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Cover  
Meat Loaf - Bat Out Of Hell (CD)
Label: Cleveland International Records
VÖ: 1977
Homepage | MySpace
Art: Classic
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DarksceneTom
DarksceneTom
(2874 Reviews)
In Zeiten, als ein gewisser Joey DeMaio noch nicht mal wusste, wie man Eier, Leder oder Titten, geschweige denn Rock oder Metal schreibt, geisterten im genialen Hirn eines musikalischen Ausnahmetalents namens Jim Steinmann Visionen "Wagnerischer Rockmusik", Ideen opulenter Songs im Stile einer Rockoper herum. Genauer gesagt begab es sich in den frühen 70er Jahren, als eben jener begnadete Komponist und ein übergewichtiger, mit sagenhafter Stimme gesegneter Teilzeitmusicalsänger und Schauspieler (der 1967 nach dem tragischen Tod seiner Mutter sein durch Alkoholexzesse des Vaters zerrütteltes Elternhaus in Dallas Texas verließ um der Welt zu beweisen, dass auch ein zu Kindestagen gehänselter Junge etwas bewegen könnte) zueinander fanden. Meat Loaf war zu dieser Zeit bereits seit einigen Jahren auf Reise durch die USA, hatte wenig erfolgreiche Rock Bands gegründet, und wirkte nach der Veröffentlichung des 71er Albums "Stoney and Meat Loaf" geraume Zeit bei "Hair" mit, mit dessen Hippiegruppe er es letztendlich bis auf den Broadway schaffen sollte. Als der Dicke mit dem kolossalen Organ eben zu jener Zeit dann einen Raum in New York betrat, um für das Musical eines aufstrebenden Musicalkomponisten namens Steinmann vorzusingen, schlug eine der bedeutendsten Stunden der Musikhistory:

Jim Steinman fand in Meat Loaf genau jene herausragende Kraft und genau jenes monumentale Organ, das er zuvor vergeblich suchte. Eine Stimme wie ein Berg, und genau die Wucht, die seinen Ideen gefehlt hatte, um sie in ihrer vollen Größe zu inszenieren. Die Arbeiten an "Bat Out Of Hell" begannen 1972. Noch während die beiden Genies an den Kompositionen, die ursprünglich für ein Musical namens "Neverland" angedacht waren feilten, hatte Meat Loaf seinen triumphalen Auftritt als Eddie bei der "Rocky Horror Picture Show" und auf dem Ted Nugent Album "Free For All". Immer an seiner Seite Jim Steinmann. Die beiden Vollblutmusiker verband nebst der künstlerischen Vision eine tiefe Freundschaft, und anders wäre es wohl kaum möglich gewesen, die unzähligen Tiefschläge zu überstehen, die sich über zwei Jahre lang einstellten, bis sich endlich ein Label getraute die ausschweifenden Kompositionen fernab aller Hitmuster im Jahre 1977 zu veröffentlichen. War dieser Schritt bereits beschwerlich genug, lies dann auch der Erfolg von "Bat Out Of Hell" auf sich warten. Erst nach ausführlichen Tourneen durch kleine Clubs und zaghaften Versuchen progressiver Radiostationen, platzte der Knoten und die Musikwelt verstand, welch prächtig und revolutionäres Album sich in der großartigen Verpackung (das Fantasygemälde von Richard Corben ist bis heute eines der besten und wichtigsten Artworks überhaupt) von "Bat Out Of Hell" versteckte.
"Bat Out Of Hell" startete seinen nicht aufzuhaltenden Triumphzug im Jahre 1978, explodierte in den folgenden Jahren, und wurde zu einem der sieben meistverkauften Alben aller Zeiten. Noch heute werden jährlich über 200.000 Stück des mittlerweile knapp 43 Millionen Mal verkauften Werkes über die Ladentische geschoben.



