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Cover  
Grim Reaper - At The Gates (CD)
Label: Dissonance Production
VÖ: 13.09.2019
Art: Review
UwePilger
UwePilger
(65 Reviews)
7.0
Nach drei starken und kultigen 80-er Werken ("See You In Hell", "Fear No Evil" und "Rock You To Hell") und dem zwischenzeitlichen Auseinanderbrechen der Band, bzw. dem kurzzeitigen Wechsel von Steve Grimmet zu Onslaught, war es länger ziemlich ruhig um die Briten. Erst 2016 formierte der in der Zwischenzeit leider unterschenkelamputierte Sänger, "seinen" Grim Reaper neu und setzte, wohl aus rechtlichen Gründen, noch seinen Namen davor. Das seinerzeits veröffentlichte Album "Walking In The Shadows" war dann auch ganz ordentlich, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Überhaupt sind Grim Reaper zwar immer eine der genannten "kultigen" Bands aus England, wenn auch ziemlich amerikanisch klingend, den Durchbruch haben sie aber nie geschafft. Auftritte auf den einschlägigen nostalgiebehafteten Festivals sollten hier irreführen bzgl. des Status der Band. Dazu reichen ein paar starke Songs, verteilt über 3-4 LP`s einfach nicht. "See You In Hell" kennt wohl jeder und auch vielleicht noch den Titelsong des dritten Albums, "Rock You To Hell. Aber dann? Alle Alben sind gut zu hören, leider ohne Langzeiteffekt. Dieses Schicksal wird wohl auch dem 2019-er Album "At The Gates" beschieden sein, so sehr ich es mir auch schön hören möchte.

Der Opener und Tielsong geht richtig gut und heavy ins Ohr, auch das darauf folgende "
Venom" zieht ordentlich mit, bereits bei Song Nr. 3 aber wirds wider deutlich abfallender. Alle Songs dieses erfreulich gut und organisch klingenden Albums, sind irgendwo zwischen "schön","nett" und "naja" angesiedelt. Es bleibt das alte Grim Reaper Problem: Tolle Ansätze, ein überragender Sänger, jedoch fehlen die wirklich im Ohr hängen bleibenden Songs. Würde man z.B. wie bei "Line Them Up+, das Gaspedal mal öfter durchtreten oder zumindest das Tempo innerhalb der Songs etwas variieren, so würde dies der Abwechslung sehr gut tun. Nur Midtempo ist eben auch langweilig, egal welche nette Melodien und handwerkliche Fähigkeiten man hat.

"At The Gates" ist beileibe kein schlechtes Album geworden, vielleicht sogar etwas besser als der Vorgänger, zu mehr als einem netten Kopfnicken wird es aber auch leider diesmal nicht reichen. Steve Grimmet ist ein sympathischer Kerl, ein großartiger Sänger und ein beachtenswerter Kämpfer....dies im Hinterkopf mit der Entstehungsgeschichte von "At The Gates" und seinem privaten gesundheitlichen Tiefschlag, lässt mich dann auch bewundernd zurück. Lieber echte "Fighter" mit Liebe zur Musik, auch wenn sie nicht immer überragend ist, als irgendwelche "Helden" die sich ihre Melodien nach dem gerade angesagten, potentiellen Publikum zusammenlügen ohne Hingabe und Liebe zur Mucke.

Trackliste
  1. At The Gates
  2. Venom
  3. What Lies Beneath
  4. The Hand That Rocks The Candle
  5. A Knock At The Door
  6. Rush
  1. Only When I Sleep
  2. Line Them Up
  3. Breakneck Speed
  4. Under The Hammer
  5. Shadow In The Dark
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