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Cover  
Monster Magnet - Dopes To Infinity (CD)
Label: A&M Records
VÖ: 1995
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Art: Classic
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RedStar
RedStar
(243 Reviews)
Monster Magnet waren nach den undergroundigen "Spine of God" (1991) und "Superjudge" (1993) eher nur Insidern ein Begriff, bevor "Dopes To Infinity" das US-Quartett 1995 endgültig aus dem drogengeschwängerten Untergrund in die andere Sphäre des Erfolges katapultierte und für die Band den Durchbruch auf internationaler Ebene bescherte. Ich selbst wurde 1993 im Münchner Terminal 1 im Zuge der Sisters Of Mercy/Ramones – Tour, in deren Rahmen Monster Magnet als Opener fungierten (die ebenfalls angekündigten Type O Negative sagten das Konzert wegen einer Bombendrohung ab), auf die spacigen Amis aufmerksam.

Unter dem Einfluß von Spacerock-/70ies Psychedelic-/Krautrock (Hawkwind, Blue Cheer) oder Frühpunk-Bands (MC 5, The Jam) und Black Sabbath köchelte Mastermind Dave Wyndorf sein eigenes, wohlmundiges Stoner/Psychedelic/Space Rock - Süppchen, das aufgrund der erstklassigen Güte und Qualität zunehmend auch der breiten Masse munden mochte. Gleich der Opener mit dem bedeutungsschwangeren (Album-)Titel "Dopes To Infinity" läßt schwere Riffs a la Black Sabbath aus den Boxen quellen, bevor der Singlehit "Negasonic Teenage Warhead" mit seinem Chorus, seiner Gitarrenarbeit und Melodieführung ganz großen Breitwandrock bietet.

Wo andere Bands doch zu dreckig-speckig waren, konnte Wyndorf als schlanker, wenngleich auch damals schon drogenverstrahlter, cooler und wilder Rock n´ Roll Biker punkten. Das musikalische Klischee wollte auch optisch ausgelebt werden, Wyndorf war die massenkompatible Galionsfigur der verhalten-wild-dreckig-rockenden Retro-Schlaghosen-Lederjacken-Mittelscheitel - Generation (Kyuss, Soundgarden, Warrior Soul etc.) und verkörperte damals mit seinem Äußeren (verspiegelte Sonnenbrillen, nackter Oberkörper mit Lederweste etc.) und Habitus (große Gesten, Alk & Drogen) genau das, was Monster Magnet auf Bandebene als optisches Konzept umzusetzen versuchten. Demzufolge standen Motorblöcke, Flammensäulen, Neonlichter oder Bikinigirls auf der regulären Tagesordnung. Zudem war Wyndorf ein toller, charismatischer Frontmann mit entsprechendem Reibeisenorgan.



Das fette, den gesamten Song dominierende Grundriff von "Look To Your Orb For The Warning" (das in einem wilden Crescendo endet, das förmlich ein Wurmloch in die Unendlichkeit öffnet), das monotone, tieftönige "Ego, the Living Planet" (ein abgedrehter Psychotrip mit Schreien, das auf Monotonie als Stilmittel setzt) oder das langsame "Third Alternative" bergen Hinweise auf die Verwendung von allerlei Substanzen bei der Entstehung der Songs. Getragenere Titel wie "All Friends and Kingdom Come", das simpel-effektive, schmeichelnde "Blow ´Em Off" oder das locker–beschwingte "Dead Christmas" (mit Orgel) stellen willkommene Kontrapunkte in der überragend wuchtigen und großen Soundlandschaft von Monster Magnet dar. Generell befindet sich auf dem, bis auf 2 Ausnahmen von Dave Wyndorf im Alleingang geschriebenen, Album kein Ausreißer, die exzellent geschriebenen, arrangierten und produzierten Songs schmeicheln dem großen Talent des Monster Magnet – Masterminds.

Weitere Perlen wie das spacig-psychedelische Monumentalstück "King Of Mars" oder das hellwache, rockige, laute und fetzige "I Control, I Fly" runden dieses unglaublich geile Rockalbum für die Ewigkeit ab. Als Hidden Track kann man nach dem Verklingen der letzten Töne des Rausschmeißers "Vertigo" noch die Spacerockeinlage namens "Forbidden Planet" hören – schlussendlich ist dieser Track aber nur ein knapp 3minütiges, experimentelles Instrumentalgeplänkel „from outta space“, aber wahrscheinlich symptomatisch für die damalige Befindlichkeit der Band um Wyndorf.

Die Band bzw. Wyndorf sind sowieso ein Musterbeispiel dafür, wie vermeintlich körper- und geistanregende halluzinogene und psychotrope Substanzen durch exzessiven Missbrauch eine Band sukzessive zerstören kann, sodaß die Erfolgskurve folgerichtig in Bälde wieder stetig nach unten zeigte. In Interviews äußerte sich der Mastermind unumwunden und offen zu den Unmengen an legalen und illegalen Drogen, die er seinem Körper zumutete. Begleitet von der Videosingle "Negasonic..." nahm der Monster Magnet-Spacetruck voll Fahrt auf und konnte auch die Charts knacken. Dieses Album ist Psychedelic – Mainstream – Rock im Breitwandformat, der orgiastische Distortion-Flashback, der dir das Hirn grillt! "Dopes To Infinity": All Killers, No Fillers, unglaublich gutes Album!

War der Nachfolger "Powertrip" (mitsamt dem Überhit "Space Lord") noch absolut heiße Schei?e, so vermochte die Band auf den nachfolgenden Alben "God Says No", "Monolithic Baby!" und "4-Way Diablo" nur noch vereinzelte Songperlen zu platzieren. Der kontinuierliche Drogenkonsum samt entsprechendem Lebensstil ließ die ehemalige Psychedelic-Rock-Ikone Wyndorf zunehmend aus der Form gehen, mäßige Livekonzerte (wie jenes seinerzeit in Wörgl) vor immer spärlicher werdenden Zuschauerkulissen wurden der ehemaligen Klasse der Band nicht mehr gerecht.

Trackliste
  1. Dopes To Infinity
  2. Negasonic Teenage Warhead
  3. Look To Your Orb For The Warning
  4. All Friends And Kingdom Come
  5. Ego, The Living Planet
  6. Blow 'em Off
  1. Third Alternative
  2. I Control, I Fly
  3. King Of Mars
  4. Dead Christmas
  5. Theme From 'Masterburner'
  6. Vertigo
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