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Metallica, Ghost
18.08.2019, Airport Letnany, Prag 
Metallica  
Alte Liebe rostet bekanntlich ja nicht, und auch wenn die ersten fünf Jahrtausendalben mittlerweile bereits über 28 Jahre am Buckel haben, ist es immer wieder schön, Hetfield und Co. seine Aufwartung zu machen. Diesmal vielleicht sogar schöner, als in den
DarksceneTom
DarksceneTom
(134 Live-Berichte)
Dass für das Jahr 2019 die "Stadionrockparole" ausgerufen wurde, durfte ich mir ja bereits beim Bericht der superben Def Leppard / Whitesnake-Show in Mailand (zum Live Review) aus den Fingern schütteln. Gepaart mit einem beeindruckenden Prag-Wochenende sollte dieser Sommer nun also auch ein neuerliches Treffen mit unser aller Helden von Metallica bringen. Alte Liebe rostet bekanntlich ja nicht, und auch wenn die ersten fünf Jahrtausendalben mittlerweile bereits über 28 Jahre am Buckel haben, ist es immer wieder schön, Hetfield und Co. seine Aufwartung zu machen. Metallica sind und bleiben die größte Metal Band des Planeten und live waren sie ohnehin schon immer die Reise wert. Diesmal vielleicht sogar wieder mehr als in den Jahren zuvor, zumal die Amis in den letzten Jahren mit "Hardwired...To Self Destruct" und "Death Magnetic" ihre zwei besten Alben seit 1991 veröffentlicht haben und jegliche blöden Ideen der Jahre "dazwischen" scheinbar vergessen sind.

Langer Rede, kurzer Sinn: Es ist schweineheiß an diesem strahlenden Prager Sommersonntag. 70.000 Fans sollen es heute sein, die sich vor der absolut beeindruckende Metallica Bühne zum kollektiven Feiern und Schwitzen einfinden. Weil es unser erstes Konzert in der Tschechei ist, darf auch noch kurz die Organisation ums Flughafengelände von Letnany besprochen werden. Lukullisch fahren die Tschechen ein absolutes Top-Programm auf. Es wird frisch gegrillt, gebraten und allerorts werden auch süße Leckereien kreiert. Genauso wie überall in der Stadt, gibt es natürlich auch massenweise Bier der höchsten Güteklasse. Die Verpflegungsstanddichte und deren Qualität scheint am obersten Niveau und auch das Konzertgelände, mit den an den Flanken aufgebauten Sitzplatztribünen weiß zu gefallen.



Dass die erste Vorband Bokassa aufgrund der Hitze und des Bierangebotes nicht an unserem Leben teilnehmen würde, war vorauszusehen. Um 18:15 war aber Aufmerksamkeit geboten. Ghost betreten die Bühne und bereits jetzt, scheint das Feld so voll, wie wir es aus unserer Position im vordersten Viertel der Menge aus beurteilen nur können. Schade, dass die schwedischen Überflieger ihren okkulten und so atmosphärischen Mix aus Metal, Rock und Pop in die sengende Abendsonne rocken müssen. Das nimmt Ghost natürlich Vieles ihrer Theatralik und ihren sakrale Aura. Die Performance ist auf dieser Bühne aber dennoch sehr stark. Der Sound ist superfett, die Nameless Ghouls nützen Platz und Bühne superb aus, und Zeremonienmeister Cardinal Copia aka Tobias Forge gibt sich ebenso souverän, wie selbstbewusst. Kein Vergleich zum Auftritt einst vor Iron Maiden im Jahre 2013 (zum Live Review), als Ghost die Last der Bühnengröße und Kulisse noch keineswegs vollmundig verarbeiten konnten.

Heute agieren Ghost genau so, wie man es sich ob ihres Status erwarten darf. Fett, betörend und genau so einprägsam, wie sie es auf ihren Platten mittlerweile perfektioniert haben. Die Highlights sind dicht gebündelt und angefangen vom superben "Rats" bis hin zum tanzbaren Earcatcher "Dance Macabre" vom "Prequelle" Meisterwerk (zum Review) gibt es kaum Grund zu Kritik. Meine persönlichen Highlights sind "From The Pinnacle To The Pit", "Faith", "Mummy Dust" und das unantastbare "Square Hammer", aber auch jeder andere Track scheint perfekt in das Gesamtkonzept zu passen. Warum Ghost ihren Grammy-Hit "He Is" nicht vom Altar beten, erschließt sich mir indes zwar nicht (vielleicht ist es dafür einfach nur zu hell), nach ca. 70 mehr als unterhaltsamen Minuten, kann das die Freude über eine sehr geile Show aber nicht schmälern.



