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Cover  
Mayfair - Schlage mein Herz, schlage.... (CD)
Label: Pure Prog Records
VÖ: 08.11.2013
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Art: Review
DarksceneTom
DarksceneTom
(2751 Reviews)
Keine Wertung
Bizarr, exzentrisch, weltoffen und grenzenlos. Das sind die Attribute die mir einfallen, wenn ich "Schlage mein Herz schlage" anhöre. Das sind Mayfair und sie sind 15 Jahre nach ihrem letzten Album immer noch so störrisch, querköpfig und einzigartig, wie eh und je.

Die Masse wird diese Band nie lieben. Das ist auch nicht der Anspruch. Der Anspruch dieser Band ist die Umsetzung ihrer individuellen, ihrer bizarren und markanten Kunst.
Zur Selbstbefriedigung und zur Befriedigung ihrer treuen Fans
.
Lieber 100 Kenner die Mayfair lieben, als 1000 Alibifans und Plagiate vor der Bühne. Das hat uns Gitarrist Rene vor kurzem im Smalltalk zur Reinkarnation einer heimischen Stil Ikone (zum Interview) nachhaltig verdeutlicht und das transportiert auch "Schlage mein Herz, schlage".

Mayfair nehmen uns von Beginn ihren neuen Albums an zart an der Hand und gleich der deutschsprachige Titeltrack erinnert uns von Beginn an daran, dass "Behind" nicht der letzte Streich von Mayfair war. "Schlage mein Herz, schlage" setzt "nicht" offensichtlich an der just re-releasten Debüt-EP an, welche trotz überdimensionaler Note der Exzentrik und Eigenständigkeit noch am ehesten den Früh-90er Prog Mustern entsprach, sondern am Gesamtkontext der drei bisherigen Veröffentlichungen der Vorarlberger. Das macht die Sache weit genreoffener und extravaganter. Mit seinen sphärisch poppigem Touch, der hypnotischen Melodie und den verstörten Gesängen zeigt sich der Opener als perfekter Wachrüttler. Immer mehr zur Hysterie tendierend ein wunderbarer Einstieg, der einen behutsam aber dann immer intensiver in das Album mitnimmt, bevor das richtiggehend großartige "Firestorm" chillig und entspannt mit einem rabiaten Refrain und großer Melodie punktet und ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen vermag.
Herrlich, wie Mayfair verschiedenste Stilistiken kombinieren, um uns den Weg zu ebnen, aber immer zur Eigenverantwortung zu mahnen.

Psychedelischer, teils sphärischer und alternative-tauglicher Pop, Rock, Wave und Gothic sind die vier Eckpfeiler der Österreicher und wenn’s denn sein muss nennen wir es Prog, ohne damit genügend Raum der Interpretation zu schaffen.

Die Produktion so einer avantgardistischen Scheibe ist natürlich auch völlig anti-Metal. Der Inhalt trotz aller Vehemenz und Rohheit eigentlich auch. Natürlich kann man Nuancen alter Bekannter wie Depressive Age oder Psychotic Waltz noch immer im Ansatz erahnen, solche Querverweise tun Mayfair und ihrer verkopften, aber völlig eigenständigen Kunst aber total unrecht. Natürlich erinnern die flüsternden deutschen Vocals mitunter an klassische Dark Wave- und Gothic Bands der 90er Jahre. Klar kann man auch Pink Floyd zu Rate ziehen, wenn man sich durch die Instrumentalakrobatik von Mayfair hantelt. Im nächsten Moment darf es dann aber vielleicht auch etwas der frühen The Cure aber auch Gypsy Kiss sein, also lassen wir das bitte endgültig sein.



Spätesten "wwwrong" lässt all das sowieso nicht mehr zu.
Verstört, bizarr und irr klingen die Gesänge, die flüsternden Stimmen und die hypnotisch verstörenden Instrumentalisierungen. Ein toller Song, verdammt psychedelisch und in seiner Aura beinahe mit destruktiven The Doors-Vibes veredelt. Starke aber harte Kost, auf die Erholung folgen soll. "Drei Jahre zurück" ist sozusagen intellektuell dargebotener Deutsch Pop/Rock fürs Alternative-Radio. "Zeitgemäßer NDW mit Hirn aus dem Ländle" könnt man ihn auch nennen, diesen defensiv groovenden und mit feinem Text überzeugenden Song, der erst in der zweiten Hälfte mit druckvolleren Riffs auffährt. Richtig gelungen und absolut eingängig. Eigentlich hitverdächtig und viel zu nachvollziehbar für das verstörte und für mich nur schwer lieb zu gewinnende "Abendp_rno".

