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Cover  
Crowbar - Sever the Wicked Hand (CD)
Label: Century Media
VÖ: 11.02.2011
Homepage
Art: Review
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Professor Röar
Professor Röar
(123 Reviews)
8.5
Sechs Jahre ist es her, seit uns die Doom-Sludge-Urväter Crowbar zum letzten Mal mit einem Studiooutput beehrten. In diesen sechs Jahren musste der gewichtige Crowbar-Mastermind Kirk Windstein mitansehen, wie seine Heimatstadt New Orleans mehr oder weniger den Gulli runtergespült wurde, er war aber auch mit seinem Kumpel Phil Anselmo ziemlich erfolgreich mit Down unterwegs, erschloss sich zudem mit Kingdom of Sorrow noch eine weitere musikalische Spielwiese, schwor endgültig den Drogen und dem Alkohol ab und lies seine vor sechs Jahren neuen Mitstreiter, Bassist Patrick Bruders und Drummer Tommy Buckley, ziemlich untätig in der Ecke rumstehen. Ein paar Konzerte gab es zwar zwischendurch schon, neues Material wurde den Fans jedoch nicht gegönnt.

Doch die schier endlose Wartezeit ist nun vorbei und die Band, die unzählige andere, inzwischen weitaus erfolgreichere Musiker mit ihrer tonnenschweren Ultra-low-Doom-Thrash-Mixtur und den bis auf A heruntergestimmten Gitarren beeinflusst hat, versucht es mit "Sever the Wicked Hand" noch einmal. Und wie überaus gelungen dieses Comeback doch ist, denn trotz der erwartungsgemäßen Heavier-than-thou-Vollbedienung und Riffs, die in ihrer Schwere und massiven Power 99 % der im Vergleich dazu höchstens noch als Leichtgewichte akzeptablen Konkurrenz zu Staub zerbröseln, hat Kirk Windstein seiner seit nunmehr 22 Jahren richtungsweisenden Doom-Ursuppe durchaus mit einigen neuen Gewürzvariationen noch mehr Louisiana-Schärfe verliehen. Zwar gibt der intensive Opener "Isolation (Desperation)" die grundsätzliche Marschrichtung in extrem gedrosseltem Tempo vor, mit dem Titeltrack, der Videoauskoppelung "Cemetery Angels" und "Cleanse Me" finden sich aber auch zwei Uptempo-Thrasher, die für die Nackenmuskulatur jedes Crowbar-Fans durchaus unerwartete Belastungsproben darstellen könnten.
Doch auch sanftere Momente findet sich in all dieser gnadenlosen Heavyness, wenn etwa bei "Let It Moan" Windstein mit mehrstimmigen Gesangsharmonien überrascht, im Instrumental "Farewell to Misery" Piano und Männerchöre für gewisse Sprachlosigkeit sorgen und am Ende von "As I Become One" Akustikgitarren einen ungewohnt melodiösen Instrumentalpart einleiten.
Am besten sind Windstein und seine Truppe aber natürlich, wenn sie in Ultrazeitlupe schwerstes Doomriffing und große Emotion zu einem Urschrei der Traurigkeit kombinieren, wie in dem einem musikalischen Agoniekampf gleichenden "Liquid Sky and Cold Black Earth" und dem gleichermaßen schönen, wie bedrückenden "Echo an Eternity", unbestritten die Höhepunkte dieses an Großartigkeit übervollen Albums.

Trotzdem ist "Sever the Wicked Hand" natürlich grundsätzlich eine zentnerschwere Dampfwalze, eine Wall of Sound, so fett wie der legendäre Crowbar ex-Bassist Todd Strange, ein Berg von einem Heavy Metal-Album, so hart wie Titanstahl und so zähflüssig und heiß wie Magma aus dem Innersten der Erde.
Auch textlich ragt "Sever the Wicked Hand" aus dem für halbwegs im Besitze geistiger Gesundheit stehende Musikfreunde oft kaum zu ertragenden Einheitsbrei aus Phrasendrescherei zwischen postpubertärer Black Metal-Kasperei, stumpfsinniger Macho-Glam-Unlyrik und grenzdebilen True Metal-Plattitüden heraus. Denn Kirk Windstein hat in den ungemein persönlichen Texten auf "Sever the Wicked Hand" seinen inzwischen siegreichen Kampf gegen Alkohol- und Drogensucht verarbeitet und tut das in einer klischeefreien Sprache, wie sie in diesem Genre tatsächlich nur selten zu finden ist.

Vom Professor gibt’s für dieses grandiose Comeback natürlich nur höchste Anerkennung und für den vom Suff geheilten Mr. Windstein (der kürzlich Darkscene auch ausführlich in einem Interview Rede und Antwort stand) dafür 8,5 Pint feinste und urgesunde Tiroler Bio-Vollmilch von so glücklichen Kühen, dass ihnen nicht mal diese geballte dunkelschwarze Ladung an Weltschmerz den Appetit auf saftige, grüne Almwiesen verderben könnte.


Cemetery Angels
Trackliste
  1. Isolation (Desperation)
  2. Sever The Wicked Hand
  3. Liquid Sky And Cold Black Earth
  4. Let Me Mourn
  5. The Cementery Angels
  6. As I Become One
  1. A Farwell To Misery
  2. Protector Of The Shrine
  3. I Only Deal In Truth
  4. Echo An Eternity
  5. Cleanse Me, Heal Me
  6. Symbiosis
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