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5613 Reviews
456 Classic Reviews
274 Unsigned Reviews
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Cover  
Count Raven - Destruction Of The Void (CD)
Label: Hellhound
VÖ: 1992
MySpace
Art: Classic
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Bad Lieutenant
Bad Lieutenant
(26 Reviews)
Schon kurz nach dem Genuss meiner allerersten Black Sabbath Scheibe erstand ich als Teenager Count Raven's "Destruction Of The Void" und konnte damals meinen Ohren kaum trauen: Hatten die vier Schweden Ozzy Osbourne als Gastsänger für ihr neues Werk gewinnen können, und wenn nicht, wer zum Geier nölte sich hier als täuschend echte 1:1 Kopie des Prince Of Darkness durch die Songs? Nun, der Mann hieß Dan Fondelius, war neben Vocals auch für Gitarre zuständig und ja, diese gesangstechnische Ähnlichkeit wirkte unverfroren, aber auch irgendwie charmant. Überhaupt schien das ganze Soundkonzept der Platte wie aus einer vergessenen Welt, zumal der Zeitgeist Anfang der Neunziger eigentlich in ganz andere Richtungen wehte, Stichwort Grunge.

Sollen Eddie Vedder und Konsorten ruhig die Charts entern, Count Raven betrieben dafür mit geradezu stoischer Ruhe ihre Seventies-Wurzelkunde und fühlten sich pudelwohl als renitente Bewahrer einer immer noch sehr lebendigen, dem schwer getragenen Zeitlupentempo des Doom verfallenen Subkultur. Und wo artverwandte Bands qualitativ gerade etwas schwächelten (St. Vitus) bzw. ihr Heil in psychedelischen Stoner-Variationen suchten (Trouble), lieferten Count Raven 1992 mit "Destruction Of The Void" ihr Glanzstück ab, ein Parforceritt an Soundgewalt und Sogwirkung, dem man nicht alle Tage ausgesetzt ist.

Los geht’s mit "Until Death Do Us Part", ein tonnenschweres Riff bahnt sich seinen Weg, Zeilen wie "…all the sorrows mine , spitting on all mankind..." machen keinen Hehl aus ihrer Verzweiflung am erbarmungswürdigen Zustand des Menschengeschlechts. Eine misanthropische Weltsicht durchzieht nicht nur den Opener: war das Debüt "Storm Warning" noch voll naiver Weltverbesserungs-Lyrik, verdunkeln sich hier Count Ravens Textergüsse zusehends.



Einzig der heimliche Album-Hit "Hippie`s Triumph" gibt sich noch ungebrochen der Utopie hin, "…if you want a better world today, then face it now and start thinking…". Der Titelsong hätte auch auf "Epicus Doomicus Metallicus", dem Klassiker ihrer Landsleute Candlemass, gute Figur gemacht (Johan Längqvist`s Bariton bitte dazu denken), "Let The Dead Bury The Dead" gibt sich mit beschwingtem Groove betont lässig, nur um in Minute 2:30 aus heiterem Himmel Platz für ein grandioses, melodisch expressionistisches Gitarren-Solo zu machen, das sogar Tony Iommi zur Ehre gereichen würde. Mit "Northern Lights" bekommt man ein wehmütig melancholisches Instrumental kredenzt, ein schwelgerischer Kitsch, ätherisch im Orbit schwebend, Krautrock-Acts wie Tangerine Dream oder Klaus Schultze fallen als Referenz, ganz groß! Wurde aber in Wahrheit nur eingebaut, um den weggedrifteten Hörer mit dem folgenden "Leaving The Warzone" umso heftiger aus der Reserve zu locken, Count Raven's beherzter "War Pigs" Variation um die Gräuel des Krieges.
Bevor "Europa" das Album verträumt-versöhnlich beschließt gibt’s mit "No Ones Hero" eine galoppierende Uptempo-Nummer im thrashigen Shredding-Modus, die Zensur- Bestrebungen gewisser Behörden (Parental Advisory !) mit beißender Verachtung überzieht, "… where in hell did you get so wrong, you`re out to ban rock`n`roll songs…".

Neben dieser großartigen Fülle an Klassiker-Nummern sei ausdrücklich auch besonderes Augenmerk auf das Artwork der Platte gelegt, das morbide Grabkammer-Motiv entstammt dem Oeuvre des Barock Malers Juan de Valdes Leal und ist als optische Entsprechung der musikalischen Motive neben "Black One" von Sunn))) eines der bedrückendsten Zeugnisse hartmetallischer Coverkunst.

Der oft strapazierte Begriff von Zeitlosigkeit kommt beim Versuch der Einordnung von "Destruction Of The Void" jedenfalls ganz speziell zur Geltung. Kein Doomster will ja ernsthaft ins Jahr 72 zurück, hier ging es vielmehr um die Huldigung einer ganz speziellen Soundästhetik, und niemand vermochte diese überzeugender am Leben zu erhalten als die drei Schweden mit diesem klassizistischen Fabelwerk.

Ach ja, und sollten Uncle Acid bei Aufführung ihrer genialen Verschwörungstheorien-Platte "Mind Control" mal komplett dem Wahnsinn anheimfallen, sich mit durchgeknallten Gurus in die Nevada-Wüste verziehen und ihren Black Sabbath Support -Slot canceln, Count Raven stünden als wohl würdigster und authentischster Tour-Ersatz der gesamten Szene da. Allein die verstörten Blicke des Publikums bei Einsatz von Fondelius`Gesang wären unbezahlbar !

Trackliste
  1. Until Death Do Us Part
  2. Hippies Triumph
  3. Destruction Of The Void
  4. Let The Dead Bury The Dead
  5. Northern Lights
  1. Leaving The Warzone
  2. Angel Of Death
  3. The Final Journey
  4. No Ones Hero
  5. Europa
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Reviews
05.11.2009: Mammons War (Review)
Kommentare
Werner
Werner
29.12.13 10:50: +
Sehr coole Review zu einer der unterbewertesten Bands aller Zeiten! Doom par excellence ...
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