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Cover  
Monster Magnet - Mastermind (CD)
Label: Napalm Records
VÖ: 29.10.2010
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Art: Review
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Professor Röar
Professor Röar
(123 Reviews)
8.5
Die original stoned Stonerrockband ist zurück – und nachdem Dave Wyndorf, diese wandelnde Drogenvernichtungsmaschine, seinen Soundtrack für ausgedehnte LSD-Trips zu seligen "Space Lord"-Zeiten noch von Majorlabels vertreiben ließ, ist er nun, nach dem eher lauen "4-Way Diablo", auf dem seine vertonten Halluzinogen-Schweinerock-Elaborate nicht mehr so gefragt schienen und er auch hitdichtemäßig nicht an alte Heldentaten a la "Powertrip" anschließen konnte, beim österreichischen Minimallabel und ehemaligen Schwarzmetall-Dealer Napalm Records gelandet. Und dort wirken Monster Magnet inmitten von diversen mehr oder weniger lachhaften Gothic-, Pagan-, Mittelalter- und Symphonic-Metal-Bands so ideal platziert wie Motörheads Lemmy auf einer Klassenfahrt pubertierender Emo-Kids. Ob der Vertragsabschluss mit den Darkscene-Landsleuten eine letzte Verzweiflungstat Dave Wyndorfs war oder ob er, vollkommen zugedröhnt und breit wie ein kalifornischer Highway, gar nicht geschnallt hat, wem er da seine Seele verkauft, soll hier Nebensache sein, denn letztlich zählt ja das fertige Produkt und nicht, wer es einem verpackt. Ein Big Mac schmeckt ja auch immer gleich, ganz egal ob man ihn in Houston, Istanbul, Schönberg am Brenner oder Chiang Mai erwirbt.
Und der vorliegende Wyndorf'sche Big Mac mit dem Titel "Mastermind" rockt diesmal wieder fast so wie zu den glorreichen Zeiten in den 90ern, als die Monstermagneten ständig auf MTV zu Gast waren und Dave Wyndorf trotz permanenter Vollbedienung mit allerlei Pillen und Pulverchen bis knapp unters Kinn live so brutal die Hütte rockte, dass wohl so mancher pickelige Teenie im Publikum inspiriert von seinem auf der Bühne torkelnden Idol der Versuchung nicht widerstehen konnte, vor den Zugaben noch schnell von einem schmierigen Dealer im appetitlich vollgekackten Klo der Konzert-Venue ein halbes Kilo Trips zu erwerben und sogleich zu vertilgen. Those were the times, my friends, und falls besagte Teenager noch nicht – wie zeitweise Dave Wyndorf selbst – in der Klapse ekligen Geifer sabbernd lethargisch in der auf 80er-Stretchhoseniveau eng geschnürten Zwangsjacke "Look to Your Orb For the Warning" vor sich hin lallen, dürfen sie sich mit "Mastermind" wieder an die schöne bunte Welt von "Dopes To Infinity" oder "Powertrip" erinnert fühlen und Dave Wyndorf auf einem Trip folgen, so abgespaced, wie es bei Monstermagnet seit 15 Jahren nicht mehr war.
Eröffnet wird diese ungewöhnlich starke Rückkehr von Wyndorfs Mannschaft mit dem fiesen, schleppenden "Hallucination Bomb", einer Doom-Dampfwalze, wie sie Black Sabbath mit Ozzy zu ihren besten und benebeltsten Zeiten nicht heftiger hätten anrauchen können, und geschwindigkeits- und stimmungsmäßig in die gleiche Kerbe schlägt dann auch "When the Planes Fall From The Sky". Doch wie es für jede Stimmung und Tageszeit die richtige Droge gibt, bleibt auch Dave Wyndorf stets variabel und kredenzt mit "Bored With Sorcery" und "100 Million Miles" musikalische Ecstacy-Trips und schüttelt damit geradlinigen, puren high-speed Dope'n Roll locker aus der Hüfte, als hätte er sein ganzes Leben lang noch nie von Barbituraten gekostet.
Um die Auwahl an musikalischen Drogenäquivalenten zu vervollständigen, gibt’s ansonsten großteils den Wyndorf-typischen, alkohol-geschwängerter mid-tempo-Schweinerock, der geradlining, schwer und brachial daherwalzt, simpel gestrickt, jedoch mit solcher Inbrunst und mit der Energie eines testosterongedopten Tyrannosaurus Rex alles platt macht, was nicht schon von diversen Drögencocktails dahingerafft wurde. Sei es nun das coole, sich langsam steigernde "Dig that Hole", das stadiongerechte "Gods and Punks", der Titeltrack oder das abschließende "All Outta Nothin".
Zeit zum Ausruhen und Chillen zwischendurch nehmen sich Monster Magnet natürlich auch, wenn bei "The Titan Who Cried" spacige Klänge erschallen und ein ganzer Song vollkommen ohne Gitarre und Drums auskommt oder beim ruhigen "Time Machine", das die Hörer auf einen hypnotischen LSD-Trip schickt und Wyndorf von kaputten Zeitmaschinen und verflossener Liebe lamentiert. Auch hier legt das Schlagzeug eine Pause ein, dafür wecken die Gitarren Erinnerungen an die Doors, die ja wie Wyndorf bewusstseinserweiternden Substanzen auch nicht wirklich abgeneigt waren.
Ja, die Zeiten scheinen wieder besser zu werden mit einem solchen Soundtrack. Denn endlich fühlt man sich wieder, als wäre man irgendwo in der Gegend um Barstow, am Rande der Wüste in einem Cabrio mit offenem Verdeck und mit 100 Meilen am Highway, und rings um einen herum nur Schwärme riesiger Fledermäuse und das Hirn voller illegaler Substanzen und dreckiger Männerfantasien aus zum Leben erwachten Barbiepuppen mit riesigen Brüsten und kilometerlangen Beinen, so wie einst auf Monster Magnets Überalbum "Powertrip".
Mehr gibt's dazu nicht mehr zu sagen, außer vielleicht: "That ain't nothing a pill won't cure.", wie Dave Wyndorf in" Dig That Hole" so treffsicher formuliert. Und getreu diesem Motto verschreibt der Professor Monster Magnet 8,5 von 10 möglichen bunten Pillen, natürlich nur als Vorbeugung, denn von irgendwelchem Krankheitssymptomen merkt man bei Wyndorf und Konsorten seit diesem Hammeralbum sicher nichts mehr. Und eigentlich ist's ja vollkommen sinnlos über Fledermäuse zu schreiben, ihr werdet sie sowieso bald selbst sehen…

Trackliste
  1. Hallucination Bomb
  2. Bored With Sorcery
  3. Dig That Hole
  4. Gods and Punks
  5. The Titan Who Cried Like A Baby
  6. Mastermind
  1. 100 Million Miles
  2. Perish in Fire
  3. Time Machine
  4. When The Planes Fall From The Sky
  5. Ghost Story
  6. All Outta Nothin
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