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Cover  
Thor - Metal Avenger (CD)
Label: Cleopatra, H'ART
VÖ: 13.11.2015
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Art: Review
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Thunderstryker
Thunderstryker
(143 Reviews)
8.0
Es ist wieder an der Zeit. Steht die Ankündigung einer neuen Thor, sind die ersten körperlichen Reaktionen ein vorfreudiges Lächeln, das automatische Anspannen des Bizeps und männliche Schweißausschüttung, oder, im Falle der Damenwelt, ein anlaufender Grundorgasmus, der zu seinem Höhepunkt kommt, wenn die CD den Weg ins eigene Heim findet. Sicher, so richtig gut (betrachtet nach der Lappen-Skala untrainierter Rock Hard-Redakteure) war keine der Veröffentlichungen des Kanadier-Gottes, auch nicht in seiner Chef-Phase um "Only The Strong" und "Unchained" herum, doch letztlich ist Spaß immer vorprogrammiert.

Seinem Spitznamen macht Thor, der alternde Muskelberg mit "Metal Avenger" alle Ehre und packt dafür auch das womöglich beste Cover der Bandgeschichte aus. Falls Manowar jemals Notiz nehmen: SO geht das. À propos, es ist erstaunlich, wie professionell die Kompositionen auf dieser CD sind, wäre der Sound nicht gewohnt dünn, die Stimme des Hammerschwingenden zum Weghören und nicht der ein oder andere schiefe Chor dabei, könnte man sagen, dass das Material alles schlägt, was die "Kings Of Metal" seit etwa einer Dekade auf den Markt gebracht haben.

Das scharfe Riff des Openers "Out Of Control", dem ein Testosteron-Text, der selbst Danzig wie einen Lauch wirken lässt, folgt, spielt wirklich Welten über Atrozitäten wie "Megaton Man" (das ja auch seine Reize hat!). Wenn die Heerscharen an Thor-Korrs diesen Refrain nicht inbrünstig mitsingen, ist etwas falsch. Eine noch größere Überraschung ist der Titeltrack des "Metal Avenger". Wo kommen denn diese Gitarren her?? Ach, "Fast" Eddie Clarke zupft die Saiten, alles klar. Aber auch der Rest des Songs ist Bossmusik und reiht sich ganz oben in Thor's nach Trainings-Schweiß riechender Ruhmeshalle rasierter Achseln ein.

Tonnenschwere Heaviness, die "Devastation Of Musculation" wie 4-KG-Hanteln wirken lässt, wird mit "Kings Of Thunder And Lightning" angeboten. Was auch immer da im Proberaum passiert ist, da wurde anständig gehustled. Henry Rollins spottet dann die auf den Namen "Master Of Revenge" hörende Hantelbank, die in erster Linie vom Refrain lebt. Der Hörer kann den eigenen Trizeps direkt wachsen sehen, wenn "Destruct" dick wie ein Eiweißshake durch die Boxen quillt. Die Stimme Jon-Mikl Thors ist nicht schön, aber das ist Phil Heath auch nicht.

"Heavy is the hammer that sends you back to hell!", heißt es im folgenden, Achtung, Überraschung, "The Hammer". Genauso heftig drückt das Riffing auch. Drücken ist ein gutes Stichwort: so viele Gewichte fasst eine Stange gar nicht, dass das melodische "Taste Of Victory" sie nicht stemmen könnte. Benannt nach einer DER Heavy Metal-Gruppen schlechthin, ist "Heavy Load" ein Musik gewordener breiter Lattzug zur Brust, langsam, getragen, befreiend. Im hohen Alter will es der Gee der Untergrundmusik wohl noch einmal wissen und verteilt akustische Pimpslaps an die Kids, dass man es noch in Jahren klatschen hört.