Die Gründe dafür sind leicht zu erklären. Zuallererst ist "Bat Out Of Hell" absolut zeitlos. War es zu seiner Geburt noch ein Riesenschritt für die Rockmusik, so ist es heute der Inbegriff bombastisch gewaltiger Rockepen. Die Blaupause dramatisch arrangierter, ausschweifend und klassisch komponierter Rockmusik, die ihren eleganten und unwiderstehlichen Spagat zwischen Rock, Metal, Klassik, Gospel, Oper und Musical mit Bravour meistert.
"Bat Out Of Hell" beginnt mit dem fast schon brachialen Titeltrack. Ein epochaler Rocksong voll explosiver Kraft. Sein großartiges Gitarrensolo, Motorradheulen und die packende Atmosphäre haben mich bereits in frühen Kindestagen in ihren Bann gezogen. Die darauf folgende Dynamik, das ungeheuer heavy rockende Grundgerüst, das Wechselbad der Gefühlsebenen, und die einfach unfassbare Stimme von Metal Loaf, die sich beim Sprengkörper eines Refrains geradezu ins Hirn frisst, sind nicht von dieser Erde. "Bat Out Of Hell" ist ohne Frage einer der besten Rocksongs ever. Besser und progressiver kann man Klassik und Rock nicht vereinen, und auch wenn der fast 10-minütige Titelsong definitiv das Prunkstück des Albums ist, kann und muss man sich auch vor den restlichen neun Tracks ganz tief verbeugen.

Das romantisch und nicht minder dramatische "You Took The Words Right Out Of My Mouth", die wunderschönen Balladen "Heaven Can Wait" und "Two Out Of Three Aint´t Bad", oder das in drei Akte geteilte, und im inbrünstigen Duett mit Ellen Foley vorgetragene Epos "Paradise by the Dashboard Light" sind in all ihrer großartigen Inszenierung und ihrer majestätischen Ausstrahlung unabnützbare Dokumente der Rockmusik. Allesamt weit davon entfernt als typische Hitsingle bezeichnet zu werden, aber dennoch in den Herzen und Hirnen halbwegs gebildeter Rockfans ganz tief verinnerlicht. Am Ende eines Albums, durch das sich intelligente Songstrukturen, abwechslungsreiche Instrumentierung, traumhafte Pianopassagen und großartige, tief unter die Haut gehende Gesangslinien wie ein roter Faden ziehen, haben Steinmann und Metal Loaf jedoch den zweiten Jahrhundert-Track geparkt:
"For Crying Out Loud" ist ein weiteres unerreichtes Epos. Zart eingeleitet, ausschließlich von der Stimme des Fleischberges und den wunderschönen Klavierklängen getragen, wächst dieser Gänsehautmoment hin bis zur Explosion. Zur Präsentation tief unter die Haut gehender Spannung, packender Epik und einem orchestralen Finale, das nicht nur die Gänsehaut bis in die hinterste Körperfalte jagt, sondern auch eine der besten Gesangsleistungen offenbart, die die Rockwelt je erleben durfte.

"Bat Out Of Hell" findet hier sein würdiges, sein monumentales und großartiges Ende.
Dieses herausragende Album, dieses Manifest des Rocks wird Musikfreunde noch in Jahrhunderten in seinen Bann ziehen, begeistern und berühren. Es ist wunderschön, unberechenbar und zeitlos. Genau das hat es genau heute wieder mit einer spielerischen Leichtigkeit bewiesen, als es mich wieder aufs Neue nach nur wenigen Sekunden tief in seinen Bann gezogen, und vom ersten bis zum letzten Ton nicht mehr losgelassen hat.

Dieses Album ist schlicht und ergreifend großartig und absolut makellos!



Natürlich hätte es den Heavy Metal der 80er und 90 Jahre und nach dem Millennium, den Sound den wir kennen und lieben, ohne Black Sabbath, Deep Purple und Led Zeppelin nie gegeben. Ohne die musikalische Revolution eines "Bat Out Of Hell", ohne dessen Verinnerlichung aus Rock, Musical, Metal und Oper, und ohne seine bombastische Dramatik, und die in Rockklänge gehüllte Epik allerdings würden wir auch ganz schön traurig aus der Wäsche schauen.
Genau deshalb werden die Sterne von Meat Loaf und Jim Steinmann noch in Jahrtausenden verdammt hell vom Firmament der Kunst strahlen…
Trackliste
  1. Bat out of Hell (9:51)
  2. You Took the Words Right out of My Mouth (Hot Summer Night) (5:04)
  3. Heaven Can Wait (4:41)
  4. All Revved Up with No Place to Go (4:20)
  1. Two out of Three Ain't Bad (5:25)
  2. Paradise by the Dashboard Light (8:28)
  3. For Crying Out Loud (8:44)
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