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Cover  
Dracula - Jorn Lande & Trond Holter Present Dracula Swing Of Death (CD)
Label: Frontiers Records
VÖ: 23.01.2015
Art: Review
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Thunderstryker
Thunderstryker
(135 Reviews)
8.5
Jorn ist Konstanz im Mittelständischen-Hard Rock. Das ist seit über einem Jahrzehnt so und selbst die vermeintlichen Power Metal-Offenbarungen der frühen Masterplan sind "nur" überdurchschnittliche Ware (wobei die Truppe über solche Bezeichnungen wohl noch sehr froh wäre). Dafür gibt es auf der Gegenseite eben kein schlechtes Soloalbum des Sangesmeisters, ja, "Worldchanger" und "Out To Every Nation" sind gar kleine Genreklassiker, die ein erweiterter Rockkatalog nicht missen sollte. Zuletzt gingen die melodischen Wurzeln dieser frühen Jahre zugunsten von Dio-ähnlichen quasi-und voll-Tributen verloren. Oder hat noch jemand irgendeinen Refrain der "Traveller" im Ohr? Im Projekt mit Trond Holter, das uns mit "Swing Of Death" das lauwarme Dracula-Konzept präsentiert, wartet auf die Fans ein Goldstück, das auch morgen noch interessant ist.

Über Jorn's Fähigkeiten am Mikro muss man nur mehr so viel sagen: Er singt in Duetten Sängermarken wie Russell Allen (Allen/Lande) oder Tim Owens (live) derart durch die Wand, dass es direkt gruselig wird. Tatsächlich singt er sich im Album-Mithighlight "Save Me" gegen eine meterdicke Chorwand, unter der andere Sänger völlig begraben worden wären. Der große Pluspunkt der 10 Lieder ist die Melodielastigkeit durch und durch. Wem der Norweger auf den letzten Alben zu wenig gefordert wurde (Ha!), bekommt opernhaftes Duellieren vorgesetzt. Und das nicht im Nightwish-Sinne von "14-jährigen-Musik", sondern durch Trond Holters einprägsame und songdienliche Gitarrenarbeit auch im Männer-Format.



Während mit "Hands Of God" der schwächste regulär-Track am Beginn steht, geht es mit der Single-Auskopplung "Walking On Water" auf allerhöchstem Niveau weiter; dieser Refrain klebt nicht, sondern baut sich mit nackter Gewalt ein Schlösschen in den Hirnwindungen. Der Titeltrack geht dann beschwingt (...) und nostalgisch im Sinne der 50er-Jahre los und baut danach immer mehr Kraft auf. Auch hier wieder ein völliger Champions League-Refrain. Jorns Duettpartnerin macht eine durchaus gute Figur als Dracula-Opfer, während der Meister selbst einen gewitzt-bösen Spitzzahn abgibt. Großes Ohrenkino, ein wenig klischeebeladen, aber klassisch in allen Ecken, womit das Album-Thema seinen eigentlichen urigen Charme beibehält.

"Masquerade Ball" ist ein wenig böser und überzeugt mit einem besonders instrumentierten Mittelteil. Wer bis dahin keinen Refrain mitgenommen hat, wird spätestens bei "Save Me" kapitulieren; hier stimmt alles, von der über-melodischen Strophe bis hin zum passenden Gitarrensolo. Die B-Seite fällt etwas schwächer aus; so wäre "River Of Tears" auf vielen anderen Melodic-Alben ein Highlight, nimmt hier aber nur das Mittelmaß ein. Einzig "Queen Of The Dead" wäre noch groß erwähnenswert und ist der verdiente Longtrack des Album. Eine verschenkte Chance ist "True Love Through Blood", das als Instrumental die Befürchtung der Beliebigkeit nahelegte und sie bestätigt und letztlich der langweilige Soundtrack einer Vasektomie ist. Verschmerzbar, schlägt aber bei 10 Tracks auf die Wertung.

Letztlich ist "Swing Of Death" ein kleines Hitfeuerwerk, das die beteiligten Musiker auch mehr oder weniger dringend wieder brauchten und nun wieder fest auf der Landkarte sind. Dass Cover und Produktion stimmen, sind kleine Schmankerl, die man von Beteiligungen bei Frontiers auch erwartet. Kaufempfehlung für Melodic Rocker mit Anspruch!

Trackliste
  1. Hands of Your God
  2. Walking On Water
  3. Swing of Death
  4. Masquerade Ball
  5. Save Me
  1. River Of Tears
  2. Queen of the Dead
  3. Into the Dark
  4. True Love Through Blood (Instrumental)
  5. Under The Gun
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