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Cover  
Satyricon - Satyricon (CD)
Label: Roadrunner Records
VÖ: 06.09.2013
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Art: Review
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DarksceneTom
DarksceneTom
(2773 Reviews)
8.5
Ohne Rücksicht auf die Vorstellungen der alten Fans und ohne Obacht auf Schubladendenken haben sich die beiden Herren hinter Satyricon in den letzten Jahren zu einer Band entwickelt, die es glaubwürdig vollbringt, ihre frühen Black Metal Vibes mit ihren folkloristischen Einflüssen, dem Vermächtnis eines Quorthon und einer dreckigen Brise geradlinigem Metal, Thrash und Rock N Roll zu mischen. Das mag nicht jedem gefallen haben. Die alteingesessenen Schwarzwurstpuristen mögen mit der eingängigen Ausrichtung und der rockigen Note der letzten beiden Werke ihre Probleme gehabt haben. Nicht zuletzt, weil ein Gros der ausgeschlossenen Altfans den "neuen" Sound der Norweger genau so intensiv empfunden hat, wie viele neue Bekenner, war völlig klar, dass Satyr und Frost ihrem Weg auch auf ihrem achten Album folgen. Unbeirrt, selbstbewusst und zielsicher steigen Satyricon nun auch fünf Jahre nach "The Age Of Nero" in den Ring.

"Satyricon" führt das Begonnene fort, weiß aber durchaus zu überraschen. "Voice Of Shadows" ist ein geradlinig monotoner Beginn. Das mag erhaben und episch scheinen, ist aber ebenso spartanisch. Nicht, dass Satyricon je Virtuosen gewesen wären, aber bereits hier schimmert eine ungewöhnliche Note durch. Atmosphäre ist trumpf. Genau diesen Faden nimmt dann ein schleppendes "Tro Og Kraft" nahtlos auf. Satyricon klingen zutiefst nordisch. Furcht einflößend und richtig knorrig. Gleichzeitig aber auch doomig und langsam. Der Beginn von "Satyricon" ist ebenso unverkennbar, wie auch ungewöhnlich. Was die Norweger aber immer noch transportieren wie wenige andere, das ist die harsche, dunkle und kalte Atmosphäre. Man könnte durchaus sagen, dass "Satyricon" der logische Schritt ist, der auf " Now, Diabolical" und "The Age Of Nero" folgen musste. Anders ist ein episches und mit verhaltenen Chören arrangiertes "Our World, It Rumbles Tonight" ebenso wenig zu erklären, wie das majestätisch schleppende " Nocturnal Flare". Mittlerweile hat einen die großartige Atmosphäre der Scheibe tief in ihren Bann gezogen und spätestens hier ist klar, dass Satyricon mit ihrem neuen Werk endgültig die Brücke schlagen, die der Black Metal Pandabär ebenso überwinden kann, wie der Liebhaber dichter Metal Sounds, der Fan nordischer Viking Kunst oder Verfechter düsterer Gebete zwischen Death Metal und Gothic.

"Nocturnal Flame" ist dann wieder so ein fieser Stampfer. Im Stile seiner Vorgänger dicht und dunkel. Vielleicht der bisher unspektakulärste Moment der Scheibe aber dennoch stark. Man ist immer noch im Bann der monotonen Klänge. Man sieht sich in tiefdunkler Umgebung, wenn die hypnotischen Gitarren von "Phoenix" erklingen. Wie ein Nebel umgarnen einen die verführerisch bitteren Klänge und dann der Gesang: Sivert Høyem von Madrugada lässt in bester Dark Wave Manier seine düstere Stimme erklingen. Als ob Leonhard Cohen und Johnny Cash mit Satyricon und Ghost gemeinsam auf Gras durch den "Natural Born Killers" Soundtrack schweben würden, hören wir ohne Zweifel den unkonventionellsten Rocksong, den diese Herren je kreiert haben. Mutig und Klasse. Höchst emotional und suchtverdächtig. Die Pandabären werden es hassen. Ich finde es betörend, hypnotisch und großartig. Gleichzeitig ist dieser beinahe psychedelische Moment dann auch der Wendepunkt der Scheibe.

Die b-side von "Satyricon" ist weniger überraschend und weniger weltoffen. Hier konzentrieren sich Satyricon wieder stärker an ihren Wurzeln und jeder soll selbst entscheiden, ob das gut ist. Mir persönlich ist ein rasender, klirrender Song wie "Walker Upon The Wind" im Jahre 2013 schlicht zu stumpf und zu langweilig. Vor allem weil wir gerade vorher in beeindruckender Weise gehört haben, dass diese Band mittlerweile mehr kann. Schlecht ist anders, aber nach dem schier begeisternden Beginn des Werks, ist so ein Track beinahe eine Watschn. Gleiches gilt für "Ageless Northern Spirit". Aber egal. Die alten Fans und die Pandas werden es (wenn sie überhaupt so weit kommen) lieben. "Nekrohaven" ist da schon weit lässiger und cooler. Dreckig und eingängig, wie wir Satyricon zuletzt kennen lernen dürften. Einfach gestrickt, aber effizient wie die jüngsten Hits der Band. Das Finale zieht dann noch mal alle Register einer enorm abwechslungsreichen Scheibe. Hier trifft noch einmal alles aufeinander. Das ruhige, folkloristische Instrumental, der harsche Black Metal Grundton, die dreckige Aura, flüsternde Stimmen, harte Ausschläge und zarte Akustik. Ein perfekter Abschluss einer durchwegs bärenstarken und völlig eigenständigen Scheibe.

Satyricon sind den nächsten logischen Schritt gegangen. Frei von Ketten und Zwängen, tief in ihren erarbeiteten, ureigenen musikalischen Korsett. Bösartig, humorlos und fies. Man will die Menschen, die diese Musik machen nicht kennen, aber man will ihre fesselnde Kunst hören! Man will die verstohlenen, hymnischen Songs in ihrer minimalistischen Klangfarbe und ihren einfach Strukturen erleben und mit ihnen in die unverkennbare Soundkulisse und Atmosphäre von Satyricon eintauchen.

Man kann getrost sagen, dass "Satyricon" der logische nächste Schritt dieser Band ist und ich für meinen Teil darf ohne Scheu festhalten, dass die neue Satyricon nach der neuen Watain das bisherige, unumstrittene Highlight im schwarzmetallischen Wald der atmosphärischen Nordmannklänge ist, und benso wie "The Wild Hunt" (zum Review) auch abseits der extrem-BM-Fetischisten für große Begeisterung sorgen wird.
Trackliste
  1. Voice Of Shadows
  2. Tro og Kraft
  3. Our World, It Rumbles Tonight
  4. Nocturnal Flare
  5. Phoenix
  1. Walker Upon The Wind
  2. Nekrohaven
  3. Ageless Northern Spirit
  4. The Infinity Of Time And Space
  5. Natt
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