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5651 Reviews
456 Classic Reviews
274 Unsigned Reviews
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Cover  
Lunar Shadow - Triumphator (EP)
Label: Eigenproduktion
VÖ: 2015
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Art: Review
Thunderstryker
Thunderstryker
(120 Reviews)
Keine Wertung
Es ist schon ein Running Gag der Musikgeschichte, dass der absolute Großteil der als "heiße, hungrige, vielversprechende (...) Newcomer" angepriesene tausendste Iron Maiden-in-Spandexhosen-Verschnitt auf der Suche nach Festival-Spandexschlampen, sich tatsächlich irgendwie verkauft, während die echten musikalischen Überraschungen aus den Schatten kommen und sich zumeist im Schweiße ihres Angesichts über die Herkulesaufgabe der self-made-Band Schritt für Schritt nach oben kämpfen, wo im gleichen Moment ihre erstgenannten unseligen Brüder schon lange exorbitante und unverhältnismäßige Lorbeeren einheimsen. Wäre das Musikgeschäft ein Roman, hätten die Protagonisten aus der Schattenwelt sicher alle Sympathien auf ihrer Seite, denn was ist schon romantischer, als die Art Underground-Pflege, die "größere" Bands der Marke Solstice und Atlantean Kodex betreiben? Aber warum sollte sich ein wirklich talentiertes Quintett von Luft und Liebe ernähren, wenn Atrozitäten wie Enforcer vermutlich schon auf goldenen Sänften zu ihren Auftritten getragen werden?

Nun, irgendwo in diesem Text steckt ein wenig Lunar Shadow drin, denn wäre die Welt eine gerechte, könnte man die großen Musikmagazine aufschlagen und es würde einen ein in Leder und Fell gekleideter Max Birbaum anlachen (oder vielmehr an-ernst-schauen), flankiert von den grimmig-klassisch posenden Hamacher-Brüdern (Bass & Gitarre), während auf der nächsten Seite ein vierseitiges Interview mit Sänger Alex Vornam geführt würde und Drummer Jörg Zehner ebenfalls einige Spalten in einem Musiker-hören-ihnen-vorgesetzte-Scheiben-Artikel bekäme. Das wäre gerecht. Aber gerecht wäre halt auch, wenn Joey DeMaio vor lauter Botox im Gesicht keine Alben mehr aufnehmen könnte.



Womit wir schon bei den Einflüssen von Lunar Shadow sind, die uns mit "Triumphator" eines der schönsten Cover 2015 vor die Augen setzen und das ganze mit dem Inhalt sogar noch toppen können. Fairer wäre es wohl, die Musik für sich sprechen zu lassen, um diese rund 20-Minütige Reise nicht zu verzerren, denn es steckt eine ganz gehörige Portion des berüchtigten "Eigenen" drin, aber würde die Essenz der guten Manowar-Alben die Leadmelodien von Solstice und die allgemeine Gitarrenlastigkeit von Riot treffen, hätten wir, vielleicht noch vermengt mit den Gesangsmelodien des Candlemass-Debüts, die EP ganz gut beschrieben. Völlig ausgeschlossen, dass Freunde des melodisch-erzählenden Heavy Metal sich hier nicht wie zu Hause fühlen.

Ebenfalls Zuflucht finden die Gepeinigten, die einen warmen Unterschlupf vor den von Andy Sneap, Charlie Bauerfeind und ähnlichen Regler-Tyrannen ausgelösten Sound-Kriegen suchen. Jedes Instrument ist zu verorten; es gibt keinen Sound-Brei und doch auch keine klinische Trennung. In einer für das Zielpublikum verständlicheren Sprache ausgedrückt: Wäre Robert E. Howard eine Produktion, würde er genau so klingen. Dankenswerterweise konnte eben dieses differenzierte Element auch zum Debütauftritt der Gruppe auf die Bühne transportiert werden.

"Kobra Khan" lässt zu Beginn weit über eine Minute die Gitarren sprechen, bevor es mit dem Gesang losgeht; genau so sieht eine amtliche Visitenkarte aus, besonders, wenn die Leadgitarre derart stimmt. Alex Vornam ist kein Eric Adams, nein, aber genau wie bei Johan Längquist oder Markus Becker für ihre Alben, bildet die Stimme eine hervorragende Synergie mit dem Songmaterial. "Metalian" klingt dann eine Spur europäischer, aber mehr im Sinne von schnelleren Warlord, als Bettler-und-Bauarbeiter-Metal in der Tradition Grave Diggers. Hausmannskost gibt es bei Lunar Shadow nicht, nur edle Küche. Das gilt besonders für das Solstice-ähnliche Mini-Epos "When The Last Grave Has Opened".

Wie die Metal-Gemeinde bisher ohne den Titeltrack "Triumphator" leben konnte, wird auf ewig ein Rätsel bleiben; hier passiert in knapp 5 Minuten mehr an tollen Melodien, als bei anderen Bands auf ganzen Alben. Einen Extra-Applaus übrigens für die stimmige Bass-Arbeit. Zwischen all dem Lob sollte aber angemerkt werden, dass -cut- nein, hier gibt es nichts zu meckern.
Wenn es im Jahr 2015 eine einzige EP gibt, die man haben sollte, dann ist es das Erstwerk von Lunar Shadow!

Trackliste
  1. Kobra Khan
  2. Metalian
  1. When The Last Grave Has Opened
  2. Triumphator
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Kommentare
Thanus
30.09.15 13:58: -
Verlockendes Review und die vier Songs klingen tatsächlich sehr vielversprechend.
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