Aber alles muss einem schließlich ja nicht gefallen denkt sich der, der es immer einfacher hat über etwas zu urteilen, als etwas zu erschaffen.

Es ist soweit. Die Gedanken schweifen aus. Der provozierte Tagtraum ist in voller Blüte, während der Regen die Fenster streichelt. Keine Ahnung an welcher Stelle von "Schlage mein Herz, schlage" ich mich gerade befinde. Ist das Jazz das ich da gerade höre? Ich bin kein Musiker, aber es könnte sein. Also sammeln wir uns und gehen den geleiteten Weg zu "Island", der melancholischen Ballade des Albums. Atmosphärisch und fragil, aber offensichtlich betont homogen und stimmungsvoll nehmen uns Mayfair an der Hand, um mit ihnen in Emotionen und Schwermut aufzugehen. Ein wunderschönes, zurückhaltendes Stück Musik. Ebenso schwer in Worte zu fassen, wie der Rest des Albums. Psychedelisch und melodisch wie das großartige "Drei Jahre zurück". Voll von Angst, Hoffnung und Melancholie. Ein reduziertes aber dennoch düsteres Riff und klare eingängige Gesänge betören uns und wollen uns nicht loslassen.

Wenn 100 Menschen den Sound von Mayfair beschreiben müssen, muss davon ausgegangen werden, dass über 90 nach Worten und Attributen ringen würden, um nur halbwegs ein brauchbares Ergebnis zu erzielen.
Den "Klang" der Österreicher zu beschreiben ist selbst für denjenigen, der das "Werden" dieser Band von Anbeginn an verfolgt, eine absolute Herausforderung und man muss auch den Mut haben das einzugestehen. Genau das lassen uns Mayfair mit Überzeugung spüren, denn die morbide und beklemmende Welt von "Tric Trac" mit den psychedelisch ruhigen Gitarren, den beschwörend flüsternden Gesängen und einem aggressiv und furchteinflößenden Refrain sind sicher nicht für jedermann geschaffen.
Alpha und Omega.



Die sehr persönlich geartete Einleitung dieses Reviews spiegelt sich in jeder Sekunde von "Schlage mein Herz, schlage" wieder und je tiefer ich in dieses Album eintauche, desto klarer wird die Machtlosigkeit, die uns die Band auferlegt. Das Klangspektrum Mayfair’s ist nicht zu greifen und muss auch nicht in Worte gefasst werden. Wer die Lust, den Nerv und den Intellekt für ein weltoffenes Rockalbum hat, der muss hier reinhören. "Er" oder "Sie" werden den bizarren Alternative-Doom-Monolithen "Bitter Sweet" ebenso verstehen, wie das minimalistische Trance-Finale "Der Abschied". Vielleicht werden "Er" oder "Sie" auch die schwere, irgendwie britische Note verspüren, die ich immer wieder zwischen den Takten des Album zu orten glaube oder zu orten versuche. Vielleicht auch nicht, aber dann ist es auch egal, da "Schlage mein Herz, schlage" ebenso wenig ein "richtig" oder "falsch" zulässt, wie seine drei Vorgänger.

Wer Mayfair hört und wer sich auf Mayfair einlässt, der muss die Kunst der Vorarlberger auf ureigene Weise in seine kleine Welt einbauen. Anders kann man hier nicht existieren und anders kann und will diese Band wohl auch nicht verstanden werden. Alltägliches ist hier nicht die Regel und wer ein Metal Album sucht, muss bitte woanders stöbern.

"Schlage mein Herz schlage" ist ein unfassbar dichter und intensiver Psychedlic-Trip durch verschiedenste Sparten der Rockmusik.
Höchst stimmungsvoll, kopflastig und intensiv.

Kein Album für jedermann.
Kein Album, das es herkömmlich zu bewerten gilt.
Kein Album für jede Stimmung und letztendlich gilt einmal mehr nur ein Wort als Beschreibung der schwer greifbaren, aber großartigen Kunst von Mayfair:

Avantgarde!
Trackliste
  1. Schlage mein Herz schlage...
  2. Firestorm
  3. wwwrong
  4. Drei Jahre zurück
  5. Abendp_rno
  1. Island
  2. Du allein
  3. Tric Trac
  4. Bitter or sweet
  5. Der Abschied
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