auf der Matte steht.
Von Beginn an überwältigt der perfekte Sound, den Amorphis heute auffahren. Die Gitarren, der Bass und insbesondere die Drums kommen mit einer derartigen Perfektion aus den Boxen, dass es nur so ein Genuss ist. Grund dafür sei laut Info des Tontechnikers, dass Amorphis mittlerweile fast ohne Saft auf den Bühnenmonitoren spielen. Wenn das wirklich so ist und das Resultat immer so brillant rüberkommt, dann bitte beibehalten, denn so einen perfekten Livesound hört man sonst nur bei den allergrößten Acts mit ihren millionenschweren Mammutanlagen.





Obwohl sich die Setlist der heutigen Show (meiner persönlichen Meinung nach) zu Beginn vielleicht etwas durchwachsen und verhalten vorstellt, tut das der richtig guten und ausgelassenen Stimmung im Komma keinen Abbruch. "Under The Red Cloud" hätte vielleicht mehr zu bieten gehabt, um noch explosiver in die Show zu starten. Insbesondere das gnadenlos treibende "Enemy At The Gates" oder das bärenstarke und flotte "Tree Of Ages" hätten den selbstredend starken, aber eher getragen gehaltenen Beginn mit "Under the Red Cloud", "Sacrifice " und "Bad Blood" doch ein wenig aufgelockert. Solch ein Jammern auf höchstem Niveau erübrigt sich aber natürlich ohnehin, wenn eine Klasseband mit einem unsterblich guten Song wie "Sky Is Mine" nachlegt. Allein für diese Gitarrenläufe könnte man immer wieder aufs Neue sterben.
Es ist ohnehin unfassbar und man staunt immer wieder aufs Neue, wenn man sich vor Augen führt, wie viele unglaubliche Gitarrenmelodien die Herren Esa Holopainen und Tomi Koivusaari erschaffen haben. Zumeist findet man in einem einzigen Amorphis Song mehr davon, als die meisten Musiker der Welt je erschaffen und das gleiche gilt für Keyboarder Santeri Kallio, der die Ehre hat eine Traummelodie nach der anderen rauslassen zu dürfen.

Während die Band gewohnt perfekt und zurückhaltend agiert, liegt es auch heute an Tomi Joutsen, den Zeremonienmeister zu mimen. Im Vergleich zu manch wortkargerer Show der Vergangenheit, ist der Amorphis Sänger, der auch heute wieder einen makellose Performance abliefert und sowohl seine emotionale Klarstimme, wie auch die fetten Growls perfekt aneinanderreiht, richtig gut gelaunt, dankbar und um Kommunikation mit dem Publikum bemüht. Das ist nicht immer so bei den oftmals unterkühlten Finnen. Hier und heute merkt man Amorphis aber vielleicht auch an, dass ihnen einen Headlinershow zwischen all den kürzer ausgefallenen Sets im Zuge des Nightwish-packages sichtlich Spaß macht. Das überragende "The Wanderer" markiert sogleich den ersten "Circle" Schwenk und zeitgleich eines der absoluten Highlights der Nacht, bevor die Nordmänner erstmals alte Klassiker rauslassen.





Wie immer tobt die Menge bei den legendären Songs der 90er und der ein oder andere weitere Knaller von "Tales..." oder "Elegy" wäre wohl auch heute gern gehört gewesen. Nicht, dass aktuelle Amorphis Songs schlechter wären als die Klassiker, den Liveset der Finnen lockern die alten Nummern aber immer immens auf und außerdem passen sie sich perfekt in den Gesamtsound der Band ein, ohne auch nur eine Sekunde verstaubt zu wirken. Das haben wir zuletzt bei der Tales From The Thousand Lakes Anniversary Tour (zum Livereview) eindrucksvoll erleben dürfen und genau dafür sprechen letztendlich auch die Publikumsreaktionen bei "On Rich And Poor" und "Drowned Maid", Songs die bis heute nichts von ihrer Größe verloren haben und beweisen, wie zeitlos und überragend Amorphis eh und je agierten. Die Bandperformance ist die pure Perfektion. Das Gesamtkunstwerk Amorphis klingt heute unfassbar tight und wie aus einem Guss!

Nach dem stampfenden "Enemy At The Gates" legen Amorphis mit "The Four Wise Ones" meinen persönlichen Übermoment der neuen Scheibe nach. Die Energie dieser Nummer sucht Ihresgleichen und macht dem Komma richtig Dampf. Ihre komplexen Strukturen und die zarte Prog-Note machen sie zu einer der hellsten Perlen des Bandschaffens. "Silent Waters" ist klasse, das treibende "My Kantele" einmal mehr eines der ganz großen Highlights. Die Zeit vergeht wie im Flug, das großartige "Hopeless Days" bestätigt einmal mehr meine Meinung, der vielleicht beste Amorphis Song aller Zeiten zu sein, bevor "House Of Sleep" den gewohnt umjubelten Abschluss des regulären Sets markiert. Der nächste Weltklassesong in Folge und das vorzeitige Aus einer makellosen Show eine zeitlebens absolut eigenständigen und überragenden Band!





Die Band lässt sich ein wenig bitten, bevor das neue "Death Of A King" mit seinem orientalischen Groove das nächste Ausrufezeichen setzt. Tomi Joutsen bedankt sich zum wiederholten Male beim richtig guten Publikum, "Silver Bride" ist und bleibt trotz all seiner romantischen Melancholie ein Megahit und wenn die Herren mit dem fesselnden "The Smoke" endgültig den letzten Akt einläuten, steht das Komma nochmals richtig Kopf. Nach exakt 90 Minuten ist Schluss. Aus vorbei. Es war grandios und musikalisch perfekt wie immer. Amorphis sind und bleiben eine der begnadetsten, sympathischsten und gleichzeitig bescheidensten Bands unserer Zeit und eine großartige Show wie diese hätte ohne Zweifel weit mehr Besucher verdient gehabt.

Die Band scheint dennoch gleichermaßen zufrieden und happy, wie ihre Fans und so gibt es wohl niemanden, der hier und heute nicht begeistert das Wörgler Komma verlassen hat!

Setlist Amorphis:
1. Under the Red Cloud
2. Sacrifice
3. Bad Blood
4. Sky Is Mine
5. The Wanderer
6. On Rich and Poor
7. Drowned Maid
8. Enemy at the Gates
9. The Four Wise Ones
10. Silent Waters
11. My Kantele
12. Hopeless Days
13. House of Sleep
---
14. Death of a King
15. Silver Bride
16. The Smoke

Zum Abschluss des Konzertjahres 2015 bleibt einmal mehr der Dank an die unkaputtbaren Veranstalter, die es trotz konstant widriger Bedingungen immer wieder möglich machen, dass wir im Heiligen Land Tirol regelmäßig tolle Shows erleben dürfen. Man kann nur hoffen, dass das so bleibt und die Fans von Landeck bis Wörgl und insbesondere in Innsbruck im nächsten Jahr wieder an einem Strang ziehen und im Sinne der Musik und der Künstler mithelfen, dass es auch so bleibt...

Die komplette Fotogalerie zur Show gibt's wieder mal unter diesem Link bei unserem Mr. Barnes auf Freizeit-Tirol,at.

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