Ghost sind zu einer superben Liveband geworden. Das steht fest. Genau so, wie dass diese Band ihre gesamte Aura wohl bei einer Hallenshow wohl noch mehr entfalten kann. Dann gibt's die düsteren Sakramente nämlich auch in düsterer Umgebung und dann kann die lässige Bühne, die auf der überdimensionalen Metallica-Stage weitgehend untergeht, wohl auch ihre ganze Horror-Theatralik offenbaren.

Setlist:
1. Ashes
2. Rats
3. Absolution
4. Ritual
5. From the Pinnacle to the Pit
6. Faith
7. Cirice
8. Miasma (Papa Nihil on Saxophone)
9. Year Zero
10. Mummy Dust
11. Dance Macabre
12. Square Hammer



Metallica

20:15, Primetime! Besser wird's dann auch nicht mehr und auch wenn wir "alten Hasen" immer wieder zu Recht gerne über Vieles nörgeln, was Metallica in den letzten drei Dekaden so auf Platte gepresst haben, wenn unsere alten Helden dann wieder livehaftig vor uns stehen, sind Ehrfurcht, Freude und pure Sympathie angesagt. Alte Liebe rostet eben nicht.
Dass Metallica letztendlich immer noch das Maß aller Dinge sind, dürfen sie hier und heute einmal mehr eindrucksvoll beweisen. In Sachen Optik. Bühnen- und Bühnentechnik ist die aktuelle Tour wohl mit das Beste, das wir je erleben durften. Vier fette Kräne und fünf weitere Masten sind die Säulen der hochtechnischen Bühne, die locker 60 Meter misst und wohl geradeso in jedes Stadion passen wird. Mitten im Publikumsbereich stehen drei weitere Kranmasten, die mit der Hauptbühne verbunden, Spidercams über die Menge jagen und jeder einzelne von ihnen wird im Laufe der folgenden 2 1/2 Stunden mehrfach Feuer speien.



Ganz großes Kino. Genau so, wie die gesamte Kameratechnik, die aus der gesamten Bühne überdimensionale Videowalls macht und in Punkto Livefilm absolut Maßstäbe setzt. Es ist mehr als beeindruckend, wie die gefühlt hundert Kameras über das Publikum schweben, um immer punktgenau und passend zum Song dynamische Livebilder auf die fette Bühne zu beamen. Vorm Regisseur einer Metallica-Show und dessen Crew kann man nur ganz tief den imaginären Hut ziehen. Mehr geht nicht. Und, weil stilvolle Videosequenzen, Pyros und Laser geradezu inflationär eingesetzt werden und letztendlich auch das finale Feuerwerk so richtig klotzt, anstatt zu kleckern, stellt sich hier und heute wohl niemand mehr die Frage darüber, wer die größte Heavy Metal Band des Planeten ist.
Chapeau!




Die Bühne und die opulente Show sind das eine, dass Metallica aber auch musikalisch überhaupt nichts anbrennen lassen und auch mit Mitte 50 noch immer eine schweißtreibende Show von satten 150 Minuten abbrennen, ist das andere. Über die Setlist kann und wird man immer streiten. Mit einem Querschnitt durch alle Alben schaffen es Metallica heute aber ziemlich gut, jeden zu begeistern. Natürlich ist "Frantic" immer noch kein guter Song und auch "Spit Out The Bone" hat im Zugabenblock rein gar nichts verloren. Damit ist's mit der Kritik aber auch schon vorbei und alles andere, alle meine anderen Wünsche von "Four Horsemen", "Whiplash", "Fight Fire With Fire" bis hin zu "Battery" oder "The Thing That Should Not Be", und und und, können einfach nicht erhört werden.
Eine vollständige Metallica-Show müsste über 4 Stunden dauern. Geht nicht, also genießen wir, was wir kriegen, denn das ist schön genug.