In Richtung der Trash-Film-Vergangenheit muss natürlich auch gezwinkert werden und nicht nur dem Titel nach ist "Legions Of The Psykon World" ein "Rock'n'Roll Nightmare"-Tribut, obskure Nintendo-Leadgitarren inklusive. Cheetah Chrome unterstützt das folgende, klassisch rockende "Drive", das eine großartige End-70er-Highway-Hymne abgegeben hätte. Ob das anno 2015 noch etwas reißt? Hat man diese 3 Minuten überlebt, kommt es ganz dick. Eine Ballade. Von Thor. Ja, mit Unterstützung von Betsy Bitch, aber.. eine Ballade?! Mut, der sich leider nicht bezahlt macht; dafür ist die Mannesstimme zu unpassend. Für einen Lacher zweifelsfrei gut.

Das komplette Highlight ist "T.H.O.R.". Der Drum-und-kriechendes Riff-Einstieg ist nichts weiter Erwähnenswertes und auch die Strophe ist "nur" gut, aber diesen Refrain bekommt man nie, nie, nie wieder aus dem Kopf. Das Lied kommt dem High End-Trash von "Thor Against The World" oder "Triumphant" sehr nahe und stellt im Alleingang das Arnold Sports Festival auf die Beine und reißt es auch eigenständig wieder ab. Mit "Atomic Man" reißt der Wahnsinn nicht ab und man würde sich fragen, ob Thor nun sich selber, bestimmte ähnlich getrimmte Bands, das Musikbusiness oder Gorilla Wear karikiert, wenn man nicht mit Mitsingen und Fistraisen beschäftigt wäre.

Nochmal auf das Gaspedal tritt "Wings Of Destiny", in dem sich Thor mit seinen Saufkumpanen das Mikro reicht und es damit auch entsprechend klingen lässt. Wäre auf "Sign Of The V" ein Höhepunkt gewesen, was aber tendentiell eher als negative Wertung zu sehen ist. Liest der Fan "Laws Of The Universe", könnte er die gedankliche Brücke zu "Warriors Of The Universe" schlagen, dabei ist es letztlich eher eine gute Halbballade mit einer mehr erzählten, als gesungenen Geschichte, unerwarteten 70er-Orgeln und einem ungeahnt passabel singenden Donnergott. Ein befriedigendes Cardio-After-Workout auf etwa 30 Kcal, weil das vorangegangene Training doch schon beinhart war.

Jetzt wagen wir es bei Darkscene tatsächlich, den "Metal Avenger" nicht im Kontext der Thor-Veröffentlichungen zu bewerten, wo er eine glatte 10 absahnen würde, sondern ihn im Kampf gegen die Flut an monatlichen Releases zu stellen, was für die vorangegangenen Alben Punktabzüge unabsehbarer Qualität bedeutet hätte. Doch so ehrlich muss man sein: dieses Album ist nicht nur gut, wenn man Uwe Boll und die WCW ab 2000 mag, sondern auch, wenn man auf astreinen Heavy Metal mit dicken Eiern, engen Ledertangas und einer Freikarte auf Lebenszeit zum Muskelrock Festival steht. Beide durchtrainierten Daumen nach oben!
Trackliste
  1. Out Of Control feat. Jussi Lehtisalo (Circle)
  2. Metal Avenger feat. Fast Eddie Clarke (Motörhead)
  3. Kings Of Thunder And Lightning feat. Scott Carlson (Repulsion)
  4. Master Of Revenge feat. Henry Rollins (Black Flag)
  5. Destruct feat. Brian Forsythe (Kix)
  6. The Hammer feat. Jay Jay French (Twisted Sister)
  7. Taste Of Victory feat. Betsy Bitch (Bitch) & Rikk Agnew (Christian Death)
  8. Heavy Load
  1. Legions Of The Psykon World feat. Jack Starr (Virgin Steele)
  2. Drive feat. Cheetah Chrome (The Dead Boys)
  3. Stars Upon Stars feat. Betsy Bitch (Bitch)
  4. T.H.O.R. feat. Joey Shithead (D.O.A.)
  5. Atomic Man feat. Peter Stjärnvind (Krux)
  6. Wings Of Destiny feat. Niklas Stålvind (Wolf)
  7. Law Of The Universe
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