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Cover  
Overkill - The Electric Age (CD)
Label: Nuclear Blast
VÖ: 30.03.2012
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Art: Review
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Professor Röar
Professor Röar
(123 Reviews)
8.0
Dass Overkill zu den verlässlichsten Bands im Thrash-Metal gehören, wissen Fans nicht erst seit dem überragenden 2010er-Album "Ironbound", auf dem die Band nach Jahren solider, jedoch auch etwas gleichförmiger Alben wieder zur Form der Anfangstage zurückfand und einen Kracher produzierte, von dem die unzähligen Jungbands zeitlebens höchstens träumen können. Auch live gehört das New Yorker Quintett zum besten, was die Szene zu bieten hat – Blitz ist immer noch als Frontman ungeschlagen und hat mit knapp 53 mehr Energie zu bieten, als alle Warbringers, Eviles und Suicidal Angels zusammen. Zudem überzeugt der New Yorker Schokoladeimporteur auch in Interviews – siehe dazu auch das Darkscene-Video-Feature vom letzten Jahr - durch seine gewitzte und sympathische Art. Kurz: Overkill sind die Knuddelbären des Thrash und man muss sie einfach mögen!

Und das wird sich auch mit dem neuesten Output "Electric Age" nicht ändern, auf dem die Herren vom ersten Song an Vollgas geben und sich dabei ziemlich eindeutig auf ihre Punk-Wurzeln besinnen. Der Großteil der Songs – beginnend mit dem Opener "Come And Get It" – ist im Uptempo-Bereich angesiedelt und beinhaltet wieder zahlreiche Moshpit-Vernichter und zukünftige Live-Hymnen. Dazwischen wird immer wieder das Tempo gedrosselt und der Rest von D.D. Vernis Kompositionen zieht im Midtempo vorbei, denn nur das Gaspedal durchzudrücken, war trotz aller Energieüberkapazitäten noch nie Overkills Strategie. Trotzdem muss man zugeben, dass Overkill am besten sind, wenn hymnische Refrains wie in "All Over But The Shouting" sich im Gehör festkrallen, oder wenn sie sich in Höchstgeschwindigkeit austoben, denn dann kommen solche Kracher wie das rasende "Save Yourself" raus, das definitiv den Höhepunkt von "Electric Age" darstellt. Eine Überraschung gibt es übrigens noch bei "Good Night", wo ein klassisches Akustikintro, den abschließenden High Speed-Rauswerfer einleitet.
Zwar zündet das Album nicht sofort und nach dem ersten Hören machte sich in der Redaktion schon etwas Enttäuschung breit. Doch auch "Electric Age" scheint die alte Regel zu bestätigen, dass die besten Alben sich erst langsam erschließen und sich ihre wahren Qualitäten erst nach mehrmaligem Hören entfalten. Und warum sollte "Electric Age" plötzlich aus der Reihe hervorragender Overkill-Alben ausscheren, enthält es doch alle Eckpfeiler des Overkill-Sounds: geradlinige Thrash-Riffs aus der Feder von Bassist D.D. Verni, Blitz' charismatischer und absolut eigenständiger Gesang, dazu absolut spitzenmäßige Soli des Gitarrenduos Dave Linsk und Derek Tailer.

Gemäß dem Motto "We don't care what you say!" aus dem Uralt-Kracher "Fuck You!" scheren sich Overkill auch diesmal einen Dreck um Trends und produzieren ein weiteres Album, das im Vergleich zum überragenden Vorgänger" Ironbound" vielleicht knapp den Kürzeren zieht, jedoch alle Stärken des Overkill-Sounds beeinhaltet und zudem mit einem absolut coolen Cover-Artwork aufwarten kann. Da dem Professor diese Mucke auch auf Album Nummer 17 immer noch nicht langweilig wird, spendiert er dafür 8 von 10 Genickbrüchen und kann es schon kaum erwarten, wenn nächstes Jahr das 18. Album ansteht.

Trackliste
  1. Come And Get It
  2. Electric Rattlesnake
  3. Wish You Were Dead
  4. Black Daze
  5. Save Yourself
  1. Drop The Hammer Down
  2. 21st Century Man
  3. Old Wounds, New Scars
  4. All Over But The Shouting
  5. Good Night
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