Mit "Hardwired" liefern Hetfield und Co. mal gleich einen gelungenen Start ab. Der Song knallt und ist auch im Schatten der Vergangenheit einfach nur gut. Positiv überraschen darf dann gleich "The Memory Remains", das live und mit dem ultimativ fetten, druckvollen und lauten Sound der heutigen Show richtig fett doomen und weit besser als auf Konserve klingen darf. Es brodelt. Das Blut gerät langsam in Wallung und das wissen auch Metallica. Hetfield weiß einfach, wie er die Masse mit coolen Sprüchen und sympathischer Aura breitbeinig erwischt. "Ride The Lightning" darf durch den Prager Nachthimmel rattern und natürlich geht jetzt jeder durch die imaginäre Decke. Einfach nur geil, genauso wie das schwer groovende "Harvester Of Sorrow"-Moshmonster. So könnte es weitergehen. Tut es halt nicht, aber trotzdem bleibt's geil. "The Unforgiven" ist und bleibt ein weltklasse Song für die Ewigkeit. Beinahe entschuldigend, kündigt James eine weitere Nummer der "Ära 2.0" an. Metallica nehmen's mit Humor, dass im Grunde jeder nur auf die alten Hits wartet. "Here Comes Revenue" und "Moth Info The Flame" sind dennoch erwartet geil. Wie bereits auf "Hardwired To Self Destruct" (zum Review), zeugen sie von weiterer Genesung des Patienten und machen auch live richtig Laune. Vor Allem "Moth Info The Flame" wird nicht zuletzt durch die sagenhafte Pyroshow und Megaflammen, die einem noch im Publikum gefühlt die Haut ansengen, zu einem richtigen Burner.



Metallica schaffen es, die Stimmung konstant am Kochen zu halten. Ulrich pumpt richtig hart und kämpft wie ein Löwe (irgendwann wird er sich wohl auch die Zunge abbeisen, die er gefühlt immer aus dem Mund hängt), Kirk Hammet schwebt in gewohnte Manier über die Bühne und ist dabei genauso agil und beweglich wie Rob Trujullo, der seine Sache neuerlich tadellos macht, für mich persönlich aber immer noch nicht so recht zur Band passen will. Egal. In Wahrheit ist James Hetfield ja ohnehin der absolute Blickfang und Zeremonienmeister. Ein cooler Spruch jagt den nächsten und die Begeisterung und Spielfreude sind ihm diesmal wieder zu jeder Sekunde anzusehen, wenn er breitbeinig wie eh und je in seiner schwarzen Jeans, schwarzem Shirt und den beiden coolen, natürlich schwarzen, Schweißbändern auf der Bühne thront und sympathisch und nahbar erklärt, dass er einfach den geilsten Job der Welt und außerdem verdammt viele geile Gitarren hat. Dass Hetfield der beste Rhythmusgitarrist aller Zeiten war, ist und bleibt, steht ohnehin fest. Gesanglich ist er mittlerweile wohl auch am Zenith angelangt. Rau, charismatisch, kraftvoll und dennoch absolut treffsicher klingt einfach jeder Song genau so, wie man ihn hören will. Dass er sich offensichtlich wieder die ergraute Matte wachsen lässt ist auch ziemlich cool, und wenn er dann den "heavy shit" ausruft und das doomige "Sad But True" wie eh und je über unsere Matten bürstet, ist die Welt sowieso in Ordnung.



Fett, fetter, am Fettesten könnte man sagen. Zu "The Day That Never Comes" kann's indes auch keine zwei Meinungen geben. Eine perfekte Metallica-Halbballade, die live ebenso funktioniert, wie auf Platte und deren finaler Part dann auch in die Folklore-Einlage des Tages überleitet. War es vor zwei Tagen in Wien noch "Schifoan", so ist es in der Tschechei ein Song namens "Jozin z bazin", der von Rob und Kirk zum Besten gegeben wird. Totaler Schrott meiner Meinung nach, aber den Tschechen macht's offensichtlich Spaß. Der Ambros Wolferl wird's genau so verschmerzen wie wir. Zumindest die Teile von "Orion" machen da eh gleich wieder einiges gut. Dass wir uns dennoch irgendwie beim schwierigsten Teil einer ansonsten makellosen Show befinden, wird dann bei "Frantic" klar. "St. Anger" war einfach ein kompliziertes, scheiß Album, das niemand braucht und daran kann auch die absolut beeindruckende Lasershow nichts ändern.
Gottlob gibt's danach dann wirklich die volle Packung !



Das Donnergrollen, die Schüsse in der Ferne, die in ihren Tod marschierenden Soldaten auf der gefühlt endlos breiten und von Lasereffekten umrahmten Videowall. Die Show steuert mit dem immer wieder sagenhaften "One" ihrem Höhepunkt entgegen. Mehr Optik geht nicht. Bessere, erhabenere und intensivere Metal Songs wurden selten geschrieben, und dass die 70.000 Maniacs ab jetzt nur noch total durchdrehen, steht fest. Das Riffgewitter endet und "Master Of Puppets" treibt dann sowieso alle in den Wahnsinn. Jetzt steht alles Kopf, und dass James, Lars und Kirk es geradezu genießen, ist ihnen vom Gesicht zu lesen. Wer kann, der kann. Besser geht einfach nicht. Besser war Heavy Metal nie und besser wird er auch nie werden. Jeder einzelne schreit sich die Seele aus dem Leib und jeder einzelne dreht noch viel mehr durch, als Rob die Basstakte von "For Whom The Bell Tolls" anschlägt.



Ekstase pur, die Band steht mittlerweile am Steg mitten in der Menge, und man kann sich nur schwer vorstellen, wie massiv der Testosteronschub für die Herren sein muss, wenn man so einen unkaputtbaren Heavy Metal Hit mitten unter 70.000 völlig durchdrehenden Fans abfeuern darf. Es sei jenen vergönnt, die solche Referenz-Hits für die Ewigkeit geschrieben haben, die auch heute noch, 35 Jahre danach das Nonplusultra eines gesamten Genres darstellen und Fans von saualt, bis saujung gleichermaßen begeistern. Muss man extra erwähnen, dass das folgende "Seek And Destroy" die völlig durchgeschwitzte Crowd beinahe restlos zum Erliegen bringt? Wohl kaum!



Perfekt in Bild und Ton möchte man sagen! So geht Stadion-Metal und genau so bringt man jeden einzelnen Skeptiker und auch die ewiggestrigen Puristen und Metal-Polizisten zum Verstummen. Natürlich sind Metallica keine 20 oder 30 mehr und natürlich werden Hetfield und Co. Nie mehr im Leben so unbändig, so hemmungslos und perfekt klingen, wie auf den Tourneen zu "Justice For All" oder "Metallica". Müssen sie aber auch nicht.
"Live Shit" haben wir alle daheim und es ist schlicht unerreichbar. Viele von uns haben Metallica auch noch in den 80er und frühen 90er Jahren erleben dürfen und ich für meinen Teil bin auch sehr dankbar dafür und werde es sicher nie vergessen. Im Jahre 2019 ist das, was wir von Metallica heute erleben aber definitiv das Nonplusultra und es ist perfekt, großartig und beeindruckend.



120 Minuten sind um. Die reguläre Show ist beendet und auch, wenn die drei Zugaben nicht unbedingt meinen essentiellsten Bedürftnissen entsprechen, geben auch sie keinen Grund zu Kritik. Währen meine bessere Hälfte und ich langsam abkühlen, lassen Metallic noch "Spät Out The Bonne", das unvermeidliche "Not hing Else Maters" und natürlich auch das unkaputtbare "Enter Sandman" vom Stapel. Wenig überraschend, dass die Stimmung nochmals zum Bersten aufkocht, vor allem beim absoluten Gänsehautmoment, in dem die Videowall nur noch James' Riffhand einblendet, mit der er spannungsgeladen sein Plektron umdreht, auf dem die tschechische Fahne und das Datum der Show drauf sind. Ein ganz großer Moment, den nur der verstehen kann, der dabei war und der die Menge nochmals total ausrasten lässt.

Ende, over Out. Es war grandios, es war gerade zu überraschend und besser und fetter als erhofft und es ist auch absolut fannah und grandios, dass die gesamte Band noch eine gefühlte Ewigkeit nach der Show auf der Bühne bleibt, um mit den Fans zu feiern und gefühlt eine Million Prag-Plektrons und Drumsticks zu verteilen, bevor der emotionsschürende "Thank You, Prag" Movie ein letztes Mal die Mammut-Videowall ausfüllt, um mit den Bildern des Tages, Fan- und Bandvideosequenzen und Videos vom Aufbau der Bühne und aus der Goldenen Stadt, so manchem Fan die Tränen in die Augen zu treiben.
Ganz großes Kino, meine Herren!
Das Fazit dieser beeindruckenden und schlicht großartigen Show ist deutlicher und noch großartiger, als ich es mir erhofft hatte:
Sympathisch, souverän, nahbar: Metallica!In dieser Form gerne wieder.



Setlist Metallica:
1. Hardwired
2. The Memory Remains
3. Ride The Lightning
4. Harvester of Sorrow
5. The Unforgiven
6. Here Comes Revenge
7. Moth Into Flame
8. Sad But True
9. The Day That Never Comes
10. Kirk & Rob's "Jožin z bažin"
11. ManUNKind + Orion
12. Frantic
13. One
14. Master of Puppets
15. For Whom the Bell Tolls
16. Creeping Death
17. Seek and Destroy
---
18. Spit Out The Bone
19. Nothing Else Matters
20. Enter Sandman

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